News & views

Musikmesse 2016: Frankfurt findet seinen Groove

Date Posted: 6 April, 2016

Vom 07. bis zum 10. April findet in Frankfurt die Musikmesse statt. Bereits seit 1980 bietet die internationale Leitmesse für Musik und Musikinstrumente Platz für Akustik-Enthusiasten. Während die ersten zwei Tage Fachbesuchern vorbehalten sind, öffnet die Musikmesse danach ihre Pforten für die Öffentlichkeit. Die Musikmesse erfindet sich in diesem Jahr neu.

Musikmesse im Wandel

2015 zeigten sich auf der Frankfurter Musikmesse noch 1.310 Aussteller in den Hallen. Über 65.000 Menschen kamen zu Besuch. 2016 sollen es „nur“ noch 1.100 Aussteller sein. Die Messe selbst steuert mit neuem Konzept dagegen und reagiert auf sehr durchdachte Weise auf ein Problem, das die gesamte Branche betrifft: Das Freizeitverhalten der jüngeren Generationen hat sich deutlich verändert. Eine klassische Musikausbildung steht bei vielen Familien nicht mehr auf der Agenda. Das Resultat ist ein Rückgang des Absatzes von klassischen Musikinstrumenten.

Instrumente finden immer weniger Absatz

Daniel Knöll vom Instrumentenhersteller-Verband beklagt in der Frankfurter Rundschau, dass der Musikunterricht immer weniger Bedeutung finden würde. Knöll sucht die Antwort darauf in einer Veränderung in der Politik. Die Digitalisierung der Branche schreitet weiter voran und beschert vor allem dem Segment der Kopfhörer ein sattes Umsatzplus. Das Interesse an Musik ist also nach wie vor gegeben. Allerdings: Der Kopfhörer steht im Allgemeinen für den passiven Musik-Genuss. Hersteller von Musikinstrumenten sind gefordert, neuen Zielgruppen moderne Inspirationen zu liefern.

BCB_klein

Die Musikmesse als Impulsgeber

Einen besseren Ansatz wählt die Messe selbst. Mit dem „Musikmesse-Festival“ dehnt sich die Messe erstmals in der ganzen Stadt aus. Sogar darüber hinaus: Trotz der innigen Städte-Rivalität zwischen Offenbach und Frankfurt zieht sich das Festival bis auf die andere Main-Seite. Überall in der Stadt wurden beispielsweise im Rahmen der Aktion „Street Tunes“ Klaviere aufgestellt. Wer will, kann spontan ein Konzert geben. Die ganze Woche über finden 50 Konzerte an 30 Orten in Frankfurt statt. Von Klassik über Jazz bis Pop, Rock und Elektro werden unterschiedliche Musikrichtungen geboten. Auch die Idee des „Drum Camp“ und der „Street Food Session“ sollen Musik erlebbar machen und Menschen inspirieren.

Die Musikmesse muss junge Menschen wieder inspirieren

Um Menschen für etwas zu begeistern, müssen sie inspiriert werden. Allerdings hat nicht nur die Musikbranche Probleme mit dem Freizeitverhalten der Millenials – auch die Automobil-Branche sucht nach neuen Wegen, jüngere Käufer wieder mehr für ihre Produkte zu begeistern. Doch im Gegensatz zur Musikbranche engagieren sich Autohersteller durch wirksame PR- und Marketingmaßnahmen, die Zielgruppen dort abzuholen, wo sie sich befinden: im Web.

musikmesse_ps_008

Eine andere parallele Branche boomt allerdings: die der Veranstaltungstechnik. Auf der Musikmesse selbst bekommt die Veranstaltungstechnik im Vergleich zum letzten Jahr 16 Prozent mehr Fläche. Zudem läuft seit Dienstag Prolight + Sound. Die „Messe in der Messe“ spezialisiert sich seit jeher auf Event-Technik. Kein Wunder, dass der Rubel hier rollt. Zwar schließen deutschlandweit im Zuge des veränderten Freizeitverhaltens der Millenial-Generation immer mehr Großraumdiskotheken, doch Konzerte und vor allem Musikfestivals werden immer größer. Kunden, die Bestellaufträge haben, die die Bücher der Messeaussteller bestens füllen dürften.

Ab Donnerstag sind wir in Frankfurt vor Ort und werden uns neue Produkte aber auch Entwicklungen der Messe in ihrer Gesamtheit anschauen.

 

Share this
arrow_upward