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YouTube Werbeknigge und YouTube Red: Es folgt…Reklame

Date Posted: 23 Oktober, 2015

YouTuber bekommen einen „Werbeknigge“ und YouTube selbst bringt einen neuen Abo-Service – was bedeutet das genau? Wir schauen uns das genauer an. Keine Frage: Geht es um PR- und Marketing-Maßnahmen in sozialen Medien, sind Instagram und vor allem YouTube heiß diskutiert. Was immer noch fehlt: eine klare Definition, wann ein Video mit „Produkt-Bezug“ tatsächlich als Werbung gekennzeichnet werden muss. Nun sorgten die Landesmedienanstalten für mehr Transparenz – und ein neues YouTube-Abo-Modell soll es auch geben. Ohne Werbung.

Von Unternehmen gesponserte YouTuber sind in der heutigen Medienlandschaft keine Seltenheit mehr. Voller Stolz strecken sie ihre neuste Errungenschaft in die Kamera oder lassen uns an ihrer vom Sponsor bezahlten Reise teilhaben. Nicht nur YouTuber sollten sich bewusst sein: Der Grat zwischen subjektivem Produkttest und reiner Schleichwerbung ist schmal.

Der YouTube-Werbe-Knigge

Abhilfe soll nun der von der Landesmedienanstalt veröffentlichte „Werbeknigge“ schaffen. Denn das muss jedem YouTuber bewusst sein: Je größer die eigene Reichweite und die Fanbase wird, desto größer wird auch die Verantwortung, die man als „Markenbotschafter und Content-Lieferant“ trägt. Erhält der YouTuber ein Produkt für eine Präsentation kostenlos oder wird gar dafür bezahlt, ist er verpflichtet, dies im Video anzugeben. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen sind Einblendungen wie „Werbung“ oder „Dieses Video wird unterstützt durch…“ ein guter Anfang. Das kann zusätzlich mündlich im Video erfolgen oder in der Beschreibung des Videos vermerkt werden.

Werbung oder nicht?

Eine andere Möglichkeit wäre, das Video so zu gestalten, dass das Produkt hauptsächlich im Fokus der Präsentation steht. Beiläufiges und überaus positives Erwähnen eines Produktes kann bereits als Schleichwerbung gesehen werden. Deshalb sollte der Artikel stets im Mittelpunkt stehen. Bei selbst gesetzten „Affiliate Links“, sprich Verknüpfungen zu Online-Shops, in denen die YouTuber einen Anteil am Ertrag der verkauften Waren enthalten, sollten die Verantwortlichen nicht nur darauf aufmerksam machen, sondern auch erklären worum es sich bei erwähnten Links handelt. Auch das Verlosen von Preisen beinhaltet den einen oder anderen Stolperstein. Um nicht als Werbung oder Produktplatzierung zu gelten, sollte das Produkt und die Firma nicht öfter als zwei Mal genannt und optisch dargestellt werden.

 

© YouTube
© YouTube

Während die Landesmedienanstalt den Knigge für YouTuber veröffentlicht, kommt YouTube nun mit einem neuen werbefreien Abo-Service. Dieser wird in den USA am 28. Oktober an den Start gehen und soll für 9,99 US-Dollar den Abonnenten die Möglichkeit bieten, Videos abzuspeichern und offline anzusehen, Videos auf mobilen Geräten im Hintergrund abspielen zu lassen und ganz „Addblock“-frei YouTube ohne Werbung zu genießen. Die Bereitschaft, vor allem von sehr vielen sehr jungen Abonnenten rund 10 Dollar pro Monat zu zahlen, darf man durchaus als Challenge ansehen. Vielleicht helfen Konzepte wie PewdiePie. Hier werden YouTube-Stars mit klassischen Produzenten zusammengebracht. Im Falle von PewdiePie waren es die Produzenten von The Walking Dead. Amazon Prime und Netflix haben das erfolgreich vorgemacht. Allerdings – und hier schließt sich der Kreis zum Werbe-Knigge – könnten sich zahlende YouTube Red-User zukünftig über von Unternehmen gesponserte Video ärgern. Ob das Beteiligungsmodell für „YouTube-Partner“ ausreicht, damit YouTuber öfter Kooperationen ablehnen können? Es wird spannend.

 

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