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Ganz auf Krawall-PR gebürstet: Heino und der Rockerkrieg

Date Posted: 25 Januar, 2013

Die bunte Welt der Krawall-PR ist um eine schwarz-braune Haselnuss reicher: Da schreibt doch die BILD, Rammstein sei es aufgrund des Heino-Covers von „Sonne“ „zum Kotzen, ja gerade zu zum Erbrechen übel“. Was die „Rolling R-Rocker“ auf ihrer Facebook-Seite kommunizieren, klingt aber so gar nicht brüskiert. Aha! Wer steckt da mit wem unter der PR-Decke? Eigentlich egal, denn die Aktion ist maximal gelungen.

Rammstein haben mit Befremden die heutige Berichterstattung der BILD-Zeitung zur Kenntnis genommen, die Band befände sich in einer Auseinandersetzung mit Heino zu seiner Coverversion des Rammstein Titels „Sonne“. Das ist nicht der Fall. Rammstein hat sich hierzu nicht geäussert. Die im Text genannten Zitate, die der Band in den Mund gelegt werden, spiegeln ausdrücklich nicht das Meinungsbild von Rammstein wieder.

Von wegen Brechreiz – hier ist nur eine Sache viral: der Umstand, dass sich der Rammstein-Status in wahnwitziger Geschwindigkeit verbreitet. Binnen 24 Stunden wurde er über 2.500 Mal geteilt.

Ruckzuck bin ich Teil der Krawall-PR

Logisch – die Krawall-PR-Walze rattert seit gestern in alle Richtungen: Lese ich vom Rockerkrieg auf BILD, will ich natürlich sehen, was Rammstein dazu sagt. Da warte ich auf keine Pressemeldung, sondern schaue auf Facebook. Währenddessen erfahre ich, dass Heino auch die Ärzte gecovert hat. Dazu noch Peter Fox. Und, und, und… Doch so überfallartig neu ist die vermeintliche Neuigkeit gar nicht. Schon im September kam heraus, dass Heino Rammstein-Cover plant.

Doch ehe ich mich versehe, bin ich Teil des Ganzen. Natürlich will ich hören, wie diese Volksmusikverschnitte klingen. Es ist schon ein riesiger Zufall, dass Heinos Webseite punktgenau Hörproben im Angebot hat. Das finde ich mitunter so witzig, dass ich die Links wiederum teile und (unbewusst) dafür sorge, dass diese Viralität so schnell nicht endet. Der Tonträger „Mit freundlichen Grüßen – Das verbotene Album“ kletterte derweil auf Platz eins der Amazon-Album-Charts. Bei Sony Music reibt man sich derzeit bestimmt die Hände.

Rechtlich ist sowohl Heinos Coverei in Ordnung als auch die Aktion selbst. Weshalb die angeblich so verärgerten Rocker erstmal nichts machen können, führt die BILD selbst aus: „Heino nutzt ein rechtliches Schlupfloch. Solange er Komposition und Text des Original-Songs nicht verändert, können die Rocker nichts machen.“

Die „Berichterstattung“ der BILD ist sicher kein Paradebeispiel für seriösen Journalismus, aber unterhaltsam ist sie alle mal, finden Sie nicht?

 

 

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