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PlayStationPlus wird fünf Jahre alt: Der Aufstieg der Premium-Services

Date Posted: 3 Juli, 2015

In dieser Woche feiert Sonys Premium-Service PlayStationPlus (PS+) fünfjähriges Jubiläum. Nachdem Konkurrent Microsoft bereits 2002 seinen Online-Service Xbox Live gründete und diesen 2005 mit dem Erscheinen der Xbox 360 kontinuierlich ausbaute, reifte PlayStationPlus in den letzten Jahren zum Gamer-Liebling. Ein Grund für uns, Premium-Services insgesamt etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Bieten sie tatsächlich Mehrwert und vor allem: Wie werden sie Kunden kommuniziert?

PlaystationPlus – kostenlose Spiele als Erfolgsrezept?

Als Sony 2010 den Premium-Service PlayStationPlus für die PlayStation 3 vorstellte, hatte Konkurrent Microsoft mit Xbox Live bereits seit Jahren einen Online-Service, für den „Gold-Mitglieder“ gerne einen kleinen monatlichen Obolus zahlten. Immerhin wollte auch ich diverse Shooter online im Multiplayer spielen. Auch die Möglichkeit von Video-Streaming weiß ich bis heute sehr zu schätzen. All das war bis zu Einführung von PS+ kostenlos möglich und wurde – zumindest in der letzten Konsolengeneration – auch nicht eingeschränkt. Doch der Service bot Spielern von Beginn den Zugriff auf kostenlose Spiele. Abonnenten konnten vorher festgelegte Titel herunterladen und unbefristet lange speichern und spielen – so lange das Abonnement aktiv war.

Generationenwechsel – Microsoft muss nachziehen

Mit dem Wechsel von PlayStation 3 zu PlayStation 4, änderte auch Sony das Modell von PS+. Gerade zum Ende der letzten Generation wurde der Service immer beliebter, da er weniger restriktiv war als Xbox Live und als Zusatz wertige Spiele kostenlos anbot. Dass auch Microsoft diesen Erfolgsdruck bemerkte, wurde spätestens mit der Einführung des Programms „Games with Gold“ klar. Seit 2013 erhalten nun Gold-Abonnenten monatlich zwei Spiele gratis. Hier können die Spiele sogar nach abgelaufener Mitgliedschaft weiter gespielt werden, zumindest auf der Xbox 360. PlayStation 4-Spieler können inzwischen nur mit PS+-Mitgliedschaft Online-Multiplayer-Modi nutzen. Auf dem Papier ein klarer Schritt zurück. Allerdings positionierte sich Sony in der Kommunikation der Einschränkung sehr geschickt und zum Vorteil gegenüber Microsoft. Zum einen erlangte Sony schnell einen positiven Ruf bei der Spielerschaft. Zum anderen kommunizierte man vor allem gegen viele Restriktionen, die Microsoft ursprünglich mit der Xbox One ankündigten. Außerdem versprach man einen kontinuierlichen Ausbau der Online-Services und traf damit auf offene Spieler-Ohren.

PS Plus
© Sony

Premium-Services – in allen Bereichen erfolgreich?

Die Games-Branche ist allerdings schon lange nicht mehr die einzige, die versucht Nutzer mit kostenlosen Goodies für Abonnements zu begeistern. Prominentestes Beispiel ist hier Amazon. Der Versandhändler bietet mit Amazon Prime und Kindle Unlimited gleich mehrere Premium-Services an, die Konsumenten entweder einzeln oder im Paket nutzen können. Als Vorteile bekommen Prime-Kunden schnelleren Versand und Zugriff auf den Streaming-Dienst des Unternehmens, der mittlerweile bereits eigene Serien produziert. Musik-Streaming-Services wie Spotify und verfolgen ein ähnliches Modell und bieten Premium-Nutzern Werbefreiheit und Musikstücke in besserer Qualität. Online-Medien bieten immer häufiger ebenfalls werbefreie Zonen und exklusiven Content für monatliche Kosten.

Amazon Prime
© Amazon

Erfolgreiche Kommunikation

Services wie BILDPlus oder Spotify Premium sind bisher für viele Nutzer (noch) eine nette Dreingabe – die Abonnenten oftmals nur ein kleiner Teil der Gesamtnutzer. Im Großen und Ganzen stecken die Bezahlmodelle noch in den Kinderschuhen. Neben tatsächlichen Inhalten kommt es vor allem auf die richtige Kommunikation an: Was bietet mir der Premium-Service für Vorteile und – noch wichtiger – sind diese es überhaupt wert, um dafür Geld zu zahlen? Sony und Microsoft mussten mit der Zeit gehen. Nur für Online-Gaming 50 Euro im Jahr zu verlangen, würde mittlerweile nicht mehr funktionieren. Als Werbeplattform funktionieren beide Services mit der Ankündigung kostenloser Spiele immer besser. Eigenproduktionen beider Unternehmen kommen so viel schneller an eine breite Spielerschaft und mit dem Zusatz von Mikrotransaktionen oder DLC können sich auch kostenlose Spiele am Ende rechnen.

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