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Magic Leap: Der Sprung in virtuelle Welten

Date Posted: 31 Oktober, 2014
© Syda Productions - Fotolia.com
© Syda Productions – Fotolia.com

Virtuelle Realitäten und Räume entwickeln sich mehr und mehr zur greifbaren Möglichkeit. Nachdem Samsung eigene Modelle vorgestellt hat und auch Facebooks erworbenes Projekt Oculus Rift sich einer Realisierung immer mehr nähert, hat nun auch der Internet-Konzern Google in ein zukunftsweisendes Projekt investiert. Das Start-up-Unternehmen Magic Leap entwickelt eine besondere Form der 3D-Brille, die dem Großunternehmen über eine halbe Milliarde Dollar wert gewesen ist. Doch was ist das Besondere an Magic Leap und wie unterscheidet es sich von der Konkurrenz?

Konkurrenzkampf

Vor dem magischen Sprung aber zunächst ein Blick auf die Konkurrenz. In der ersten Jahreshälfte hatte Facebook zum Paukenschlag ausgeholt und den VR-Headset Hersteller Oculus VR für 2,3 Milliarden Dollar aufgekauft. Damit hatte sich der Internet-Konzern mit einem Mal in die vordere Riege der Hersteller von virtuellen Brillen katapultiert. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist sich trotz des Deals sicher, dass es noch viele Jahre dauern wird, bis „Augmented Reality“ zu einem lohnenden Geschäftsfeld werden wird. Es fehle neben einem Marktumfeld auch noch die passende Software, die jedoch erst in einem sinnvollen Umsetzungsbereich entwickelt werden würde. Trotzdem scheint dieses Technologiefeld ein markanter Trend zu sein, denn Konkurrent Samsung preschte mit seinen Ankündigungen einer eigenen VR-Brille Mitte des Jahres sehr weit nach vorne. Ein gewagter Schritt, denn es stellen sich nach wie vor Fragen bei der Benutzbarkeit, des Software-Umfangs und der Ausgereiftheit der Technik, die Samsung aber als Herausforderung sieht. Auch Software-Riese Valve arbeitet mit virtuellen Räumen und forscht bereits seit Jahren an Umsetzung und Theorien. Eine besonders interessante Definition der Forscher: Der prägnante Unterschied zwischen Immersion (Eintauchen in eine künstliche Welt) und Präsenz (ein wirklicher Teil der Welt sein).

Cybersickness: Täuschung der Sinne

Seit jeher müssen sich Entwickler von virtuellen Realitäten und vor allem der Brillen mit Cybersickness auseinandersetzen. Dabei handelt es sich um körperliche Probleme, die bei der Bewegung im virtuellen Raum entstehen, wenn sich der Körper in der Wirklichkeit nicht mitbewegt. Da virtuelle Räume in erster Linie von den Augen und Ohren aufgenommen werden und die Bewegung innerhalb des Raums mit den Händen stattfindet, bekommt das Gehirn Schwierigkeiten, diese audio-visuelle Aufnahme mit dem Stillstand des wirklichen Körpers in Einklang zu bringen. Es entstehen Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Dieser Herausforderung stellen sich nicht nur die Hersteller von 3D-Brillen, sondern auch wissenschaftliche Institute. An dieser Stelle kommt nun Magic Leap ins Spiel. Die Startup Gesellschaft hat es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, dem Nutzer ein besonderes Erlebnis zu bescheren, sondern auch mögliche Probleme mit Cybersickness im Keim zu ersticken.

Fliegender Elefant

Googles eigenes Projekt, eine Brille für den Alltag zu entwickeln, genannt Google Glass, konnte sich nicht durchsetzen. Die Langzeiterfahrungen zeigten sich verhalten, sei es wegen schwacher Hardware, hohem Batterieverbrauch oder problematischer Bedienbarkeit. Um trotzdem den Trend der virtuellen Räume nicht zu verpassen, akquirierte der Konzern das Startup Unternehmen Magic Leap, das ein neues Konzept der Augmented Reality, die WRAP Technologie, vorlegt. Dabei scheint der Benutzer nicht auf einen 2D Hintergrund zu blicken, der nur Tiefe vortäuscht. Stattdessen wird durch bestimmte Lichttechnologien und Augenbewegungserfassung eine natürliche 3D Umgebung geschaffen, die auch vor dem Übelkeitsgefühl schützt. Um sogar noch einen Schritt weiter in Richtung Augmented Reality zu gehen, können reale Szenen mit digitalen Objekten verbunden werden oder gar die reale Umgebung des Nutzers miteinbezogen werden. Als Beispiel zeigte der Entwickler ein kurzes Video mit einem kleinen fliegenden Elefanten im virtuellen Raum. Zu diesem Zweck soll die Kamera mit Umgebungssensoren, Infrarotscanner und vielem mehr wahrgenommen und dem Benutzer zur Verfügung gestellt werden. Letzten Endes handelt es sich dabei um eine Vereinigung vieler bisher entwickelter Technologien und den Versuch, daraus den nächsten Schritt in die Zukunft zu gehen. Mit einem finanzkräftigen Unternehmen wie Google im Rücken, könnte dieses Wagnis tatsächlich gelingen, wenn auch nicht in den kommenden Jahren. Ob die Konkurrenz bei einem Erfolg noch mithalten kann oder durch praktische Erfahrung längst einen Schritt weiter sein wird, wird die Veröffentlichung erster Modelle zeigen.

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