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Social Media Trendmonitor: 75 Prozent der Pressesprecher sind nicht zufrieden

Date Posted: 24 April, 2013

Der jüngste Social Media Trendmonitor ergibt laut Werben & Verkaufen, 75% der Pressesprecher seien mit dem Einsatz von Social Media nicht zufrieden, basierend auf eines aktuellen Trendmonitor von Faktenkontor und der dpa-Tochter newsaktuell unter 1.470 Fach- und Führungskräften.

Zwei Dinge möchte ich hier ansprechen:

1. Die reißerisch negative Formulierung des Artikeltitels. Schaut man auf die zur Verfügung gestellten Daten, so lese ich es nämlich etwas anders: 13% der Pressestellen seien voll umfänglich zufrieden mit dem Einsatz ihres Unternehmens in Social Media, während sich für 64% die Erwartungen teilweise erfüllt haben. Zusammengezählt geben dann  77% der Pressestellen an, ihre Erwartungen teils bis gänzlich erfüllt zu sehen.

Nun, diesen Punkt mag man noch unter journalistischer Titelzuspitzung verbuchen, obwohl ich persönlich meine, dass es den Eindruck sehr verzerrt.

2. Mein persönlicher Moment des Oha folgt aber diesem Inhalt (Zitat):  „Nur 19 Prozent gaben an, dass Pressemitteilungen ihres Unternehmens im Social Web „große Interaktionen auslösten. Ein Jahr zuvor waren es noch 27 Prozent.“

Es gibt unter 1000 Pressesprechern also 190, die an Pressemeldungen als Maßnahme der Wahl für mehr Interaktion glauben.

Die sollen sich bitte gleich zusammentun mit den Marketing-Managern die glauben, ihr fürs TV gedrehter Werbespot fände reißenden Anklang, wenn er erst mal auf YouTube hochgeladen sei.

Die Anderen bedenken Ihre eigene Erfahrung:  dass kein Journalist (und an den wenden sich ja die Pressemeldungen) bereit ist, auf eine über Social Media verbreitete Pressemeldung in die Interaktion zu treten. Vielleicht wird man sie konsumieren, wenn sie beispielswiese auf einem Newsroom oder via Twitter zu finden ist, aber darüber öffentlich zu diskutieren, Fragen zu stellen, sie zu liken oder gar zu teilen, wird nicht passieren. Wer das glaubt, der MUSS einfach enttäuscht sein von seinem Einsatz in Social Media. Der hat aber auch die falschen Erwartungen gehegt. Und übersieht die wahren Potentiale: nämlich sehr unmittelbar zu erfahren, was der Kunde denkt und wünscht – und zwar mit und ohne den Meinungsmittler Journalist.

Meine Empfehlung lautet:

Beginnt mit Eurer Zielsetzung. Wenn diese (u.a.) Interaktion lautet, dann lasst Euch darauf ein zu ergründen, wer Eure Zielgruppe ist, wo (also auf welchen Plattformen, Netzen etc.) ihr sie findet und was sie dort von Euch erwarten.

Wenn Ihr das wisst, dann schaut, lauscht, lernt ein Weilchen die Sprache, Themen, Argumente und legt erst dann los.

Fazit: es gibt noch jede Menge Mythen, die wir als PR-ler im Kontext der Nutzung von Social Media ausradieren müssen. So der Mythos, jeder Inhalt wirke auf allen Plattformen gleichermaßen und würde dort von allen Nutzern auch gleichermaßen begrüßt werden, #nicht.

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