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I/O-Konferenz 2014 – Google stellt seine Neuheiten vor

Date Posted: 27 Juni, 2014
Bild: Google, Inc.
Bild: Google, Inc.

Vor ein paar Wochen berichteten wir von Apples Entwicklerkonferenz WWDC. Gestern ging die Entwicklerkonferenz des großen Konkurrenten Google zu Ende. Auch die Macher der Android-Plattform stellten viele Neuerungen und ein neues Betriebssystem vor. Wenn die Konferenz eines klar gemacht hat, dann: Google will sich in jedem Aspekt des Lebens ihrer Nutzer breit machen.

 Neues Betriebssystem: Android L

Ähnlich wie iOS 7 im letzten Jahr, soll auch das neue Android Betriebssystem umfassend überarbeitet werden. Matias Duarte, Software-Designer von Google, stellte das neue OS Android L vor. Die Ähnlichkeiten zu Apples Betriebssystem sind kaum zu übersehen. Auch Android setzt in Zukunft auf ein modernes, klar strukturiertes und einfaches Design. Das „Marterial Design“ soll intuitiver und leichter bedienbar sein. Neben verschiedenen Formen und Farben, soll auch der Wechsel zwischen verschiedenen Apps flüssiger und benutzerfreundlicher werden. Eine weiteres Novum ist das überarbeitete Notifications-System: In Zukunft sollen Benachrichtigungen direkt bearbeitet werden können, ohne dass die eigentliche Aktivität unterbrochen werden muss. Für Entwickler wurde bereits eine Developer-Umgebung bereitgestellt.

 Am Arm, im Auto, im Fernsehen – Android überall

 Während vor dem Hauptquartier von Google Besetzer ihre Zelte aufgeschlagen hatten und unter dem Banner von „Google Occupy“ gegen den Konzern prostieren und die Freiheit im Netz zurückfordern, stellte Google eine Reihe von neuer Software und Produkten vor, die Menschen überall nutzen können. Darunter auch Android Wear, das neue Betriebssystem für Smartwatches. Die erste Hardware von LG und Samsung ist bereits erhältlich. Auffälligste Neuerung: Erstmals können auch Dritthersteller Apps für die neuen Smartwatches programmieren und veröffentlichen. Zwischen Smartphone und SmartWatch findet ein ständiger Austausch statt, so dass beide Geräte immer auf dem gleichen Stand sind. Zudem soll die Computer-Uhr nach und nach direkt erkennen, was der Nutzer von ihr will. Mithilfe von Sensoren und den Informationen, die Google über die Nutzer ihrer Geräte sammelt, soll das Wearable zum Beispiel beim Joggen direkt eine Fitness-App starten.

Google wagt nun auch einen Vorstoß in die Autoindustrie. Android Auto soll ebenfalls bereits in diesem Jahr, gleichzeitig mit dem Launch von Android L im Herbst, verfügbar sein. Einen ersten großen Partner hat Google mit der Open Automotive Alliance schon gewonnen. Zu dieser gehören Hersteller wie VW, Honda, Opel, Ford und Audi. Um die Ablenkung vom Verkehr so gering wie möglich zu halten, sollen Eingaben nur über das Lenkrad oder über Spracheingaben erfolgen. Ganz wichtig dabei ist natürlich die Integration von Google Maps. Über die Verbindung mit dem Smartphone kann so nicht nur eine einfachere Möglichkeit zur Telefonie während der Fahrt gewährleistet werden, sondern auch der Zugriff auf bestimmte Apps oder Musikstreamingdienste. Dass Google zukünftig einen stärkeren Fokus auf die Automobilbranche legen würde, war spätestens nach der Vorstellung des Google Autos klar.

Android TV als Nachfolger von Google TV

Als letzte wirklich große Neuerung stellte Google Android TV vor. Als Teil einer Settop-Box oder direkt im Fernseher integriert, will die Software das Fernseherlebnis der Zukunft noch einfacher und intuitiver machen. Gleichzeitig bedeutet dies auch das Ende von Google TV. Navigiert wird nicht mehr mit der Fernbedienung sondern wahlweise mit dem Smartphone, Tablet oder der SmartWatch. In Verbindung mit dem Play Store können auch Spiele nun leichter über Android TV auf dem Fernseher übertragen werden. Als Controller wird auch hier das Smartphone genutzt.

Während Apple vor ein paar Wochen auf der eigenen Entwicklerkonferenz seinen Fokus auf Software für die eigenen Geräte setzte, beweist Google, dass Android der Zukunft seinen Weg in nahezu jedes technisches Gerät finden will. Es scheint fast als wolle Google zu jeder Sekunde im Leben seiner Nutzer präsent sein. Zum einen ist so natürlich eine stetige Verbesserung und Anpassung der Hard- und Software auf die Interessen und Verhaltensweisen der Nutzer möglich – auf der anderen Seite ist es aber auch nahezu unheimlich, welche Informationen der riesige Konzern so in Zukunft sammeln kann. Besonders wenn man die Zukäufe der letzten Zeit im Bereich Roboter-Technologie und Überwachungskameras bedenkt. So sieht die technische Zukunft einerseits spannennd und rosig, andererseits aber auch tendenziell bedrohlich aus.

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