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Samsung Galaxy Glass: Premiere auf der IFA?

Date Posted: 31 Januar, 2014
Datenbrillen: Kommunikativ kein leichtes Thema.

Wearables liegen im Trend. Zahlreiche Konzepte rund um digitale Accessoires für das Handgelenk waren eines der taktgebenden Themen der diesjährigen CES in Las Vegas. Doch wie es aussieht bleibt die Peripherie zukünftig nicht nur am Handgelenk. Nachdem Google mit seiner Datenbrille „Glass“ schon längere Zeit in aller Munde ist, stößt der südkoreanische Elektronikhersteller Samsung eventuell noch dieses Jahr in den Datenbrillen-Markt vor.

Galaxy Glass: unterstützend statt autark

Nach Informationen der Koreatimes plant Samsung sowohl die Vorstellung der Datenbrille für den Zeitraum der Internationalen Funkausstellung 2014 im September. Eine Veröffentlichung soll noch im Jahr 2014 erfolgen. Das Unternehmen möchte damit den Vorteil nutzen, als einer der ersten Player einen großen Impact auf dem Datenbrillen-Markt zu erreichen. Anders als Googles Pendant soll Galaxy Glass nur in Verbindung mit einem Smartphone funktionieren. So werden Inhalte wie Kurznachrichten, Anrufe oder Benachrichtigungen per Bluetooth-Verbindung vor dem Auge des Brillenträgers eingeblendet. Damit wird das Konzept der Daten-Uhr Galaxy Gear aus dem Hause Samsung allem Anschein durch das Brillenmodell weiter ausgebaut. Samsung ist damit der aktuellste Hersteller auf der Liste jener Unternehmen, die sich auf dem Datenbrillen-Markt etablieren wollen. Auf der CES stieß beispielsweise Sony jüngst mit dem Konzept „SmartEyeglass“ hinzu. Die Datenbrille soll zunächst vor allem für Zusatzinformationen während Fernsehübertragungen wie großen Sport-Events genutzt werden. Wahrscheinlich ist, dass Sony wohl den Zeitraum der Fußball-Weltmeisterschaft im Juni in Brasilien für die der Brille anstrebt.

Google Glass: stimmiges Gesamtkonzept

Die wohl größte Herausforderung für Samsung wird es sein, Google Glass ein konkurrenzfähiges Produkt entgegen zu setzen. Die voraussichtlich im Herbst dieses Jahres erscheinende Datenbrille des amerikanischen Konzerns kann auf jahrelange Entwicklung sowie eine lange Testphase aufbauen. Basierend auf den ersten ans Licht gekommenen Details über Samsungs Lösung scheint Google Glass in Sachen Features und Bedienbarkeit noch einen Vorteil gegenüber Galaxy Glass zu haben. Dank einem internen Speicher von 16 Gigabyte können Aufnahmen wie Bilder oder Videos direkt auf der Brille gespeichert werden. Dank einem Touchpad an der Bildschirmseite der Brille sowie einer intuitiven Sprachbedienung scheint für Google Glass die Bezeichnung „Zusatzperipherie“ bereits vor Release nicht angemessen. In einem ersten Praxistest von SPON zeigte die Datenbrille bereits Mitte 2013, zu was sie fähig ist. Zudem wird Google Glass zunehmend alltagstauglicher und damit auch immer mehr zum Lifestyle-Produkt. Anfang dieser Woche veröffentlichte Google zudem neue Produktfotos, auf denen insgesamt sieben Brillenfassungen abgebildet waren. Neben der Möglichkeit nun auch den normalen Look einer Brille mit Google Glass kombinieren zu können, dürften sich Interessenten mit Sehschwäche darüber freuen, dass die Datenbrille nun auch für sie infrage kommt. Die Fassungen können nämlich endlich auch mit Brillengläsern in der passenden Stärke bestückt werden.

Im Kampf um den Endkunden für Datenbrillen dürfte aller Voraussicht nach zumindest zu Beginn Google die Nase vor der Konkurrenz aus Japan und Südkorea haben. Das gebotene Gesamtpaket und die gesammelten Erfahrungswerte sprechen für Google Glass als vorläufigen Vorreiter des Segments. Allerdings sollte man den Erfindergeist seitens Samsung oder Sony nicht unterschätzen. Gerade Samsung bewies bereits auf dem Smartphone-Markt, dass es nur ein wenig Zeit und gute Ideen braucht, um der vermeintlich übermächtigen Konkurrenz aus Amerika ein echter Dorn im Auge zu werden. Wir sind jedenfalls gespannt auf die Veröffentlichung der ersten Datenbrillen und freuen uns auf die Computer-Nasenfahrräder.

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