News & views

Twitter: Steht der Dienst vor dem Umbruch?

Date Posted: 7 Oktober, 2015

Seit dieser Woche ist es offiziell: Jack Dorsey, der Gründer von Twitter, ist neuer (alter) CEO des Kurznachrichten-Dienstes. Dorsey bekleidete dieses Amt schon einmal. Jetzt kommt er zurück – ein wichtiger Zeitpunkt. Denn mit 300 Millionen Nutzer wurde das soziale Netzwerk von den großen Konkurrenten bereits abgehängt. Kann Twitter wieder Boden gutmachen und wie wird das soziale Netzwerk überhaupt von seinen Nutzern gesehen?

Twitter – jetzt ohne 140-Zeichen-Limit

Eine der am heißesten diskutierten Gerüchte aus der Twitter-Gerüchteküche ist sicherlich die angebliche Überlegung, das Zeichenlimit von 140 Zeichen zu erweitern. Bereits im August wurde das Limit zumindest bei den Direktnachrichten, die sich Twitter-Nutzer privat untereinander schicken können, aufgehoben. Zu dieser Zeit wurde noch einmal betont, dass sich das Aufheben der Limitierung nicht auf die öffentliche Kommunikation auswirken würde. Nun verdichten sich die Gerüchte, dass Twitter demnächst generalüberholt werden soll.

Das Alleinstellungsmerkmal von Twitter

Dabei ist das 140-Zeichenlimit seit jeher das Alleinstellungsmerkmal des Mikroblogging-Services. Eines, das zu Trending-Topics, prägnanten Hashtags und weiterführenden Links führte. In Twitter-Nachrichten Botschaften auf den Punkt zu formulieren, ist Kunst und Herausforderung gleichermaßen. Wie genau die Auflösung des Zeichenlimits umgesetzt werden soll, ist bislang noch unklar. Einige Branchenkenner sprechen von Super-Tweets, die das Einbinden von mehr Text ermöglichen sollen. Twitter will allerdings die Nutzerbasis ausbauen, da die Konkurrenz von Facebook und Instagram, dem Kurznachrichtendienst bereits seit einiger Zeit enteilt ist. Das mit einem solchen Vorgehen aber auch alte Nutzer verschreckt (wie am Beispiel von Heute Journal-Sprecher Claus Kleber), nimmt das Unternehmen dabei scheinbar in Kauf.

Wie wird Twitter überhaupt genutzt?

Von den über 300 Millionen Nutzern wird Twitter zum größten Teil mobil genutzt. Interessant dabei ist aber, dass gerade die Tweets, die von einem mobilen Endgerät abgeschickt werden, laut einer Studie negativer und egoistischer sind als Tweets, die vom Desktop verschickt wurden. Dafür wurden über mehrere Wochen mehr als 200 Millionen Tweets analysiert und nach bestimmten Schlüsselwörtern untersucht. Am Nachmittag, sowie am Wochenende werden dabei die meisten positiven Tweets abgesendet.

Cute twitter bird tweeting a message.
© Groenning

Kann Twitter weiter wachsen?

Im Vergleich zum Vorjahr ist Twitter um 15 % auf 316 Millionen Nutzer angewachsen. Ein Wert mit dem Neu-CEO Jack Dorsey nicht zufrieden ist und mit dem sich die Änderungsüberlegungen rechtfertigen lassen. Gerade durch Hashtags in Fernsehsendungen oder in Werbung kann man annehmen, dass die breite Bevölkerung durchaus weiß, was Twitter ist. Doch vermutlich ist der Nutzen von Twitter vielen noch nicht klar – gerade weil man sich bei Twitter oftmals nicht mit Menschen aus seinem Bekanntenkreis verbindet, sondern man nach Gleichgesinnten aus den eigenen Interessenfeldern verbinden kann. Vielleicht ist gerade die Aufhebung des Zeichenlimits die Veränderung, die Twitter benötigt, um neue Nutzer zu erreichen. Fest steht aber auch, dass gerade langjährige Twitter-Nutzer das nicht ohne Murren akzeptieren werden.

Share this
arrow_upward