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IFA 2013: Smart Living – Das bisschen Haushalt macht mein Mann allein

Date Posted: 6 September, 2013
Smart Living bei LG
Bild: wildcard

Es ist genau ein Jahr her – da bloggten wir über das damalige IFA-Trendthema Heimvernetzung. In diesem Jahr lautet das Trendthema „Smart“. Genauer: Smart Home. Ein zweiter Blick verrät, dass es sich um genau dasselbe Thema handelt – es heißt jetzt in deutschen Medien nur anders. Natürlich würden sämtliche, auf der IFA vertretenen Unternehmen lieber heute als morgen mehr Smart-Geräte aller Art absetzen. Doch in den letzten zwölf Monaten lief dieser gewünschte Absatz eher schleppend. Mit zwei Ausnahmen: Smart-TVs und Smart-Phones. Auf der IFA-Eröffnungspressekonferenz wurde dem Smart-TV-Bereich eine Wachstumschance von 75 % im zweiten Halbjahr 2013 vorausgesagt. Der Smart-Phone-Markt soll nochmals um 37 % steigen. Was bedeutet das? Kommunikativ zunächst mal von den Besten lernen: Alles „Smart“ nennen – als Hinweis, dass diese Geräte mit allem und jedem vernetzt werden können. Selbst die Uhr wurde nun smart.

Oftmals zu kompliziert

Samsung WiFi Waschmaschine
Bild: Samsung

Weitere Umfragen offenbaren aber ein fundamentales Problem: Nur ein wirklich geringer Prozentsatz der Smart-TV-Besitzer nutzt wirklich alle Features des neuen Gerätes. Viele Funktionen sind viel zu kompliziert, um von allen Anwendern verstanden zu werden. Niemand liest gerne Handbücher. Die Folge ist, dass das Wort „Smart“ in der Öffentlichkeit zur leeren Worthülse werden könnte. Hier sollte kommunikativ gegengesteuert werden. Um all die Waschmaschinen, Wäschetrockner, Spülmaschinen, Öfen oder Kühlschränke als echten Mehrwert kommunizieren zu können, müssen die Menschen leicht begreifen, wie es klappt und was es wirklich bringt. Ich war bei diversen Herstellern und ließ mir erklären, warum ich nun gerade eine Waschmaschine brauche, die ich per DLC zum einen „Silent Night“-Waschmodus aufrüsten kann. Oder eine, die ich vom Büro aus steuern kann. Die Vorteile erkenne ich definitiv – aber so richtig klar wurde mir das erst, als ich selbst Hand anlegte. Mir war dabei egal, wie stark der Schleudergang ist oder in welchem WLAN das Gerät funkt. Ich war von der Haptik fasziniert, genauso wie vom Aussehen der Geräte. Küchen werden in einigen Jahren aussehen, als seien sie direkt einem Star-Trek-Film entsprungen. Man muss es selbst erleben und ausprobieren. Die smarte Eroberung der Küche wird maßgeblich über authentische Anwenderwenderberichte, wie sie etwa Blogs liefern können, funktionieren. Einen Smart-Oven zu nutzen, darf keine Arbeit mehr sein – es muss cool und trendy wirken.

So spült man heute bei LG
Bild: wildcard

Das Wohnzimmer ist längst vernetzt. Jetzt kommt die Küche

Ja, die Eroberung neuer Zielgruppen ist realistisch! In Deutschland existieren immer mehr Singlehaushalte. Entsprechend gibt es hier ein enormes Potenzial, Single-Männer von „weißer Ware“ zu überzeugen. Wobei „weiße Ware“ kein passender Begriff mehr ist. Die neuen Spülmaschinen sind komplett aus Glas, sie besitzen Unterbodenbeleuchtung und sind per App zu bedienen. Waschmaschinen sehen aus, wie aus Science-Fiction-Filmen und auf Kühlschranktüren können YouTube-Videos geschaut werden. Das Design ist extrem edel: Schwarz, Silber oder Edelstahl. Geräte, die das Potenzial haben, ins Interesse der Kumpels zu rücken, wenn diese zu Besuch sind.

Smart Living“ könnte mit seiner Befriedigung des männlichen Kontrollimpulses ein echtes Männerthema werden. Das gilt es entsprechend zu kommunizieren: die Waschmaschine nicht benutzen – sie kontrollieren. Immer wieder upgraden und daran herumbasteln. Männermagazine ansprechen und Tech-Blogger kontaktieren. Bei der weiblichen Zielgruppe zählt hingegen der Zeit-Spar-Aspekt, den viele Geräte übrigens neben einem nicht zu unterschätzenden Umweltfaktor liefern. Mit Eco-, Urlaubs oder Sensor- und Ionisierungstechnologie soll die Küche der nächsten Generation die Umwelt massiv entlasten. Die Technik ist also da. Nun gilt es, sie den Zielgruppen perfekt zu erklären.

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