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Regionalzeitungen als Türöffner für die Paywall?

Date Posted: 29 Mai, 2013

Dass die Zukunft des Journalismus online zusuchen ist und die Wachstumsmöglichkeiten für Tageszeitungen im Print-Bereich eher gering sind, ist keine Neuigkeit. Folglich suchen die Verlage nach einer Möglichkeit, ihre Inhalte auch online gegen durch ein Bezahlmodell an den Leser zu bringen. Wie die vor kurzem vom Spiegel, RP Online und der FAZ einberufene Aufforderung, seine Adblocker im Internet zu deaktivieren und damit die Website für Werbekunden interessanter zu machen, sind gescheitert. Werden die Verlage jetzt nach und nach aussterben? Eine aktuelle Studie der Agof belegt allerdings, dass es sehr wohl Möglichkeiten gibt, mit einer „Paywall“ erfolgreich zu sein.

Klar, weltweite News bekommt man im Internet überall – auch kostenlos. Aber was ist, wenn ich wissen möchte, was in meiner Stadt oder in meinem Stadtteil vor sich geht? Diese Informationen sind im Internet meist schwer zu bekommen. Nur die lokalen Tageszeitungen bieten umfassende Informationen zu den direkten Nachrichten im eigenen Wohngebiet. Kein Wunder also, dass die Agof ganze 23,1 Mio. Nutzer zählt, die monatlich auf den lokalen Websites regionaler Abozeitungen aktiv sind. Besonders die junge Generation, die mit dem Internet groß geworden ist, nutzt dieses Angebot. Zwei Drittel der 14-29-jährigen lesen ihre Nachrichten bereits online. Was bedeutet das für PR und Kommunikation? Auf jeden Fall nicht der Vermutung zu verfallen, die klassischen (regionalen) Tageszeitungen auszusparen. Im Gegenteil: Für diese Medien müssen Storys geschaffen werden. Storys, die nicht über kostenlose Newsticker zu lesen sind. Storys, deren redaktionelle Bearbeitung Bezahlmodelle gegenüber dem Leser rechtfertigt. Daher: In jeden guten Kommunikationsplan gehören regionale Tageszeiten.

Perfekte Bedingungen also, um ein ansprechendes Abo-Modell zu präsentieren, das zum einen fair und für ein lokales Publikum optimiert ist. Zudem wissen die Leser, Inhalte ihrer favorisierten oder lokal bekannten Zeitung zu schätzen, andererseits wollen sie ihre News allerdings bequem online lesen, als ein Zeitungsabonnement einzurichten. Im Internet zählt also dasselbe, wie im Fernsehen oder auch in den Tageszeitungen: je näher am Leser, desto besser. Zeit, diese Erkenntnis In Geld umzusetzen, um Redaktionen anständig zu finanzieren.

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