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Vom ersten auf den Second-Screen

Date Posted: 7 Mai, 2013

Auf dem Sofa sitzen, Fernsehen schauen und gleichzeitig mit dem Tablet im Internet surfen –aus dieser multimedialen Gewohnheit vieler entstehen zur Zeit neue Ideen für Kommunikation, Werbung und Produktabsatz – statt Ängsten.

Diese Entwicklungen eröffnen Zuschauern eine neue Medienwelten und zwingen Fernsehmacher zum Weiterdenken. Denn auf Fernsehsendungen zugeschnittene Online-Inhalte werden in den nächsten Jahren an Relevanz gewinnen und ganz neue Herausforderungen mit sich bringen. Zeit für uns, einen Blick auf das „soziale Fernsehen“ zu werfen.

Der Second-Screen

Am Anfang steht Social-TV. Dabei handelt es sich um eine interaktive Erweiterung von TV-Inhalten auf einem zweiten Bildschirm, dem sogenannten Second-Screen: Der Zuschauer greift über einen zweiten Bildschirm – einem mobilen Endgerät, wie Smartphone oder Tablet – auf zum TV-Programm passende Online-Inhalte zu. Es geht nicht mehr nur darum, zusätzlich Informationen zur Sendung abzurufen, wie man es mit internetfähigen Fernsehern praktizieren kann, sondern um Interaktion mit dem Programm und mit anderen Zuschauern.

Der Second-Screen ist die große Hoffnung der Werbeindustrie.
© intheskies – Fotolia.com

So startete die vergangene Staffel „The Voice of Germany“ nicht beim Fernsehsender ProSieben, sondern auf dessen Second-Screen-Portal: Zuschauer konnten vor Sendestart Sänger anhören und ihr eigenes Team zusammenstellen. Kam einer der Kandidat durch die Blind Auditions, wurde auf der Social-TV-Plattform des Zuschauers Name und Bild freigeschaltet. Bei der ZDF-Krimiserie „Letzte Spur Berlin“ kann der Zuschauer mit ermitteln und per Social-TV-Plattform mit dem Krimigeschehen verknüpfen: Er kann auftretende Protagonisten in „Freund,“ „Opfer“, „Feind“ und „Täter“ einteilen, nachvollziehen, wie andere Zuschauer eingeordnet haben und sich über einen Chat darüber austauschen.

Junge Zuschauer binden

Zwei Medien nähern sich an. Der Fernsehzuschauer wird Teil einer Sendung, Fernsehen wird zu einem sozialen Ereignis. Experten raten Medienmachern dringend, diesem Trend zu folgen, um vor allem junge Zuschauer ans Fernsehen zu binden. Außerdem pusht die Symbiose von TV und mobilem Endgerät Werbebotschaften ungemein: zielgruppenorientierte Werbung, die sogar ihrerseits Interaktion zulässt? Gut möglich, dass sich sehr bald völlig neue, für uns jetzt noch nicht vorstellbare Werbemaßnahmen entwickeln. So könnte beispielsweise gleichzeitig auf beiden Screens die gleiche Werbung geschaltet werden – mal als Spot, mal als Banner – sich auf ein Produkt beziehen, das im laufenden Fernsehprogramm zu sehen war. Und wie oft sehen wir in der Werbepause einen Spot, der uns durchaus gefällt, wir aber direkt wieder vergessen, wo wir nach diesem Produkt suchen können bzw. wie es hieß?

Der Second-Screen könnte Lösungsansätze stellen: Werbespots hätten dann kleine, leicht zu übertragende Codes, die per Scan oder per händischer Eingabe direkt einen Link zum Produkt öffnen würden. Zukünftig würden Unternehmen davon profitieren, entsprechende Anwendungen direkt zu einem produzierten Werbespot anfertigen zu lassen und die Anwendung dieser neuartigen Fusion zu kommunizieren. Das Auge für den richtigen Einsatz der interaktiven Elemente im klassischen Spot muss natürlich genau so gegeben sein, wie das technische Know-how, dies auch umzusetzen. Zu bedenken gilt es auch, das jede Art dieser sozialen Interaktion auch ein gewisses Community-Management bedeutet, wie auch die Studie der Unternehmensberatung Anywab zu bedenken gibt. Wie dem auch sei: ProSiebenSat1 erwartet sich vom Second-Screen zukünftig kräftige Umsätze.

Es wird also spannend: Wohin entwickelt sich Social-TV mit der großen Chance, klassische TV-Werbung mit dem Second-Screen interaktiv zu gestalten? Verschwindet der klassische Fernsehwerbespot von den Bildschirmen? Fragen, die die Zukunft dieses spannenden neuen Trends beantworten wird.

 

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