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Kik und Co: Soziale Medien für Kids

Date Posted: 11 März, 2015
Kik
© Kik Interactive Inc

Vor kurzem stellten wir YouNow vor, eine Live-Streaming-Plattform für jedermann, die vorwiegend von Jugendlichen und Kindern genutzt wird. In eine ähnliche Kerbe schlägt nun der immer bekannter werdende Messenger und WhatsApp-Konkurrent Kik, dessen Hauptnutzer zwischen 11 und 15 Jahre alt sind. Abseits davon gibt es allerdings auch mit YouTube Kids und Vine Kids zwei soziale Netzwerke, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, ihre Inhalte speziell für Kinder aufzubereiten und vom Hauptnetzwerk zu trennen. Im Folgenden schauen wir uns die verschiedenen Angebote einmal ganz subjektiv an.

Kik: Eine echte Alternative zu WhatsApp?

Auf dem Papier scheint der Kik-Messenger eine echte Alternative zum mobilen Chat-Riesen WhatsApp (und auch den Messenger von Facebook) zu sein: Im Gegensatz zu WhatsApp achtet Kik auf den Datenschutz seiner Nutzer und interessiert sich nicht für Telefonnummern oder im Smartphone gespeicherte Kontakte. Er benötigt auch keine weiteren Informationen von seinen Nutzern. Außerdem bietet Kik ein umfangreiches Leistungspaket – Text-, Bild- sowie Sprachnachrichten können genauso einfach geteilt werden wie YouTube-Videos. Große Verbreitung genießt der Messenger vor allem in Nordamerika. Bis Ende 2013 konnte man etwa 100 Millionen Nutzer verzeichnen.

Obwohl die App offiziell erst für Nutzer ab 17 Jahren freigegeben ist, wird sie hauptsächlich von Kinder im Alter zwischen 11 und 15 Jahren genutzt. Und hier wird es problematisch, denn obwohl der Messenger keinen Zugriff auf die Telefonnummer braucht, können auch wildfremde Nutzer angeschrieben werden, solange man ihre Nutzernamen in der App herausfindet. Kriminologen und Jugendschützer warnen daher vor Betrügern oder gar Pädokriminellen, die leichtes Spiel haben Minderjährige zu kontaktieren und dabei selbst anonym zu bleiben. Hier liegt es zum einen an den Entwicklern, dieser Gefahr Einhalt zu gebieten aber auch an den Eltern, die ihren Kindern für den Umgang mit solchen Apps sensibilisieren müssen.

YouTube und Vine: Inhalte für Kids

YouTube Kids
© Google

Zwei große Netzwerke, die ihre Inhalte speziell für eine junge Zielgruppe kurieren, sind YouTube und Vine. Über YouTube Kids soll es von nun an auf Android und iOS sicherer zugehen. Bisher ist die App nun den USA in den App Stores von Apple und Android verfügbar, wird in Zukunft aber sicher auch auf deutschen Tablets durchstarten. Die Inhalte sind dabei genau auf Kinder zugeschnitten und reichen von Trickserien bis hin zu Sendungen mit lehrreichen Inhalten wie von National Geographic. Zudem können Eltern die App speziell konfigurieren um Kindern den Umgang zum einen zu erleichtern, aber auch zu limitieren: Mit einem Timer wird bespielweise eine Zeitspanne bestimmt, nach der kleinen Zuschauer nicht mehr weiter gucken können. Außerdem können Eltern auch eine Vorauswahl an Video festlegen, wenn sie bestimmte Inhalte nicht für ihre Kids zugänglich machen wollen. Eltern haben möglicherweise mit der App etwas mehr unter Kontrolle, was ihre Kinder konsumieren, letztendlich entbindet es sie aber nicht davon, sich und ihre Kinder frühzeitig im Umgang mit neuen Medien zu schulen.

Einen ähnlichen Weg geht auch Vine. Das Netzwerk, das viele virale 6-sekündige Videos hervorgebracht hat, will sich ebenfalls mit kinderfreundlichen Inhalten bei Eltern beliebt machen. Dabei werden die Vines von kleinen Comicfiguren präsentiert und zeigen Güterzüge, die Müllabfuhr, witzige Tiere oder bekannte Comicfiguren. Außer nach links und rechts zu swipen können, bietet die App nur lustige Sounds, wenn man auf den bunten Figuren herumdrückt. Ähnlich wie die App von YouTube, erleichtert VineKids seinen jungen Nutzern den Umgang mit Smartphones und modernen Medien. Es ist eine App, bei der Eltern nicht ständig über die Schulter schauen müssen, sondern sich sicher sein können, dass die gezeigten Inhalte angemessen sind.

Wo Kids drauf steht, sind nicht nur Kids drin

Das Thema Internet ist für Kinder und Jugendliche so präsent wie nie und Eltern tun gut daran, einen richtigen Umgang damit zu fördern, als diesen strikt zu untersagen. Laut einer Studie von BITKOM nutzen bereits ein Fünftel von 6-7 Jährigen ein Smartphone und spätestens mit 12 besitzen sie ein eigenes Gerät. Bereits mit 10 Jahren sind 94% Kinder online und nutzen das Netz durchschnittlich 22 Minuten täglich. Der Einstieg findet bei über der Hälfte über Online-Spiele oder Video-Inhalte statt. Der Weg ins Internet, aber auch der Umgang mit Themen wie Datenschutz muss dabei vor allem durch die Eltern geführt werden. Neben Nutzungszeiten sollten Eltern auch festlegen, für welchen Zweck das Internet genutzt wird. Gerade mit diesem Hintergrund sollte auch der Umgang mit Diensten wie YouNow oder Kik zukünftig einfacher werden. Für einen leichten und kontrollierten Einstieg in die Medienwelt und den Umgang mit Tablet und Co. sind speziell auf Kinder gerichtete Apps sicherlich ein guter Start. Dennoch sind Eltern in der Pflicht, nicht nur vermeintlich sichere Angebote für ihre Kides zu nutzen, wenn der Bapperl „Kids“ drauf steht. Je weiter gefächert die Angebote sind, umso wichtiger ist es für die Eltern, auf dem Laufenden zu bleiben und ihren Kindern auch über die Schulter zu schauen und mit ihnen über Gefahren zu sprechen.

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