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Mobile Werbung auf Facebook – die Aktionäre jubeln, die User maulen?

Date Posted: 3 Mai, 2013

Facebook soll Spaß machen. Macht es auch. Noch. Seit dem 18. Mai 2012 haben einige User den Spaß verloren. An diesem Tag ging Facebook an die Börse. Wie das so ist: Recht schnell beginnen die Aktionäre zu mosern. Durch den Trend zur mobilen Nutzung und dem damit verbundenen Problem, auf einem kleinen Smartphone-Display Werbung darstellen zu können, geriet Zuckerberg unter Druck: Mobil müssen mehr Werbeumsätze generiert werden – sonst fällt der Kurs so schnell wie die Laune der Aktionäre. Und die User?

2. Mai 2013: Jetzt brummt die mobile Werbung. 200 Millionen Dollar Gewinn. Die Aktionäre jubeln. Viele User aber maulen. Deshalb sollte sich Zuckerberg – oder auch Netzwerke, die sich nun inspirieren lassen – allerdings fragen, ob ihnen die Masse an Werbung nicht schadet und die Nutzer irgendwann abwandern. Besonders der immer weiter wachsende Teil der mobilen User hat mit den immer größer werdenden Werbeanzeigen zu schaffen.

Nicht alle empfohlenen Beiträge sind so passend oder harmlos wie dieser hier.
Bild: wildcard communications

Immer häufiger passiert es, dass ich beim Scrollen durch die Neuigkeiten auf empfohlene Seiten oder Beiträge hingewiesen werde, die – laut Facebook – meinen Freunden oder mir gefallen könnten. Meistens handelt es sich dabei um die Facebook-Seiten von Unternehmen oder Werbung für ein neues Produkt. Für derlei personalisierte Werbung sammelt Facebook alle Informationen über die User. Spricht man zum Beispiel viel über Fußball oder tauscht sich mit seinen Freunden über Sport aus, so bekommt man individuelle Werbung und Informationen über dieses Thema. Teilweise auch etwas veraltete oder unpassende Angebote, was im Netz zu Lachern führt.

Like-Leichen wieder ausgebuddelt

Dass Facebook die Like-Angaben, Statusmeldungen, Bilder und Nachrichten speichert, das sollte jedem klar sein. Auf diesen Daten beruhen die Werbeanzeigen, die ich auf Facebook angezeigt bekomme. Leider ist dieses System wohl noch nicht ganz ausgereift, denn heute interessieren mich nicht mehr die gleichen Themen wie noch vor fünf Jahren. Es kann also vorkommen, dass ich völlig unpassende Werbung angezeigt bekomme, für Dinge, die mich schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr interessieren. Es kann ja sein, dass mir vor zwei Jahren mal die obligatorischen „Fancy Leggings“ gefallen haben – dass dieser Like nun in der Timeline meiner Freunde auftaucht ist eher ungünstig: Sieht das doch so aus, als würde ich die Dinger heute noch tragen…

Obwohl man mit immer mehr Werbung bei Facebook konfrontiert wird, ist das auf dem heimischen Computer zu verschmerzen. Das Scrollen mit der Maus und die hohe Auflösung lassen die Werbung in vielen Fällen kaum auffallen. Doch besonders auf dem Smartphone oder auf dem Tablet nehmen die Anzeigen einem den Spaß daran, sich im sozialen Netzwerk aufzuhalten. Bildschirmfüllend erscheinen Anzeigen und empfohlene Seiten – sicherlich nicht das, was man sich wünscht.

Die Strategie dahinter ist aus ökonomischer Sicht nachvollziehbar. Der Mobile-Markt wächst immer weiter. Ein großer Teil der Nutzer auf Facebook sind heutzutage mobil unterwegs. Da wundert es auch nicht, dass Facebook mit Apps wie „Facebook Home“ versucht, das Smartphone ganz für sich einzunehmen. Dennoch muss sich das Unternehmen fragen, ob es den Usern nicht auf Dauer zu viel zugemutet wird.

Falls es Facebook irgendwann schaffen sollte, die richtige Dosis an Werbung und vor allem wirklich passende Werbung für mich anzuzeigen, kann das auch für den Nutzer seine Vorzüge haben. Dabei muss aber auf intelligenten Content und die passenden Multiplikatoren gesetzt werden. Denn eines ist mal sicher: Plumpe und unpassende Anzeigen werden nicht nur mich  vergraulen, sondern vor allem jüngere User. Tumblr, WhatsApp und vielleicht auch Google+ werden davon profitieren. Noch sieht es auf Facebook – trotz falsch interpretierter Zahlen noch ganz gut aus. Wäre schön, wenn es so bleibt.

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