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YouTube wird kostenpflichtig: Das Ende der Gratis-Videos?

Date Posted: 22 April, 2015

Zukünftig gibt es bei YouTube die Möglichkeit eines kostenpflichtigen Abo-Modells geben. Nutzer, die dann einen monatlich fixen Beitrag zahlen, können Inhalte dann ohne Werbung und sogar im Offline-Modus sehen. Den daraus entstandenen Erlös teilt die Plattform mit den Video-Produzenten. Neben einer neuen Verdienstmöglichkeit für Video-Produzenten und YouTube-Stars, sehen Experten darin auch das Vorhaben von Google zukünftig vermehrt Serien und Spielfilme in ihr Portfolio aufzunehmen.

© YouTube

 

Warum ein neues Abo-Modell?

 Laut eines Berichts des „Wall Street Journal“ fährt YouTube für Google noch immer Verluste ein – trotz einer monatlichen Nutzerzahl von mehr als einer Milliarde und 4 Milliarden Dollar Umsatz. Grund dafür: Werbetreibende müssen bei YouTube nur bezahlen, wenn Nutzer einen Clip auch in voller Länge sehen. Mit dem neuen Abomodell umgeht das Unternehmen diese Problematik und bindet Nutzer mit einem monatlich festgelegten Betrag. Zudem schafft es YouTube dann möglicherweise, exklusive Inhalte an Land zu ziehen. Ganz so, wie es die Konkurrenz von Netflix, Amazon oder Hulu bereits tut.

Eigenproduktionen von YouTube

 Netflix und Amazon setzen, neben der Lizensierung von bekannten Fernsehserien, vermehrt auf Eigenproduktionen. Eigene, exklusive Inhalte binden nicht nur Kunden, sie werden auch den neuen Sehgewohnheiten der Zuschauer angepasst. So veröffentlicht Netflix selbstproduzierte Serien auf einen Schlag, sodass Zuschauer alle Folgen einer Staffel hintereinander sehen können, ohne jeweils eine Woche auf die neueste Episode warten zu müssen. Mit einer monatlichen Gebühr könnte sich diese Möglichkeit in Zukunft auch für YouTube bieten.

 Das Potential der YouTube-Stars

 YouTube lebt bereits jetzt von zahlreichen, kreativen Köpfen und Produzenten und hunderten individuellen Inhalten. Mit dem neuen Bezahlmodell, das eben nicht nur von Werbetreibenden abhängig ist, können große YouTube-Stars nicht nur gehalten, sondern in neue Projekte eingebunden werden. Warum kein Format von einem beliebten YouTube-Star produzieren lassen, dass es exklusiv für Abonnenten zu sehen gibt? Gerüchten zufolge soll es zumindest die Möglichkeit geben, dass Videoproduzenten bestimmte Inhalte nur für Abonnenten zugänglich machen.

 Werbefreiheit und Offline-Videos

Bislang ist bezieht sich das Abo-Modell nur auf Werbefreiheit und die Möglichkeit, Videos auch offline zu gucken. Bisher sind weder Details zu den Preisen, noch ein genaueres Einführungsdatum bekannt (Gerüchten zufolge Ende des Jahres). Ob man Nutzer davon überzeugen kann, nur dafür Geld zu zahlen, darf bezweifelt werden. Gerade mit Tools wie dem Adblocker entledigen sich Nutzer der Werbung bereits jetzt kostenlos. Auch die Möglichkeit, Videos offline verfügbar zu machen, ist bereits über Drittanbieter möglich – auch wenn sich das am Rande der Legalität bewegt.

Glaubt man den Gerüchten, lässt YouTube seinen Produzenten keine andere Möglichkeit, als bei dem Abo-Service mitzumachen. Wer nicht teilnimmt, dessen Videos werden auf privat gesetzt. Gerade im Hinblick auf Konkurrenz wie Vessel, die ein ähnliches Modell als zentrales Feature vorgestellt haben, war es nur eine Frage der Zeit, bis YouTube nachziehen würde. Populäre YouTube-Produzenten bemängeln die beschränkten Wege mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. YouTubes Vorteil dabei: Sie müssen niemanden davon überzeugen zu wechseln, sondern lediglich ihre beliebten Content-Creator zum Bleiben zu bewegen. Je nachdem, wie das Abo-Modell neben der Werbefreiheit und den Offline-Videos im Detail ausfällt, kann ihnen das damit durchaus gelingen.

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