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Stern.de vertieft die Blogger-Relations: Der Durchbruch für Blogger in den klassischen Medien?

Date Posted: 12 Dezember, 2013
wildcard-Screenshot: Stern.de

Blogger gewinnen immer mehr an Bedeutung. Eine Tatsache, die auch im Jahr 2013 viel zu wenig in Unternehmenskreisen die Runde macht. Der gute und vor allem stetige und enge Kontakt mit Bloggern, gehört seit geraumer Zeit zu den Grundpfeilern der Philosophie von wildcard communications. In unserem hauseigenen Blog ist sowohl der Corporate Blog als auch die Blogosphäre ein stetig wiederkehrendes, weil wichtiges Thema im Bereich Unternehmenskommunikation. Zwar wird die Blogger-Szene weltweit zunehmend größer und verzeichnet immer mehr Leser, wie beispielsweise aktuelle Zahlen von WordPress belegen – der Durchbruch und vor allem die entsprechende Akzeptanz im Vergleich zur klassischen Journalistik fehlt in Deutschland aber bislang. Dabei sind 1,8 % der 73 Mio. WordPress-Blogs in deutscher Sprache verfasst. Es gibt allerdings immer mehr Anzeichen für einen Wandel.

Blogging: Journalismus 2.0

Es ist eine Meldung für das Blogger-Herz. Der Stern, eine der Institutionen unter den klassischen Meinungsmedien in Deutschland, setzt zukünftig vermehrt auf den Einsatz von Bloggern. In Zusammenarbeit mit Stern-Redakteuren sollen Autoren auf insgesamt 13 unterschiedlichen Blogs zu gesellschaftlich relevanten Themen beziehungsweise dem eigenen Spezialgebiet zu Wort kommen. Die unter der Bezeichnung „stern-Stimmen“ vermarkteten und zielgerichtet von der Chefredaktion ausgewählten Blogger, bekommen für ihre Tätigkeit zudem eine monatliche Pauschalvergütung, deren Höhe allerdings noch nicht öffentlich bekannt ist. Damit grenzt sich der Stern in seiner Blogger-Zusammenarbeit bereits von der Huffington Post ab, welche ihre Blogbeiträge nicht mit barer Münze honoriert. Das Geschäftsmodell der Huffington Post sieht die eigene Seite als Sprungbrett für Blogger, deren Reichweite einer Steigerung bedarf. Im weiteren Verlauf der Initiative planen die Verantwortlichen des Sterns eine kontinuierliche Steigerung des Blogangebots auf rund 40 Blogs und erkennen, dass „eine pauschalisierende Geringschätzung der Blogosphäre seitens klassischer Medien“ nicht mehr zeitgemäß sei, so die stellvertretende Chefredakteurin Anita Zielina im Interview mit kress.de. Von einer Wachablösung des klassischen Journalismus durch den Blog spricht beim Stern allerdings noch niemand. Die Blogosphäre wird eher als wichtige Ergänzung des bestehenden Journalismus angesehen

Eine Einschätzung, welche zwar die Stellung der Blogger im Hinblick auf klassische Medien verbessert, jedoch die aktuelle Leistung und Reichweite eines Blogs nicht ganz erfasst. Blogger bestechen aufgrund der themenbezogenen Leidenschaft und Affinität häufig durch eine tiefer gehende Expertise im Gegensatz zum klassischen „Berufsschreiber“. Sie investieren oftmals mehr Zeit in die Recherche des nächsten Blogthemas und verschaffen sich so ohne Zeitdruck einen intensiven Einblick in die Materie, bevor darüber berichtet wird. Genau diese Hingabe ist es, welche die in der Vergangenheit oft belächelte Bloggerszene von der auf Ressourceneinsparung und Anzeigenkunden bedachte Presse abgrenzen kann und bedeutsam macht.

Blogging als Mehrwert-Lieferant

Ein weiterer, wichtiger Faktor des Bloggings ist die Vernetzung und die damit verbundene Reichweite. Blogger nutzen Social-Media-Kanäle, um ihre Texte möglichst vielen Lesern zugänglich machen zu können und erzeugen damit einen enormen Traffic rund um die einschlägigen Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram oder Tumblr. Der sichere und erfahrene Umgang mit den Möglichkeiten des Internet-Zeitalters macht Blogger zu wichtigen Multiplikatoren eigener Inhalte. Darum ist der enge Dialog mit Bloggern von der Bedeutung her auf einer Ebene mit dem der klassischen Medienarbeit anzusiedeln, da sie als moderne Meinungsmacher mit hohem Sachverstand und teils exorbitant hoher Reichweite angesehen werden können. Leser verlassen sich mittlerweile vermehrt auf die Einschätzungen ihrer bevorzugten Blogger. Gerade die subjektive Berichterstattung ist dabei ein großer Identifikationsfaktor. So werden jene Blogger abonniert, die sich aktuellen Themen als eine authentische Stimme annehmen und Themen inspirierend in ihre Lebenswelten einordnen und eben nicht von der Objektivität und der Neutralität gehemmt werden.

Somit bleibt festzuhalten, dass Blogger nicht nur als simpler Kommunikator zwischen Unternehmen und Zielgruppe dienen. Vielmehr sind sie als beschleunigendes Element hinsichtlich des Inhalts zu betrachten. Diskussionen werden eingeleitet, über alle aktuellen Kanäle gestreut und der größtmöglichen Zielgruppe zugänglich gemacht. Der Stern hat die Wichtigkeit von Blogger-Relations erkannt. Die in der Zukunft angepeilte Zahl von insgesamt 40 Blogs auf der Homepage des Mediums ist gerechtfertigtes Zeichen in Richtung Blogosphäre. Nach und nach erkennen nun auch traditionelle Medien, dass Blogger keine Randgruppe, sondern wichtige Meinungsmacher sind, die in Zusammenarbeit mit klassischen Medien den Lesern einen echten journalistischen Mehrwert liefern können. So könnten ausgerechnet Blogger vielleicht einen der Schlüssel aus der Misere des Traditions-Journalismus darstellen.

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