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Über SEO und die Macht des guten Textens: Es lebe der ernstgemeinte Inhalt!

Date Posted: 6 Juli, 2012

 

Ein kleiner Beitrag, der SEO nicht verteufelt, aber die sklavische Nutzung von möglichst vielen Suchbegriffen – egal um welchen Preis – einmal in Frage stellen will.

Grundsätzlich fällt mir auf, dass der „ganz normale“ Leser von Texten, Aufsätzen und Blogbeiträgen vor allem den Inhalt und die Aussagen analysiert und diese gerne auch weitererzählt oder empfiehlt. Hingegen lobt der „Onlineexperte“ eher die Beachtung von SEO-Regeln und analysiert, ob die für die Index-basierte Suche relevanten Wörter eingebaut sind [leider eben auch häufig erst einmal unabhängig davon, wie sinnhaft das dann eigentlich ist].

Einem leidenschaftlichen „ganz normalen Leser“ mit seinem subjektiven Kommunikationsempfinden, drängen sich dabei natürlich einige Fragen auf, die jeden Online-Verantwortlichen in Unternehmen auch interessieren könnten:

1. Frage: Wonach wird denn nun der Inhalt entschieden und ein Text aufgebaut?

Ich denke, im Idealfall ist die Ausgestaltung von Content sowohl für eine Index-basierte Suche (Google) als auch für eine semantische Suche (Mensch / Social Media) tauglich.

Die Kunst dürfte darin bestehen, in dem jeweiligen Text die für den Index relevanten Wörter einzuarbeiten und gleichzeitig eine sinnhafte (semantische) Botschaft zu transportieren.

Das Ziel ist also, einerseits von den Suchmaschen erfasst zu werden und andererseits immer noch einen gut verständlichen, lesbaren, aussagekräftigen Text schaffen. Klingt banal, aber ein großer Teil professionell aufgezogener Seiten erfüllt meiner Ansicht nach nur die erste Anforderung.

Vergliche man das mit Print, so hätte man einen irrsinnigen Haufen an Büchern, in denen nur Nonsens drinsteht bzw. in denen äußerst flache Bretter gebohrt werden.

Hier ein guter Tipp für den Website-Verantwortlichen: Lesen sie noch einmal ganz genau nach, was da eigentlich steht. Die Frage ist nämlich, ob ihre Website nur von Google gefunden wird, oder sich auch erschließt was drinsteht, wenn ein Fremder sie lesen würde.

Einfacher Trick: Kopieren Sie sich den Text auf ein weißes Blatt und versuchen ihn dort zu lesen. Wenn Sie selber noch verstehen, was drinsteht, und nicht gelangweilt nach 20 Sekunden schließen, könnte es gut sein.

Bei den Social Media Kanälen kommt für den Text dann noch ein weiterer Aspekt hinzu. Es gilt nicht nur: „Kann ich den Text zwischen den Index-relevanten Wörtern verstehen? Sondern auch: „Wäre jemand bereit, diesen auch gerne zu teilen“ – also spricht die Headline den Leser an, klingt die These interessant?

2. Frage: Wie sehr leidet der eigene Schreibstil und Charakter des Textes denn unter der Herrschaft von Suchmaschinen?

Das hängt wohl von der Güte des Texters ab. Ein versierter Schreiber wird auch die ständige Wiederholung von Suchbegriffen in einen Text einbauen können, ohne dass der robotische Qualitäten annimmt. Wenn der Texter aktuelle SEO-Regeln (die ändern sich ja laufend) beherrscht, umso besser. Unternehmen tun also wahrscheinlich gut daran, jemanden schreiben zu lassen, der die entsprechenden Hard Skills (Text *und* Technik) vorzuweisen hat. Gewiss greift auch genau an der Stelle das Argument für die Unterstützung durch Kommunikationsagenturen und professionelle Textern. Denn wenn jemand hauptberuflich kommuniziert und textet, gestaltet er die Kommunikation nicht für sich selbst, oder die Leute, die er kennt, sondern für jede Art anonymer Adressaten (aka Zielgruppen).

Also: der Texter/Blogger/Onliner muss sich heute nicht selbst aufgeben, und womöglich einen Text nur noch so schreiben, dass er den Suchmaschinen gefällt. Möglicherweise ist es ja eine sehr spannende Erfahrung, sich kurz auf die „andere Seite des Bildschirms“ zu begeben und sich das Suchmuster von Lesern (und nicht Maschinen) vorzustellen.

Damit wird der eigene Text auffindbarer und wenn er gut und verständlich geschrieben ist, wird er gewiss auch gerne geteilt werden.

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