News & views

Musikmesse Frankfurt – Ein Ausflug in 70 Dezibel

Date Posted: 8 April, 2016

wildcard communications verbrachte einen Tag auf der Musikmesse in Frankfurt. Unsere Erlebnisse mit einer sehr lebhaften Branche und wirklich interessanten Produkten.

Eines muss jedem Besucher der Musikmesse klar sein: Hier wird keine Literatur vorgestellt. Es geht um Musik, und die kann mitunter wirklich laut sein. Vor allem, wenn in den einzelnen Hallen diverse Instrumente durcheinander gespielt werden. Zwar weist jeder Eingang darauf hin, dass die Instrumente bitte nur bis zu einer Maximallautstärke von 70 Dezibel gespielt werden sollen, aber gefühlt ist es deutlich lauter in der Halle. Doch das ist gut so: Teile der Musikbranche müssen sich laut bemerkbar machen. Einige Einschätzungen aus unserem Preview-Artikel zur Musikmesse am Mittwoch lassen sich nun bestätigen.

Das Publikum der Musikmesse ist alles andere als homogen

Die einzelnen Hallen sprechen sehr unterschiedliche Zielgruppen an. Auf keiner Messe, auf der wir bisher waren, ist das Publikum von Halle zu Halle so unterschiedlich. Zwar verbindet alle die Liebe zur Musik – aber Musik war stets ein Thema für Generationenkonflikte: Jazz in den 20er Jahren. Rock’n’Roll in den 50er Jahren. Beat in den 60er Jahren. Punk Rock in den 70er Jahren. Hip Hop in der 8oer Jahren und Techno in den 90ern.

20160407_151834_resized

Es konkurrieren keine Musikrichtungen mehr, sondern „Handgemacht“ und“ Digital“

Wer die Unterschiede auf der Musikmesse herunterbrechen möchte, kann dies auf „Handgemacht“ und „Digital“ tun. In Halle 10.2 heißt es „Classic meets Jazz“. Hier präsentieren stark in ihren Traditionen verwurzelte Unternehmen Blech- und Holzinstrumente. Der Altersdurchschnitt ist recht hoch. Die Zielgruppe, die man bei diesen Instrumenten verorten würde, ist in dieser Halle durchaus präsent. Eine recht bunte Mischung trifft man in Halle 11.0. „Rock Meets Pop“. Elektrische Gitarren, Schlagzeuge, Verstärker und Zubehör. Es ist die Halle, wo sich Generationen am ehesten vermischen. Vom Altrocker bis hin zum Emo-Punker ist das Publikum illuster. Halle 9.1 ist dann das komplette Gegenteil zu Halle 10.2.: „Electro meets Recording“. Hier gibt es DJ- und Produktions-Equipment, größtenteils digitalisiert.

Baseballmützen dominieren das Bild. DJs scratchen und mixen, Biermarken promoten ihre Getränke, das Publikum ist jung. Firmen, die ihre Produkte hier präsentieren, müssen sich um den Nachwuchs keine Gedanken machen. Zumindest könnte dieser Eindruck entstehen. An diesem Punkt waren Hersteller wie etwa Höfner Gitarren auch mal – seit den 60er Jahren zehrt Höfner von Paul McCartney (The Beatles), der bis heute mit dem Höfner 500/1 spielt.

20160407_165413_resized

Popularität ist endlich

Aber auch die Popularität von der 500/1 ist endlich. Inzwischen sagt auch Nick Wass, Marketing Manager bei Höfner, dass man generell darüber nachdenkt, ob es überhaupt noch Sinn macht, auf Messen präsent zu sein. Die Laufkundschaft in diesem Bereich werde immer kleiner. Messekosten und neue Aufträge harmonieren nicht mehr. Auch auf Facebook ist Höfner präsent. Sogar einen Instagram-Kanal beitreibt man. Die Demographien zeigen aber: Die Menschen, die hier folgen, haben die Beatles teilweise noch live erlebt. Die Frage, die wir in unserem letzten Artikel aufwarfen, wurde beantwortet: Ja, Hersteller von klassischen Instrumenten bekommen ein demographisches Problem. Oder wie Nick Wass direkt sagte: Irgendwann sind diese Menschen nicht mehr da.

Allerdings tritt auch der digitalisierte Teil der Musikbranche aktuell etwas auf der Stelle. Die letzte große Revolution liegt ein paar Jahre zurück. Seit Serato Scratch Live das Notebook zum ständigen Begleiter eines DJs machte, sind einige Jahre vergangen. Die große Innovationsflut ist hier zunächst einmal versiegt.

Doch es gab sie, die interessanten Neuheiten. Etwa Pioneers DJ Toraiz SP-16. Ein Sampler mit Pads, Sequenzer und analogen Filtern. Auch der Traditionshersteller Korg zeigte ein interessantes Produkt: Korg Pa4X Oriental. Ein Arranger Keyboard, das das Thema „Weltmusik“ aufgreift: Das Keyboard kennt alle Klänge des Morgenlands.

Das wirkliche Highlight aber zeigte Reloop zum 20-jährigen Geburtstag in einer Vitrine: den RP 7000, ein Turntable in Gold-Ausführung.

20160407_142554_resized

Share this
arrow_upward