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Virtuelle Spielwelten – Ein Ausblick in die nahe und ferne Zukunft

Date Posted: 8 Oktober, 2014
© Samsung
© Samsung

Virtuelle Realität ist zwar schon seit einigen Jahren in aller Munde, wirklich handfeste Möglichkeiten bereits jetzt komplett in virtuelle Welten abzudriften, gibt es aber noch nicht. Die VR-Brille von Oculus, die diesen Trend vor ein paar Jahren überhaupt erst ins Rollen brachte, muss noch immer ohne konkreten Erscheinungstermin auskommen, während die erste VR-Brille von Samsung vielleicht schon in diesem Jahr auf den Markt kommt. Daneben erregte Microsoft vor einigen Tagen mit RoomAlive, einem aktuellen Forschungsprojekt des Konzerns, Aufmerksamkeit.

Das Wohnzimmer wird zum virtuellen Spielplatz

Microsoft will das Wohnzimmer in Zukunft möglichweise zu einem Holodeck umfunktionieren. Im letzten Jahr gewährte das Software-Unternehmen bereits einen Blick auf ein Forschungsprojekt namens IllumiRoom. Unter dem Namen RoomAlive zeigte man in dieser Woche die Weiterentwicklung dieser Technologie und ging dabei noch einen Schritt weiter. In RoomAlive ist der komplette Raum eine Projektionsfläche. Möbel und andere Gegenstände werden dabei zu Elementen des Spiels, mit denen interagiert werden kann.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten zum Spielen. Fast ganz klassisch, kann man von der Couch aus mit virtuellen Spielfiguren über Tische und Bänke springen und Roboter zerstören. Doch auch man selbst kann Mittelpunkt eines Spiels werden, muss Hindernissen und virtuellen Geschossen ausweichen. Bei allen Variationen wird der Raum von mehreren Kinect-Kameras gescannt und von ebenso vielen Projektoren beleuchtet. Das Ergebnis sieht, gerade für den frühen Entwicklungsstand, bemerkenswert aus. Bisher ist diese Technologie aber noch weit davon entfernt, überhaupt spruchreif zu sein. Laut Forschungsabteilung bei Microsoft ist der Prototyp viel zu teuer, um für den Massenmarkt überhaupt in Frage zu kommen.

VR mit Smartphone

Im Rahmen der diesjährigen IFA stellte Samsung seine eigene VR-Brille vor. Die Samsung Gear VR funktioniert allerdings nur in Verbindung mit einem Smartphone von Samsung. Auch der Preis ist mittlerweile bekannt und kommt, mit 199 Dollar (ca. 160 EUR), recht günstig daher. Laut eines geleakten Dokuments soll die Brille bereits im Dezember verfügbar sein.

Die Brille selbst ist dabei eigentlich keine „vollwertige“ VR-Brille, sondern ein Hybrid aus Oculus-Linsen, die wie Lupen funktionieren und dem Galaxy Note 4, das in einer Hülle in der Brille gesteckt wird und via USB mit dieser verbunden ist. Ohne das passende Smartphone ist die vermeintliche VR-Brille also nicht zu gebrauchen und kann als reines Peripheriegerät einen hohen Preis kaum rechtfertigen. Mit einem Touchpad an der Seite ausgestattet, fällt die Navigation durch die Menüstruktur leicht und mit einer QHD-Auflösung von 2.560×1.440 Pixeln übertrumpft man auch das aktuelle Full-HD-Modell von Oculus. Schaltet man die Kamera des Phablets ein, überträgt die Kamera dieses Bild – so wird auch mit aufgesetzter Brille blindem Herumstolpern entgegengewirkt.

Einzig die Abhängigkeit vom Galaxy Note 4 ist ein Wermutstropfen – andere Smartphones, selbst von Samsung, werden nicht damit kompatibel sein. Gerade im Hinblick auf die immer kürzeren Erscheinungszyklen moderner Smartphones scheint dieser Schritt recht gewagt.

Egal, ob VR-Brille oder ein ganzer VR-Raum: Ein Blick in die nahe und ferne Zukunft des Mediums Videospiel lässt auf tolle Innovationen hoffen und unterstreicht ein weiteres Mal die technischen Möglichkeiten, die nur darauf warten, abgeschöpft zu werden. Speziell bei Samsung stellt sich die Frage inwiefern zukünftige Brillenmodelle mit unterschiedlichen Smartphones kompatibel sein werden, oder ob man für jedes passende Gerät auch eine Brille auf den Markt werfen wird.

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