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Das Titanic Prinzip – oder: Wie weit rechtfertigt der Erfolg jedes Mittel?

Date Posted: 20 Juli, 2012

Aus gegebenem Anlass und als jemand, der selber tagtäglich vor dieser Herausforderung steht,  wollen wir uns heute einmal mit dem schmalen Grat zwischen Polarisierung, Provokation und Geschmacklosigkeit befassen.

Ein wichtiges Thema für jeden Kommunikator und unglaublich wichtig für diejenigen, die sich als Ziel gesetzt haben, die Diskussion zu fördern, Position zu beziehen und Profil zu entwickeln.

Wie weit kann ich gehen, mit meiner Meinungsäußerung, wann ist es nur frech und wann wird’s geschmacklos und verletzend? Ist der größte Fehltritt manchmal eine geniale Idee, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, Dialog zu provozieren und mich auf meine ganz eigene Art zu präsentieren. Oder wird dieser vielleicht nie verziehen und verspielt nachhaltig die Reputation.

Unseren Communicartoon heute haben wir das „Titanic Prinzip“ genannt, natürlich mit Blick auf den aktuellen Papst-Skandal. Aber auch wenn es den nicht gäbe, fielen uns wahrscheinlich hundert perfekte Kommunikationsbeispiele und –kampagnen ein, die präzise genau auf der Trennlinie zwischen geschmacklos und entwürdigend vs. blitzgescheiter Provokation marschieren. Und genau diese Beispiele sind es dann eben auch, die ein guter Kommunikator kennen sollte, um daraus auch für sich ein Gefühl zu entwickeln, wie weit er gehen kann. Denn Kommunikation hat neben gelerntem Handwerkszeug vor allem was mit Erfahrung zu tun.

Denn bei aller Vorsicht und Sensibilität gilt es eben auch, trotzdem noch Profil zu beweisen. Denn nur wer sich traut, Ecken und Kanten zu haben, wird erkannt – und an den erinnert man sich. Wer aalglatt ist, kann nur schwer polarisieren, ist schnell austauschbar und wird sich schwertun, wiedererkannt zu werden.

Und noch ein Kommentar zum Abschluss: Die Aufmerksamkeit für Titanic, die aus dem aktuellen Skandal entsteht, ist sicher schwer in Gold aufzuwiegen,

Aber alle moralischen Aspekte bei Seite gelassen, solche Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass jeder Kommunikator bereit sein sollte,  Position und Stellung zu beziehen, damit natürlich das Risiko eingeht zu polarisieren, aber gerade auch so aus der Masse hervorstechen wird.

Denn: „Wer mitten reintritt, kommt am weitesten“, oder?

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