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Web-TV: Business is booming

Date Posted: 14 März, 2013

Spät am Abend. Heimfahrt mit dem Zug. Was ist am Tag passiert? Viele von uns schauen zwecks Informationsbeschaffung auf Nachrichtenseiten wie  Spiegel Online vorbei. Nun könnte ich natürlich alle wichtigen Artikel des Tages lesen. Doch die liebe Zeit… Glücklicherweise fasst die Redaktion alles Wichtige in einem kleinen Filmchen zusammen. Die Auflösung: Ideal, um mobil auch ohne LTE-Netz anzuschauen.  Der Inhalt: komprimiert, aber informativ. Die Länge: lang genug, um alles wissenswerte zu erfahren, kurz genug, um es auch in der Straßenbahn aufnehmen zu können. Der Formatname: Web-TV. Und man muss kein Prophet sein: Web-TV boomt.

Was ist Web-TV?

Das Prinzip, das hinter dem Begriff „Web-TV“ steht, ist eigentlich schnell erklärt: Fernsehprogramm über das Internet. In welcher Form dieser Kanal sendet ist dabei allerdings nicht festgelegt, daher ist der Begriff Web-TV sehr dehnbar. Populäre Angebote – wie das eingangs erwähnte Spiegel.tv – bieten ein Programm rund um die Uhr. Zwischen Kurzbeiträgen finden sich auch längere Dokumentationen, die sich der Zuschauer nach Belieben anschauen kann. Eine andere Herangehensweise des Web-TV-Konzepts ist der des regelmäßigen Contents. Jeden Tag um eine bestimmte Uhrzeit geht ein neues Video oder eine neue Show online. Zwar nicht live, aber in vielen Fällen am gleichen Tag produziert. Besonders auf YouTube sind derartige Formate Gang und Gebe.  Kanäle wie das von wildcard fernsehzimmer produzierte EA Sports TV liefern regelmäßig neue Inhalte rund um „FIFA“ und Co.

Beispiel aus der Praxis

EA SPORTS ist das Sport-Label von Electronic Arts. Vom digitalen Fußball über Eishockey und Motorsport bis hin zu den amerikanischen Sportarten Basketball oder Football: Hier dreht sich alles um Bewegung. Und in dieser sollte die Berichterstattung bleiben – mit EA SPORTS TV. EA SPORTS TV gehört zu den erfolgreichsten Web-TV-Magazinen der Branche. Den Spagat zwischen journalistischem Anspruch und Thematik meistert das Magazin sozusagen spielend. Einmal im Monat berichten die Moderatoren Jeannine Michaelsen und Amiaz Habtu im locker-flockigen Stil von den neusten Games, Events und Pressekonferenzen. Für EA SPORTS TV zählt dabei nicht nur der reine Fachaspekt – das Format covert auch den  Gala-Part. Für den Glam-Faktor sorgen  etwa Auftritte von Mats Hummels oder Holger Badstuber. Für eine Runde „FIFA“ legen die Sportstars ihre Vereinsfarben auch mal ab. So entstehen interessante Momentaufnahmen: Wie beurteilen Badstuber und Hummels die spielerische Qualität des neusten „FIFA“-Titels? Wie empfinden sie ihre virtuellen Konterfeis? Dass dabei lustige Momente entstehen, versteht sich von selbst und unterhält die Zuschauer. Das Magazin erscheint monatlich online auf verschiedenen Kanälen und Plattformen. Die erfolgreichste EA SPORTS TV Ausgabe erreichte bisher knapp 235.000 Klicks. Sie sehen: ein Format, dass sich kommunikativ lohnt! Wie übrigens auch die neue Serie SimCity: Deine Stadt:

Die dritte Möglichkeit des Web-TVs ist der Livestream. Bei Sportveranstaltungen wie den Olympischen Spielen oder der Fußball EM wurden im letzten Jahr so viele Nutzer registriert wie noch nie. Ein Komfort, den auch ich gerne in Anspruch nehme.

 Web-TV: Die Zukunft ist mobil

Viele der Nutzer beziehen die Angebote nach wie vor über den heimischen PC. Der Trend geht aber in eine andere Richtung: Tablets und Smartphones werden für das Abrufen der Web-TV-Angebote immer beliebter. Mittlerweile sind es laut einer Studie der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien mittlerweile 18% der User, die Angebote mobil abrufen. Dagegen stagniert die Nutzung über die Smart-TVs. Lediglich 2% der Nutzer verwenden ihren Fernseher, um sich Web-TV-Angebote anzuschauen. Es ist einfach praktischer, sein Smartphone aus der Tasche zu ziehen und unterwegs ein Video anzuschauen, als den heimischen PC oder Fernseher anzumachen.

Rund 1400 Kanäle – Tendenz steigend

Wenn ich heutzutage im Internet surfe, begegnet mir eine Vielzahl von verschiedenen Videoangeboten. Viele davon sind einfach nur Werbefilme, andere verlinken auf Livestreams oder angesagte Youtube-Kanäle. Insgesamt gibt es im Moment geschätzt über 1.400 Web-TV-Angebote im Internet. Dabei handelt es sich mittlerweile aber nicht nur um für das Fernsehen produzierten Content, der im Internet weiterverarbeitet wird, sondern bei 31% der Inhalte handelt es sich um eigens für die Nutzer des Webs erstelltes Material. Da das Angebot an Kanälen mittlerweile immens ist, steigt die Qualität und Professionalität der Inhalte stetig.

Die Frage, die bleibt: Was sind die Beweggründe für das starten eines Web-TVs? Große Unternehmen erhoffen sich von einem gut produzierten, hauseigenen Online-TV-Kanal natürlich eine bessere Vermarktung und Positionierung ihrer Produkte. Dem Zuschauer mehr als nur Werbung zu bieten, macht das Konzept Web-TV besonders interessant. Privatpersonen oder Non-Profit-Unternehmen können auf eine unterhaltsame Art und Weise Ideen mit dem Rest der Online-Community teilen. Und wer keine Lust darauf hat, der schließt das Video einfach und schaut sich etwas anderes an. Ein Gewinn für Zuschauer und Anbieter. Denken Sie mal drüber nach.

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