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WWDC 2014 – Viel Software, keine Hardware

Date Posted: 4 Juni, 2014

Am vergangenen Montag startete in San Francisco zum 25. Mal Apples Entwickler-Konferenz Worldwide Developers Conference. Wie in jedem Jahr war es vor allem Apples Keynote, die Entwickler als auch Apple-Jünger gleichermaßen sehnsüchtig erwarteten. Denn: auch wenn es bei der Konferenz traditionell um Software geht – die Hoffnung vieler war es, dass auch das iPhone 6 oder die iWatch erwähnt oder sogar gezeigt werden. Immerhin wurde in den vergangenen Jahren auf der WWDC auch Hardware wie das iPhone 4 oder neue MacBooks präsentiert.

Neue Betriebssysteme und eigene Programmiersprache

Eine Vorschau auf neue Hardware gab es allerdings nicht. Zwar brachte CEO Tim Cook noch im April neue Geräte zur Sprache und äußerte, dass neue Produkte „näher als je zuvor“ seien, betonte aber im selben Interview, dass man nichts veröffentliche, bevor es nicht komplett fertig ist. Der Ausblick auf iOS 8.0, OS X Yosemite sowie viele andere neue Features, versöhnte die Zuschauer. iOS 8.0 wird ab Modell iPhone 4S für Apples Mobiltelefone verfügbar sein. Bei den Tablets geht es ab iPad 2 los. Ärgerlich für Early Adopter: Geräte, die vor 2011 erschienen sind, werden nicht in den Genuss des neuen Betriebssystems kommen. Wie flüssig das neue OS auf älteren Geräten überhaupt läuft, wird die Zukunft zeigen.

Doch was kann das neue System überhaupt? Nach einer kurzen Erfolgsmeldung mit beeindruckenden Zahlen ging es ans Eingemachte: Rein optisch unterscheidet es sich nicht allzu sehr vom letzten Update. Überarbeitet wurde das Notification Center, das nun schnelleren Zugang zu Nachrichten und Apps ermöglicht – auch direkt aus dem Lockscreen heraus. Mithilfe der neuen Tastatur QuickType sollen kontextbezogene Wortvorschläge noch schnelleres Texten ermöglichen. Eine Wischtechnik, wie es sie bei Android-Geräten schon seit einigen Jahren gibt, blieb weiterhin aus. Ebenfalls neu: Mit iOS 8 rückt Apple nahtloses Arbeiten zwischen einzelnen Geräten stärker in den Fokus. Was man auf dem iPad anfängt, kann einfach und schnell auf dem iPhone fortgesetzt werden. Anrufe, die über das iPhone reinkommen, können auch mit dem iPad angenommen werden. OS X Yosemite hingegen nähert sich in puncto Design immer mehr den mobilen Betriebssystemen an. Sind iPhone oder iPad in der Nähe, werden SMS, Mails und andere Nachrichten mit allen Geräten synchronisiert. Den Mac kann man dabei selbst bei Telefonaten als Freisprechanlage nutzen.

Für Entwickler gab es dann noch etwas ganz Besonderes: Apple stellte Swift vor, eine hauseigene Programmiersprache. Nachdem Apple mehr als 20 Jahre Jahre Objective-C nutzte, wurde es scheinbar Zeit für eine Neuerung. Wie es der Name bereits vermuten lässt, ermöglicht Swift Entwicklern eine schnellere und intuitivere Möglichkeit, Code zu schreiben und das Ergebnis in Echtzeit zu präsentieren.

Sinnvolle Neuerungen?

Die Änderungen und Updates, die Apple in den knapp zwei Stunden vorgestellte, vereinfachen den Umgang und die Kommunikation mit und unter den einzelnen Geräten, doch wirklich bahnbrechende Neuerungen gab es nicht. Mit iCloud Drive zum Beispiel stellte man einen Service vor, der ähnlich wie Dropbox oder Google Drive funktionieren wird. Nachdem Fitness- und Gesundheits-Apps die App-Stores in den letzten Jahren geflutet haben, legt Apple auch hier nach. Die Apps HealthKit und Health ermöglichen nun das Sammeln und Zusammenfassen verschiedener Daten aus allen möglichen Fitness-Apps. Die iWatch wäre hierfür eine optimale Hardware, munkelte man zumindest im Vorfeld.

Insgesamt bleibt nun aber auch abzuwarten, was Entwickler aus der Plattform machen, die Apple ihnen zu Verfügung stellt. Selbst wenn Apples Neurungen nicht jeden Nutzer überzeugen können – Entwickler haben ab jetzt Zugang zum neuen Betriebssystem und können bis zum Herbst an neuen Apps und vor allem auch besseren Spielen arbeiten. Bis dahin wird sicherlich auch neue Hardware vorgestellt.

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