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„Video Shorts“ bei Amazon – Konkurrenz für YouTube?

Date Posted: 26 August, 2015

Spätestens mit der Einführung von „Amazon Instant Video“ ist Amazon ein großer Player in der Video- und Bewegbild-Sektion, nachdem der DVD-Verleih-Service Lovefilm sukzessive in den Hintergrund rückte und das Online-Versandhaus mittlerweile eigene Serien und Filme produziert. Damit rückt man vor allem Streaming-Services wie Netflix und Hulu auf den Pelz. Mit den sogenannten „Video Shorts“ soll nun auch die YouTube-Zielgruppe ein Plätzchen bei Amazon finden.

© Amazon
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Direkter Angriff auf YouTube?

How to‘s, Interviews mit Schauspielern oder einfache Reviews: Bewegtbild ist voll im Trend und längst nicht mehr nur YouTube und Facebook vorbehalten. Kurze Videoinhalte feiern ihren Einzug beim Versandhausriesen Amazon, das einen sukzessiven Ausbau seines bereits etablierten Video-Streaming-Service energisch vorantreibt. Mit neu entwickelten „Video Shorts“, also Kurzfilmen oder Einspielern, erfahren die Kunden ein noch intensiveres Shoppingerlebnis und konsumieren Produktinfos, Tipps und Tricks etc. alternierend zur jeweiligen Produktrecherche. Besonders beliebt auf Amazon: Beauty- und Schmink-Tipps in Videoform – ein Genre, dass sich auch auf YouTube seit einiger Zeit größter Beliebtheit erfreut.

Authentisch wie YouTube?

Der Schritt ist nur logisch: Das dabei nicht nur der Kunde im Vordergrund steht, sondern auch der Anbieter selbst, liegt auf der Hand. Digitale Bewegtbild-Werbung besticht als lukrative Einnahmequelle, im letzten Jahr lagen die Werbekosten für Kunden in diesem Bereich im Durchschnitt bei knapp 25 Euro (CPM – cost per thousand video impressions), was einen fünf- bis zehnfach höheren Vermarktungswert entspricht, als klassische Werbung im Netz. Bislang fehlen den „Video Shorts“ von Amazon aber nicht nur die Fans, es hapert auch an der Authentizität: Viele Videos sind nicht von Konsumenten gedreht worden, sondern von Content-Agenturen. Darüberhinaus fehlen wichtige soziale Komponenten wie zum Beispiel ein View Count, der ein Booster für die Viralität eines Videos sein kann.

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„Video Shorts“ in den nächsten Jahren

Trotz des stetig wachsenden Angebots, eine direkte Konkurrenz stellt das neue Amazon-Filmangebot für YouTube wohl nicht dar. Zu unterschiedlich sind die verlinkten Videos bzw. deren Sinn und Zweck. Durch die fehlende Uploadfunktion werden die Inhalte bei Amazon zwingend von Anbieterseite gesteuert, der Kunde wird bei seinem Shoppingerlebnis „passend zum Produkt“ per Bewegtbild begleitet. Alle Videos werden extern produziert und von Unternehmen wie Disney, Paramount, Sony oder Universal bereitgestellt. Dies garantiert eine ausreichend große Bandbreite an Themen und beinhaltet auch Musik-, Technik- und Sportvideos. Dabei gibt es durchaus Potential und Luft nach oben: Auf Amazon sind Nutzer-Rezensionen beliebt und nicht selten Kaufgrund. Wenn man hier authentische Produkttester etablieren kann, oder von Nutzern erstellten Content einbaut, kann man zumindest die Art und Weise der Rezensionen modernisieren und an YouTube-Niveau anpassen. Der Dienst ist im letzten Jahr auf der amerikanischen Seite von Amazon gestartet, ob und wann der Service in Deutschland anläuft ist offen.

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