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The Dash: Der Kopfhörer der Zukunft / Die Kommunikation der Zukunft?

Date Posted: 27 Februar, 2014
Bild: Bragi

Der aktuelle Crowdfunding-König kommt aus Deutschland. Er residiert in München und hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Das Start-up Bragi möchte den „den Kopfhörer der Zukunft“ entwickeln. Knapp 2,5 Millionen Euro hat das Projekt über die Plattform Kickstarter bis dato schon gesammelt. Wer sich – wie ich – fragt, was dieses Konzept von Technik-Projekten  im Allgemeinen und von Kopfhörer-Ideen im Speziellen unterscheidet, bekommt schnell heiße Ohren: „The Dash“ – so der Name des Kopfhörers, ist definitiv mehr als ein Kopfhörer: es ist Musikplayer, Fitness-Tracker und Mini-Computer in einem. Das alles in zwei kleinen, kabellosen Ohr-Knöpfen. Es handelt sich um die weltweit ersten „Wireless Smart-Headphones“. Klingt futuristisch? Ist es auch.

Kopfhörer der Zukunft: vielseitiger Wegbegleiter

Bild: Bragi

Das fertige Produkt soll all die Funktionen, die ich in meinem Alltag heute schon nutze, optimal vereinen: beim Sport, in der Freizeit, beim Bahnfahren oder auf Flugreisen. Beginnen wir mal beim Sport: Gehe ich Laufen, trage ich mein Smartphone immer bei mir. Zum einen liefert es mir Musik – doch da sind noch diese lästigen Kabel. Okay, ich könnte auch Bluetooth nutzen, doch so richtig gut klingt das nicht. Bragi verspricht kristallklaren, kabellosen Sound anhand von bis zu 1.000 gespeicherten Songs.  Zum anderen liefert mir mein Smartphone per Fitness-App Daten über meine Geschwindigkeit, meine Position und Laufstrecke. Will ich während des Laufs noch meine Plusfrequenz erfahren, muss ich mir zusätzlich einen Plusmesser um die Brust schnallen. Umständlich. The Dash sagt mir: Vergiss‘ all das – ich liefere dir all diese Funktionen ohne Zusatz-Hardware. Die beiden Knöpfe in meinen Ohren messen nicht nur meinen Puls – sie liefern mir auch Daten zum Sauerstoffgehalt in meinem Blut. Sportsfreunde wissen: Hier wird wirklich die Kondition gemessen. Sollte dieses Vorhaben wirklich klappen, wird das Training für Millionen Hobby-Sportler noch effektiver. Übrigens: The Dash soll auch mit meinem Smartphone harmonieren und wasserdicht sein.

Es wird aber noch interessanter. Jeder kennt die Situation: Ich laufe mit neuer Musik auf den Ohren durch die Stadt, bin mitunter so abgelenkt, dass ich beinahe vor das nächste Auto laufe. Mit the Dash soll es möglich sein, Umgebungsgeräusche gezielt zu verstärken, ohne den Klang der Musik zu verfälschen. Die hupende Großstadt soll ich also trotz Musik voll wahrnehmen können. Auch das Gegenteil soll funktionieren: Will ich im Flieger meine Ruhe haben, stelle ich einfach die Umgebungsgeräuschisolation ein.

Übertragung per Kno­chen­schall

Im Dash soll zudem ein Ear Bone-Mikrofon verbaut sein – also Übertragung per Kno­chen­schall. Klingt nach Science-Fiction und sieht auch so aus, denn im ersten Produktvideo fahren zwei Biker hintereinander her und kommunizieren wie per Funk miteinander.

Keine Frage – The Dash ist eine Vision. Und wie viele Menschen diese teilen, zeigt der Erfolg der Kickstarter-Kampagne. Im Endeffekt wird es aber ähnlich sein, wie bei Google Glass oder anderen Wearables Hier ist nicht unbedingt Marketing nötig, sondern Aufklärung. Jeder, der wie ich neue Technologien liebt oder einfach eleganter und bedienungsfreundlicher seine Liebe zu Sport, Musik und digitalem Lifestyle ausleben möchte, wird an The Dash nicht vorbei kommen. Es wird aber genug Menschen geben, die in Geräten wie The Dash wieder mit diffusen Ängsten verbinden. Knöpfe im Ohr, die aufgrund ihres Könnens und ihrer idealen Passform nicht mehr herausgenommen werden, klingen wie optimale Überwachungsinstrumente. Lob an Nikolaj Hviid. Er ist nicht nur die federführende Person hinter dem Projekt, sondern startet in vielen Interviews, die bezüglich The Dash mit ihm geführt wurden, in die richtige Richtung: Hviid weist selbst daraufhin, dass diese neue Technik nicht ständig getragen werden soll. Das sollte das Ziel der hinter The Dash stehenden Kommunikation sein: Ängste nehmen, Stärken betonen, Vertrauen schaffen.

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