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OUYA – Strohfeuer oder Gaming-Alternative?

Date Posted: 11 Juli, 2013

Viel wurde in der Vergangenheit über die OUYA geschrieben. Vorgestellt als Konsole „von Gamern für Gamer“, war die Kickstarter-Kampagne ein voller Erfolg. Rund 8,5 Mio. Dollar konnten die Entwickler einnehmen und somit den Traum vieler Spieler Realität werden lassen. Die OUYA verspricht Freiheit. Sowohl für die Entwickler, als auch für die Spieler. Nachdem die Konsole vor einiger Zeit in die Produktion gegangen ist, wird sie jetzt nach und nach ausgeliefert. Auch ich habe mir ein Exemplar der Android-Konsole vorbestellt. Jetzt ist sie angekommen. Endlich.

OUYA: Da steht sie und sagt „Thank you for believing“. Bild: wildcard

Die Vorfreude auf die Konsole war groß. Die Versprechungen und Ideen hinter dem Projekt sind vielversprechend. Eine offene Plattform, kostenlose Spiele und die Möglichkeit eine Konsole nach den eigenen Wünschen zu individualisieren. Doch was steckt hinter diesen Ankündigungen? Ist die OUYA eine echte Alternative zur Xbox 360 oder der Playstation 3? Um diese Frage kurz zu beantworten: nein. Wer sich grafische Leistung, ein große Auswahl an AAA-Titeln und eine gereifte Online-Plattform wünscht, der wird von der neuen Konsole enttäuscht sein.

OUYA – Finanzierung durch Kickstarter

Als ich damals auf die Kickstarter-Kampagne aufmerksam geworden bin, hat mich die Idee der OUYA aufhorchen lassen. Für 99 Dollar konnte man das sympathische Projekt unterstützen. Ein schönes Gefühl, bei der Realisierung eines solchen Vorhabens helfen zu können. In einer Zeit, in der es oft nur darum geht, wer die schönsten Texturen hat oder welches Spiel komplexeren Multiplayer-Modus hat, wünscht man sich manchmal zurück zu den Anfängen der Computerspiele. Besonders Indie-Entwickler, für die eine OUYA aufgrund ihrer Offenheit besonders attraktiv sein soll, treffen mit simplen aber fesselnden Spielen immer häufiger auf begeisterte Spieler.Persönlich schätze ich solche Indie-Games sehr. Nicht, weil ich genug von gescripteten auf Hochglanz polierten Spielen hab‘, sondern, weil ich der Meinung bin, auch Entwickler mit weniger Geld sollen die Chance erhalten, ihre Ideen versoften zu können.  Dann endlich würde die Spielespielebranche eine Lücke schließen, die Musik-, Film- und Buchmarkt nie hatten.

Genau solche Spiele erwarte ich auf meiner OUYA – gemeinsam mit der Möglichkeit,  Super Nintendo- und der PS One-Spiele emulieren zu lassen, ein gutes XBMC-Media-Center für Filme, Musik und Fotos zu haben. Bei den heutigen Möglichkeiten der Smartphones und Tablets ist die OUYA auch nicht unbedingt ein Must-Have für jeden Haushalt, dennoch ist der kleine Würfel eine nette, wenn auch optionale, Ergänzung für das Multimedia-System am Fernseher.

Der erste Eindruck

Nach einigen Stunden kann ich zufrieden sagen: Die OUYA bietet das, was ich von ihr erwartet habe. Das gewohnte Android-Betriebssystem funktioniert und im Shop findet man schon ein paar Leckerbissen, die zum Daddeln einladen. Ein Zähler auf der Website der OUYA informiert die Besucher darüber, wie viele Spiele es für die neue Konsole bisher gibt. Aktueller Stand: 220.

Spiele wie der, auch für Smartphones erhältliche Titel Shadowgun, sehen auf der OUYA schon sehr ordentlich aus. Die Unreal Engine 3 leistet dabei gute Dienste, sodass das Spiel flüssig und in Full-HD auf dem heimischen Fernseher zu genießen ist. Auch die Steuerung mit dem eigens entwickelten Gamepad, geht gut von der Hand. Trotz der eher mäßigen Performance der OUYA (der Prozessor ist mit einem schnellen Smartphone vergleichbar) sehen auch andere Titel im Store sehr nett aus.

Apropos Gamepad: Bei der Eigenkreation handelt es sich um eine Mischung aus PS3- und Xbox 360-Controller. Der Controller ist schwer und liegt recht gut in der Hand. Die Schultertasten allerdings wirken etwas billig verarbeitet. Auch die Kollisionsabfrage in einigen Spielen lässt noch zu wünschen übrig. Der Langzeittest wird zeigen, ob das Problem am Controller oder der Programmierung der Spiele liegt.

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