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Jens Gronek im Interview: Die Gebote des guten Films

Date Posted: 7 September, 2012

Wer unseren Blog regelmäßig liest, sieht dass das Thema Bewegtbild in letzter Zeit immer öfter vorkommt. Heute habe ich mir das Vergnügen gegönnt, von unserem Filmexperten Jens Gronek ein paar Regeln und Weisheiten rund ums Filmemachen zu lernen und lasse Sie daran gerne teilhaben.

Jens Gronek, verantwortlich fürs wildcard fernsehzimmer. Gelernter Bankkaufmann und studierter Betriebswirt. Quereinsteiger Fernsehen. Seit 18 Jahren im Filmgeschäft und als passionierter Videospieler seit über 30 Jahren am Joystick.

Was ist in Deinen Augen das wichtigste, das man beim Filmemachen beachten sollte?
Nun, ich denke, man muss so einiges beachten, damit ein Film nicht nur Informationen vermittelt, sondern auch gerne angeschaut wird. Das erste Gebot beim Filmemachen ist daher immer: Du sollst nicht langweilen.

Na schön, aber sollte das nicht für alle Kommunikationsmittel gelten?
Natürlich, aber ich denke, ein Film muss sehr viel mehr leisten als viele andere Marketinginstrumente. Er muss verführen, emotional berühren und darüber hinaus auch noch informieren und ein Image transportieren. Da passiert es schnell das aus geplanten zwei Minuten plötzlich ein Imagefilm in Spielfilmlänge entsteht. Da muss man sich überlegen: Welche Aussage will ich treffen und wen will ich damit erreichen. Dafür gilt es dann, die richtigen Bilder zu finden, denn der Film muss dem Zuschauer gefallen, sonst schaltet er ab oder klickt sich weiter. Und das passiert schnell, wenn man sich nicht an die gestellten Aufgaben hält.

Du hast Eingangs von einigen Dingen gesprochen, die es zu beachten gilt. Mach mal weiter, was ist es denn alles, was einen guten Film ausmacht?
Das kann man sowohl technisch als auch inhaltlich angehen. Wie soll der Film aussehen, welche Bildsprache benutze ich, verzichte ich auf Effekte oder arbeite ich komplett digital. Welche Geschichte will ich erzählen – was ist die eigentliche Botschaft? Das muss zu Beginn des Projekts klar festgelegt werden, damit man später auch die richtige Botschaft sendet. Man sollte nicht den Fehler machen, alles, was man zu erzählen hat, in einen Film zu packen. Sonst verliert man sich in der endlosen Welt der Möglichkeiten, die einem ein Film bietet.

Welche Rolle spielt in Deinen Augen die Wahl des Schauspielers? Müssen das immer Profis sein? Was macht denn den Unternehmensfilm (egal ob Image- oder Produktfilm) sehenswert und transportiert die Botschaft am stärksten?
Wenn man sich für einen Film mit Schauspielern entscheidet, ist das Casting selbstverständlich von entscheidender Bedeutung. Die Darsteller vermitteln schließlich die Botschaft und repräsentieren mein Unternehmen. Aber auch hinter der Kamera muss alles perfekt und aufeinander abgestimmt sein. Personal und Technik oder die Grafik-Department, jedes mitwirkende Element hinterlässt seine Spuren im Film. Letztendlich sollte man immer seine Möglichkeiten im Auge haben und diese auch nutzen.

Was man raus hört ist, dass ein gut gemachter Film durchaus kostspielig sein kann. Was rätst Du den Unternehmen in Bezug auf Budgets bei Bewegtbild-Projekten?
Einen guten Film herzustellen kostet Zeit und vor allem Geld. Man sollte vorher wissen was man will, denn wenn der Film fertig ist, lässt er sich nur noch schwer ändern und erzeugt noch mehr Kosten. Also sollte man sich so früh wie möglich mit Profis zusammensetzen, um den Film durchzuplanen. Dann lassen sich auch Budgets vernünftig anpassen und einsetzen und so das Optimum für das Unternehmen herausholen.

Wenn wir noch einmal auf die inhaltliche Ebene gehen: Wo siehst Du den Dreh- und Angelpunkt eines guten Films oder Videos?
Story und Emotionen. Hast du eine gute Geschichte zu erzählen, erzeugst du damit auch die richtigen Emotionen. Das alles in ein gutes Drehbuch verpackt, welches dann von einem Regisseur umgesetzt wird, macht deinen Film rund und lässt die im Kopf erzeugten Bilder sprechen Kopfkino quasi….

Ist das Dein Credo?
Ja. Man sollte die Bilder sprechen lassen.

Zum Schluss, welchen Tipp würdest Du jedem Unternehmen geben, das gerne einen Film machen möchte, um sich zu präsentieren?
Auf jeden Fall sollte man Profis ans Werk lassen. Ein gewisses Maß an Erfahrung, das nötige Equipment und die dazu gehörige technische und inhaltliche Kompetenz sind unabdingbar für einen guten Film. Und man braucht Mut! Einen guten Film zu machen bedeutet auch mutig zu sein. Manchmal heißt es, sich zu trauen, Dinge anders zu sehen oder anders zu machen.

Film-Checkliste

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