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Vom Nokia Kinetic Device zum gebogenen Apple iPhone

Date Posted: 19 November, 2013
Werden Smartphone-Displays bald biegsam sein?
Bild: Nokia

Ob Nokia Lumia, Apple iPhone oder Samsung Galaxy: Gute Smartphones gibt es viele. Die technischen Unterschiede sind teils so marginal, dass die Frage, welches Telefon nun das Beste ist, schon religiöse Züge trägt. Seit es Apple nicht mehr schafft mit einem neuen iPhone die Mobilfunkwelt zu revolutionieren, sind frische Impulse für die Kommunikation und den Geräteabsatz dringend notwendig. Und „The Next Big Thing“ könnte in diesem Zusammenhang tatsächlich ein wirklich krummes Ding werden.

Seit wenigen Tagen wabert das Gerücht eines neuen iPhones durch das Web. Es soll ein biegbares  Display besitzen. Science Fiction? Nein, Technik der Gegenwart. Schon 2011 zeigte Nokia auf der Hausmesse Nokia World in London eine erste wegweisende Studie namens Nokia Kinetic Device mit flexiblem Display in der eigenen Future Lounge. Aufgrund der Biegsamkeit des Displays ermöglichte es der Prototyp, mit punktuellem Druck auf das Smartphone durch Menüs zu navigieren, Apps oder Ordner zu öffnen. Die damalige Veröffentlichungsprognose von 2014 scheint aus heutiger Sicht durchaus realistisch.

Die kommunikative Macht der Gerüchte

Aber wer bringt es zuerst zur Serienreife? Kommunikativ ist Apple auch mit diesem Gerücht vorangeprescht. „Eine namentliche nicht näher genannte Person habe gegenüber dem Nachrichtendienst Bloomberg ausgeplaudert…“ diesen Satz liest man oft – Blogs und große Onlinemagazine zitieren ihn auch nur allzu gerne. Der Effekt: Apple steht einmal mehr als Vorreiter dar.

Der Plural ist hier bewusst gewählt, denn laut eben jenen Quellen des Finanzmagazins Bloomberg sowie des Wall Street Journal, arbeitet Apple nicht nur an einem einzigen Modell. Ähnlich wie bei den unterschiedlichen Mobiltelefonen iPhone 5C und iPhone 5S sind laut den anonymen Kontakten auch für das letzte Quartal des nächsten Jahres mehrere iPhone-Versionen in Planung. Aktionäre und Apple-Jünger werden diese Nachricht mit Freude aufnehmen.

Vorreiterrolle

Spätestens seit der letzten Keynote, in der Apple mehr auf Modellpflege und kostenlose Software als auf die nächste Revolution aus war, ist Apple bei Fans und Journalisten in Zugzwang, den nächsten Meilenstein zu liefern. Auf den ersten Blick scheint es so, als hätte Apple genau das mit seiner neuen Produktoffensive vor. Wie bereits beschrieben: De facto ist Apple mit dieser Idee einer unter vielen.

Nachdem die flexiblen Displays erstmals von Nokia gezeigt wurden, werkeln auch Mitbewerber wie LG oder Samsung auf dem Gebiet der flexiblen Bildschirme für Mobilgeräte. Auf der Samsung-Keynote zur CES in diesem Jahr präsentierte man unter der Produktbezeichnung YOUM beliebig formbare, hochauflösende Displays. Mit dem Samsung Galaxy Round hat Samsung ebenfalls ein Modell mit großem und vor allem gebogenem Display auf dem fernöstlichen Markt platziert. Seit dem 12. November ist auch LG mit seinem Flex-Modell auf dem koreanischen Markt vertreten. Selbiger Trend war auch schon auf der IFA 2013 in Berlin zu sehen – allerdings bei Fernsehern.

Ausblick

Eines ist klar: Flexible Displays werden der Trend für die Handymodelle der nächsten Generation. Damit sich lässt hervorragend PR, Marketing und auch Werbung betreiben. Statt bekannte Hardware-Werte immer weiter in die Höhe zu schrauben, werden diese Geräte tatsächlich wegweisende Verbesserungen bringen: Nicht nur, dass die Displays in jeder denkbaren Wölbung ein gleichbleibend scharfes Bild liefern – sie sind dann auch viel robuster als aktuelle Modelle mit Glasdisplay. Das Design der zukünftigen Smartphones wird sich ebenfalls grundlegend ändern. Gerade Nokias vergleichsweise frühe Vorstöße in diesem Bereich könnten sich in den nächsten Jahren lohnend für das finnische Unternehmen und wegweisend für die Konkurrenz auswirken.

So wird sich Mobilfunk-Kommunikation  in den nächsten Jahren tatsächlich mit wirklich krummen Dingern befassen müssen.

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