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Pokémon GO: Augmented Reality und die Möglichkeiten in der Kommunikation

Date Posted: 22 Juli, 2016

Ein zugegebenermaßen etwas ungewöhnliches Bild zeichnet sich seit diesem Monat in Krefeld ab: Tag für Tag stehen unbekannte Gesichter, mal eine Gruppe aufgedrehter Kids, mal ein älteres Ehepaar, vor den Türen von wildcard communications und blicken erwartungsvoll auf ihre Smartphones. Kurzes Getippsel auf dem Bildschirm und schon hört man ein aufgeregtes „YES“ oder auch mal ein enttäuschtes „Mist“ durch die Straße hallen.

Der Grund für dieses Verhalten? Pokémon GO. Man könnte jetzt sagen, es handelt sich um ein weiteres Videospiel. Doch es ist so viel mehr.

Dort sein, wo die Kunden sind

Eines ist Nintendo nicht vorzuwerfen: Ein schlechtes Image. Nintendo gilt seit jeher als freundlicher Gralshüter des klassischen Videospiels: Bunt, familienfreundlich und oftmals in seinen Innovationen verkannt. Gleichzeitig galt Nintendo auch als recht konservativ – und auch stolz. Produziert wurde stets nur für die eignen Plattformen. Das reichte aber nicht. Schon seit Beginn der Nullerjahre fehlte es immer mehr am Support der Dritthersteller. Technisch gute Plattformen wie GameCube, Wii, WiiU oder 3DS fehlte es immer wieder an neuer Software. Auch die seit 1996 sehr lukrative Pokémon-Line schlief mehr und mehr ein.

Poke1

Dass Nintendo nun wieder Erfolg hat, liegt an zwei Punkten: Nintendo ging mit der stärksten Eigenmarke dorthin, wo die Kunden sind: ins mobile Gaming abseits der eigenen Handhelds. Zudem gab man die stolze Position auf, kein Software-Lieferant für fremde Plattformen zu werden. Und: Man setze auf die wohl zukunftsträchtigste Entertainment-Technologie: Augmented Reality.

Was bedeutet das für Kommunikation? Wer erfolgreich kommunizieren möchte, muss dort seine Botschaften verbreiten, wo sich die Zielgruppe befindet – auch wenn es sich dabei zunächst um Kanäle handelt, mit denen so niemand rechnete.

Es bedeutet aber auch, neue Technologien auf ihre kommunikative Tauglichkeit hin abzuklopfen. Augmented Reality bietet vor allem Zielgruppen, die sich für elektronisches Entertainment interessieren, interessante Ansätze. Denn wieso stehen all diese Menschen vor unserer Agentur?

Ein Pokéstop! 

Wir haben einen Pokéstop auf dem Balkon. Das können wir nicht beeinflussen. Hierbei handelt es sich um einen speziell markierten Punkt, an dem aufstrebende Pokémon-Trainer sich Pokébälle und andere Items mit mal mehr, mal weniger coolen Eigenschaften, abholen können. Szenen wie diese spielen sich nicht nur in Krefeld, sondern weltweit ab: Die Menschheit ist im Pokémon GO-Fieber. Spieler ziehen im realen Leben durch die Straßen und so dank GPS-Verfolgung auf den virtuellen Maps umher, fangen die Pokémon Glumanda, Raupy und Co. und können im Wettkampf Arenen erobern und für ihr Team besetzen.

Clevere Einzelhändler nutzen diesen Kunden-Magneten schon. Nicht wundern, wenn an diversen Shop-Türen der Hinweis „Wir sind ein Pokéstop“ hängt. Auch die Social Media-Kanäle von Nutella und Saturn nutzen Pokémon – mal subtiler, mal offensiver.

Es ist aber davon anzuraten, direkt den Pokémon-Hype entern zu wollen. In diesem Zusammenhang tun sich in den letzten Tagen immer wieder rechtliche Fragen auf. Wer diese ignoriert, könnte in unschöne juristische Streitigkeiten verstrickt werden.

Poke2

Man muss kein Prophet sein, um zu sehen: In den nächsten Monaten wird es viele Kopien des Spielprinzips geben. Es lohnt sich vor allem auf Digimon oder Yo-kai Watch zu achten. Aber potenziell sind natürlich alle Unternehmen dafür geeignet, die in irgendeiner Art etwas zu sammeln haben.

Pokémon GO – aktuell häufiger genutzt als Instagram

Dass Augmented Reality im Zusammenspiel mit dem richtigen Content sogar etablierten Social Media-Plattformen den Rang abläuft, beweisen die neusten Zahlen. Die Nutzungszeit der Spieler auf Android-Systemen beträgt im Durchschnitt etwa 43 Minuten, damit verdrängt Pokémon GO Instagram als bisherigen Führer dieser Auszeichnung auf Platz zwei. Auch Twitter schaut ins diesem Falle nicht besser drein, denn Pokémon GO verzeichnet täglich mehr aktive Nutzer als der Kurznachrichtendienst.

 Augmented Reality bringt zusammen

Doch Moment, wer jetzt denkt, die kleinen Taschenmonster seien nur etwas für Kinder oder Nerds, irrt: Ob 90s Kids, die ihre Nostalgie aufblühen lassen, Mütter von kleinen Kindern, die den Ausflug zum Spielplatz mit einem Arenakampf verbinden oder Halbstarke, die wenige Wochen zuvor noch die nerdigen Mitschüler für ihre Hobbys piesackten: Menschen jeder Altersklasse verlassen das Haus, um ihrem Ziel – der beste Pokémon-Trainer der Stadt zu werden – näherzukommen. Wer hat damals vor dem klobigen, grauen Gameboy nicht davon geträumt, draußen mit seinen Freunden rot-weiße Pokébälle nach wilden Rattfratz oder Taubsi zu werfen?

Das haben wir übrigens auch heute in unserem wöchentlichen Communicartoon thematisiert.

 

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