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Social Media Richtlinien: Wenn der CEO privat twittert…

Date Posted: 18 Mai, 2012
Warum Unternehmen Social Media Richtlinien brauchen, selbst wenn der Umgang mit sozialen Netzwerken beruflich verboten ist:

Die aktuelle BITKOM Studie zeigt auf: Social Media als Kommunikationskanal hat sich bereits bei knapp der Hälfte (47 Prozent) aller Unternehmen in Deutschland etabliert. Umso erschreckender finde ich, dass gemäß dieser Studie erst jedes fünfte Unternehmen, das in den sozialen Netzwerken aktiv ist, seinen Mitarbeitern interne Social Media Guidelines zur Verfügung stellt.

Vermutlich sieht es in Sachen Social Media Guidelines bei der anderen Hälfte der Unternehmen noch düsterer aus. Aber warum? Meinen jene, die gar nicht erst aktiv sind, denn, man müsse sich um derlei nicht kümmern? Einfach, weil Social Media noch nicht offiziell auf der Tagesordnung steht?  Vor diesem Gedanken warnen wir ausdrücklich,  denn in einer sich immer schneller bewegenden und sich fortlaufend verändernden Umgebung braucht es Handlungskorridore für mehr Sicherheit und Verlässlichkeit.

Hier sind Unternehmen deutlich stärker als früher gefordert, Leitplanken einzufügen, allen voran Social Media / Digitale Regeln für ein partnerschaftliches Miteinander. Gerade Mitarbeiter ohne Social-Media-Erfahrung brauchen Richtlinien, die ihnen beim Umgang mit ihrer Web-Identität helfen. Vertrauen ist schließlich gut, definierte und aktivkommunizierte (!) Richtlinien sind besser.

Wenn Sie Corporate Communications Beauftragter sind, oder das Thema interne Kommunikation vorantreiben, wenn Ihnen die Reputation Ihres Arbeitgebers und Ihres Arbeitsplatzes etwas wert sind, dann versuchen Sie einmal Antworten auf die folgende kleine Selektion an Fragen, zu geben:

Welche privaten Details darf man auf Facebook, YouTube, Bewertungsportalen oder Fachforen denn eigentlich einstellen?

Ist es OK, wenn der CEO private Party-Fotos via Twitter verbreitet?

Inwiefern soll und darf man Firmenentscheidungen online bewerten?

Kann ich als Privatperson eine andere Haltung äußern, als mein Arbeitgeber?

Wie gehen Sie in diesem Zusammenhang eigentlich mit Ihrem CEO und dem Top-Management um?

Repräsentieren diese Ihr Unternehmen in den Kanälen ebenso wie in den klassischen Medien, auf Veranstaltungen oder auf den Fluren?

Denn seien Sie sicher: Wer auf Top-Ebene in sozialen Netzwerken kommuniziert,, aber eben privat, muss sich im Klaren darüber sein, dass für Außenstehende ganz schnell sichtbar wird wer sich hier wie zu welchen Themenäußert. Das kann gutgehen –  oder aber der Anfang einer investigativen Geschichte für die Medien oder der Startpunkt einer Wutwelle zorniger Kunden sein.

Gleiches gilt für Mitarbeiter, die sich privat im sozialen Netz tummeln – selbst wenn es vom Unternehmen verboten wurde. Denn es gibt zwei Komponenten, die heute deutlich stärker Einfluss auf die Situation nehmen als noch vor einiger Zeit. Die erste hat damit zu tun, dass bereits 37% mobil ins Internet gehen – und deren Lieblingsbeschäftigung ist der Besuch von sozialen Netzwerken. Das tun sie privat und teils auch während ihrer Arbeitszeit. Über ihr privates Handy. Damit greifen technische Sperren gar nicht erst.

Und die zweite Komponente hat mit mangelndem Unterscheidungsvermögen der Nutzer zu tun, denn vermeintlich Privates ist  – und bleibt – im Internet eben nicht zwangsläufig privat.

Wenn sich Ihr Puls beim Lesen dieser Zeilen nicht erhöht, weil in Ihrem Unternehmen bereits alles geregelt wurde und Guidelines beschlossen und kommuniziert wurden: Gratulation, alles richtig gemacht.

Alle übrigen haben nun einen Auftrag: Setzen Sie Social Media Guidelines als Thema auf die Agenda des Unternehmens. Auch und gerade in Unternehmen, in denen qua Verbot der Umgang nicht offen besprochen oder gar eingeübt wird.

Denn unsere Erfahrung zeigt: Mitarbeiter kommunizieren in sozialen Netzwerken, no matter what. Und das per se ja nichts Schlechtes. Oder?

 

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