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Mobile World Congress 2017: wildcards Tag zwei

Date Posted: 28 Februar, 2017

Ein Messebesuch muss besser geplant werden als die Mondlandung. Bei letzterem war das Ziel klar – auf einer Messe mit über 2.000 Austellern und 100.000 Fachbesuchern ist das deutlich herausfordernder. Wer sich einfach so treiben lässt, läuft im wahrsten Wortsinn Gefahr Dutzende Kilometer zurückzulegen, aber nichts zu sehen.

Es ist allerdings ein Risiko, das ab und an eingegangen werden muss. Denn abseits der ausgetretenen Pfade, die irgendwann alle bei den Megaständen von Huawei, LG oder Samsung enden, gibt es sie dann doch, die kleinen Überraschungen. Nein, wir sprechen hier nicht von einer Partie Snake am Nokia-Stand…

Meizuuuuu: Von 0 auf 100 in 20 Minuten

Etwa den chinesischen Hersteller Meizu. Die nahmen sich eines Problems an, das jeder Smartphone-Nutzer kennt: Die Akkus sind im Handumdrehen leer, das Wiederaufladen allerdings dauert in Relation zu lange. Meizu sagt, ihre Technologie kann einen herkömmlichen Smartphone-Akku (3.000 mAh) in 20 Minuten komplett aufladen. Meizu ließ es sich auch nicht nehmen, das in Echtzeit auf einer Pressekonferenz zu demonstrieren. Das Demogerät war tatsächlich binnen 20 Minuten voll aufgeladen. Meizu nennt die Akku-Technologie „Super mCharge“. Aber auch Innovatoren wie Meizu kommen nicht an den Big Playern vorbei. Entscheidend wird sein, ob die Großen diese Technologie lizenzieren oder einfach nachbauen.

Ebenfalls sehr interessant klingt das, was das Fraunhofer Institut in Barcelona zeigt: Auf dem MWC 2017 gibt es kaum noch einen Stand, der ohne VR-Brille auskommt. Zwar stockt der Absatz dieser Geräte, da keiner auf Dauer eine mutierte Ski-Brille auf seiner Nase akzeptiert, doch es herrscht kein Zweifel daran, dass die dritte oder vierte VR-Generation unser Leben revolutionieren wird. Das Fraunhofer Institut bastelt schon am passenden VR-Sound-Format. Denn was nutzt die größte visuelle Illusion, wenn sie klingt wie Onkel Willys Radio?

Fraunhofer Cingo

„Fraunhofer Cingo bringt einhüllenden 3D-Sound auf VR-Geräte und -Anwendungen, der so überraschend realistisch ist, dass man das Gefühl hat live dabei zu sein“, sagt die Pressemitteilung. Wer sich selbst ein Klangbild von Cingo machen möchte, benötigt eine Samsung Gear VR, LG 360 VR, Alcatels neue VR-Brille VISION. Es wird sich definitiv lohnen, die Entwicklung von Cingo zu verfolgen, denn das Thema Sound wurde auch bei Kinofilmen und auch Videospielen lange wenig berücksichtigt. Wenn diese Berücksichtigung nun vom Fraunhofer Institut selbst in die Hand genommen wird, lohnt es sich gleich zweimal hinzuschauen.

 

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