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Wenn Social-Media-Monitoring daneben geht

Date Posted: 28 März, 2013

Kommunikation – das ist auch Smalltalk. Und Smalltalk ist Kunst. Den schwerreichen Geschäftspartner – den man wenig kennt, aber viel von ihm erwartet – bloß nicht verärgern. Sei‘s beim ersten Treffen. Sei’s beim peinlich-stillen Moment im Fahrstuhl oder ganz allgemein vor den ersten drei Bieren. Da sind Politik und Religion tabu. Bloß nicht! Sport ist heikel (okay, nach drei Bieren kann man’s versuchen). Warum also ein Risiko eingehen? Reden wir doch über’s Wetter. Da macht man nichts falsch. Anders, wenn man Social-Media-Monitoring nur an der Oberfläche betreibt. Da kann einiges daneben gehen. Was beides miteinander zu tun hat – wir verraten es im folgenden Text.

„Kalt heute“. Wenn die iPhone-App gerade -5 Grad anzeigt, wird das Gegenüber mit Sicherheit ein bestätigendes „Da sagen Sie was“ antworten. Das Kommunikations-Eis ist gebrochen – in meiner Facebook-Chronik bleibt es aber noch allgegenwärtig, selbst wenn der Frühling irgendwann seine Schüchternheit ablegt und heraus kommt. Und nun stellen wir uns mal vor, jemand würde anhand dieses vermeintlich objektiven Fakten durch gesammelte Eindrücke strategische Entscheidungen für ein Produkt oder ein Unternehmen ableiten. Weihnachtsplätzchen anbieten? Die Investitionen in Anoraks erhöhen?

Dünnes Eis für Social-Media-Monitoring

Social-Media-Monitoring: Der Weihnachtsmann nahm es nicht nicht ernst. Das hat er nun davon.

So lustig das klingt, es ist tatsächlich dünnes Eis für alle, die Social-Media-Monitoring nur nebenbei betreiben, aber glauben, dieses Monitoring sei eine fundierte Basis, um weitreichende Entscheidungen zu treffen. Dabei ist ja nicht das Sammeln alleine enorm wichtig, sondern nur der erste Schritt. Das Sichten und Analysieren sind weitere. Zu wissen, ob und wie über das eigene Produkt oder Unternehmen gesprochen wird, ist für die zukünftige Positionierung des Unternehmens entscheidend. Diese Daten müssen aber gewissenhaft zusammen gestellt werden. Professionelles Arbeiten und die richtigen Tools machen den Unterschied. Wer die Themen in den sozialen Netzwerken nur überfliegt, der läuft Gefahr, so unelegant dazustehen, wie unser Weihnachtsmann im heutigen Communicartoon.

Natürlich ist dieses Beispiel eher humorig zu nehmen, doch es ist ein sinnbildliches Beispiel. In den sozialen Netzwerken wird dieser Tage so viel Wetter-Smalltalk wie selten zuvor betrieben – so, wie es immer saisonale Peaks für bestimmte Themen gibt. Ob es nun der #Aufschrei war oder ob es ein Fußball-Länderspiel ist. Dabei beeinflussen sich die User gegenseitig – und damit auch die Unternehmen.

Subjektive Stimmung aufnehmen – aber mit Bedacht

So macht man es besser: Optimales Social-Media-Monitoring.
Bild: kenburbary.com

Bis zu einem gewissen Grad sollten diese subjektiv aufgenommenen Stimmungen aber auch Einfluss – gerade auf Social-Media-Maßnahmen – haben. Öffne ich Facebook, springen mir die Schnee- und Minusgerade-Flüche genauso stark entgegen, wie mir Nordostwinde unter die Kleidung kriechen. Je weiter östlich meine Freunde leben, desto heftiger sind die textlichen Wutausbrüche, deren Inhalte ich an dieser Stelle nicht wiedergeben möchte. Weiter im Westen, wo zumindest am Tag die Plusgrade erreicht werden, begnügt man sich mit Humor. Oftmals in Form von Bildern. Was musste ich da in den letzten Tagen nicht alles sehen? Mal saßen Menschen im Unterhemd auf ihrer Hollywoodschaukel, die Kaffeetasse fanatisch in der Hand, aber umgeben von meterhohen Schneebergen. Da wurden die letzten Schneereste fotografiert, die aufgrund der bitterkalten Nächte einfach nicht weichen wollen. Selbst die arme Frau Holle wurde aufs Übelste deskreditiert.

Passt es zum Unternehmen, kann die Social-Media-Abteilung auf die Stimmung im Netz reagieren. Etwas Zuspruch zeigt den Usern, dass sich das Unternehmen mit den „Problemchen“ der Follower beschäftigt. Und wieso sollte dann ein Modelabel nicht warme Pudelmützen in die virtuellen Osternester legen?

In diesem Sinne: Frohe Ostern – und hoffentlich ein paar angenehmere Temperaturen.

 

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