Neue Facebook Messenger-App: Plattform & Chat

Am 25. März stellte Mark Zuckerberg in San Francisco auf der f8-Konferenz seine neue Vision für den Facebook Messenger vor. Im letzten Jahr splittete der Social-Media-Riese die Messenger-Funktion von der Haupt-App ab und brachte die dedizierte Messenger-App auf den Markt. Nun folgen weitere Änderungen und eine Erweiterung der Direktnachrichten-App. Zukünftig nimmt die App an Wichtigkeit zu und könnte sich zur zentralen App des Unternehmens mausern.

Warum koppelte man den Facebook Messenger von Facebook-App ab?

Die Teilung der Messenger-App und der Haupt-App von Facebook erboste viele Nutzer zunächst. Facebook zwingt seit Frühling 2014 alle Nutzer zur Installation der kostenlosen  Messenger-App. Die App bekam zum Start schlechte Bewertungen in App Store und bei Google Play. Die Argumentation hinter der Umstellung klang dabei von Anfang an sinnvoll. Das Unternehmen erkannte den Trend und reagierte auf verändertes Nutzerverhalten. Ein Netzwerk wie Facebook, auf dem Nutzer privat und öffentlich kommunizieren, sind eine Seltenheit geworden.

Zwischen zwei Social Media-Trends

Zuckerbergs Internet-Riese steht zwischen den Stühlen zwischen (fast) privaten Netzwerken wie WhatsApp, Snapchat, WeChat und offenen Netzwerken wie Twitter, Instagram oder Tumblr. Gerade da Facebook selbst zwei dieser Netzwerke besitzt (Instagram und WhatsApp), ist das Bewusstsein für Entwicklungen präsent. Die Akquise von WhatsApp ergibt mit der Weiterentwicklung der eigenen Messenger-App noch mehr Sinn: der Konkurrent hätte Facebooks Pläne zunichte gemacht.

Facebook Messenger

© Facebook

Facebook Messenger – zahlreiche neue Funktionen

Der Facebook Messenger erlebt eine komplette Überarbeitung. Nicht speziell in der Grundfunktion der App. Das größte soziale Netzwerk der Welt öffnet die Chat-App, um neue Apps zu integrieren.Facebook sieht den Messenger als eigenständige Plattform. 47 Apps stellte Mark Zuckerberg auf der f8-Konferenz vor, die bald ihren Platz im Messenger finden. Nutzer von Ultratext senden neon-farbige GIFs, Camoji-Nutzer erstellen eigene GIFs. In den USA rollte das Unternehmen ein Feature aus, mit dem Nutzer sich untereinander Geld senden können.

Messenger-Apps als E-Commerce-Plattform

Unternehmen freut die nahtlose Einbindung aller Prozesse in den Facebook Messenger. Bestellabwicklungen, Versandmeldungen und Kundenservice wickeln Unternehmen im Messenger ab. Damit stellt der Facebook Messenger eine volle E-Commerce-Plattform dar. Facebook nutzt mit der Weiterentwicklung die große Nutzerbreite der App aus: mehr als 600 Millionen Nutzer nutzen den Nachrichtendienst weltweit. Für Dritthersteller eine perfekte Chance, Werbung oder Bestellvorgänge in die App zu integrieren.

WeChat, Line, KakaoTalk: in Asien lange mehr als Chat-Apps

In Asien gibt es diesen Trend seit einigen Jahren. WeChat, eine App aus China, generiert jährlich ca. 1,1 Mrd. US-Dollar. Nutzer bestellen Produkte, rufen Taxis und führen Onlinebanking durch. Diese Entwicklung macht separate Apps in Zukunft überflüssig und den Bestellvorgang einfacher. Essen über Snapchat bestellen, Blumen über den Facebook Messenger versenden und per SMS bezahlen.

Internet of Things und Facebook Analytics für Apps

Mit Facebook Analyics für Apps liefert man künftig Informationen zum Nutzerverhalten. Entwickler erfahren wie Nutzer ihre Messenger-Apps nutzen. Facebook liefertdadurch wertvolle Einsichten, was die Effektivität von Marketing-Kampagnen angeht. Weiterhin entwickelt der Social-Media-Konzern mit dem (2013 gekauften) Entwickler Parse die richtigen Werkzeuge, die Entwicklern beim Bauen von Apps für untereinander kommunizierende Geräte: eine Anbindung an Internet of Things durch den Messenger.

Facebook Messenger

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Der Facebook Messenger als DIE zentrale App der Zukunft?

Facebook scheint alles daran zu setzen, um den Messenger in Zukunft zentraler zu positionieren als je zuvor. Das Unternehmen hat seit jeher mit dem Image als Datenkrake zu kämpfen. Die Aufregung um die Abspaltung des Facebook Messengers legte sich schneller als gedacht und geht es bei Apps immer auch um Bequemlichkeit. Wenn der Messenger bequemen Zugang zu zusätzlichen Apps erlaubt, scheint der Erfolg vorprogrammiert. Zumal man damit kein komplettes Neuland betritt und sich das Modell in Asien bewiesen hat.

Messenger-App ist bereit für Virtual Reality-Inhalte

Als Vorreiter für die westliche Erdhälfte hat Facebook die besten Chancen seinen Messenger die wichtigste neue Kommunikationsplattform zu machen. Einen kleinen Ausblick auf die Integration von Virtual Reality-Inhalten in der Messenger-App gab es ebenso: der Facebook Messenger unterstützt zukünftig Spheric Videos: 360 Grad-Virtual Reality Bildmaterial, das unter anderem von dem akquirierten Oculus kommen wird. Facebook ist vielleicht sogar das einzige Unternehmen, das die Kapazitäten hat, um eine hochfunktionale, moderne Messenger-App zu etablieren.

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