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Interesse an Smartwatches gering

Date Posted: 17 Oktober, 2014
© Apple
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Per Armbanduhr an einen Termin erinnert zu werden, ist seit ein paar Jahren problemlos möglich. Doch eine aktuelle Studie der GfK ergab, dass das Interesse an den Uhren weltweit und insbesondere im europäischen Raum gering ausfällt.
Bislang sind Smartwatches vorwiegend mit einem Android-Betriebssystem (Android Wear) erhältlich. Im September diesen Jahres hat Apple mit der Apple Watch eine Smartwatch in ihre Consumer-Produkte aufgenommen. Die Frage, die sich jetzt stellt, ist: Kann Apple iPhone-Nutzer überzeugen, eine solche Uhr zu kaufen? Und wenn ja, warum?

Deutschland ist skeptisch

GfK hat eine internationale Studie in fünf Staaten (Deutschland, Großbritannien, China, Südkorea und den USA) mit je 1000 Smartphone-Nutzern durchgeführt und diese gefragt, wie sie das Potenzial einschätzen, eine Smartwatch als Fahrkarte, Sicherheitsschlüssel für Computer und Onlinekonten, als Ausweis oder im Bezahlsystem einzusetzen. Der Umfang dieser Befragung zeigt bereits die vielfältigen Einsatzgebiete einer modernen Smartwatch auf. Doch die Befragten reagierten auf die Umfrage weitgehend zurückhaltend.
Die GfK-Studie ergab, dass eine Smartwatch mit persönlichen Gesundheitsinformationen für Arzttermine und Notfälle weltweit noch am ehesten gewünscht ist. Während das Interesse daran in Asien noch am höchsten ist, liegt es in Europa am niedrigsten. Interessant dabei ist außerdem das Verhältnis der verschiedenen Altersgruppen: Je älter die Befragten, umso größer das Interesse an dieser Funktionalität.
Die Smartwatch als Fahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen ist ebenfalls in Asien und in den USA am beliebtesten. In Deutschland sind lediglich 31 Prozent der Befragten für diesen Nutzungseinsatz zu begeistern. Noch weniger  Deutsche (insgesamt 25 Prozent) befürworten den Einsatz einer Smartwatch für die Identifizierung am Computer oder beim Zugriff auf Online-Konten. Die Smartwatch als Alternative für den Ausweis sehen laut der Studie länderübergreifend nur 38 Prozent. Bargeldloses Bezahlen mit der Smartwatch? Eher nicht, denn nur 35 Prozent aller Befragten bekundeten Interesse am mobile Payment, also dem Bezahlen mittels Near Field Communication (NFC).
Insgesamt also ernüchternde Umfragewerte – zumindest aus Europa. Und trotzdem setzt Apple auf die Smartwatch-Technologie und bringt mit der Apple Watch eine extravagante Armbanduhr auf den Markt.

Greift das Apple-Phänomen?

Wenn die neue Apple Watch zur Markteinführung Anfang nächsten Jahres genauso läuft, wie die des iPhone 6 und iPhone 6 Plus, dürfte Apple wieder einmal Verkaufserfolge verkünden. Denn trotz aller Kritik an den neuen iPhones erzielte Apple mit über zehn Millionen verkauften Mobilgeräten allein am ersten Verkaufswochenende einen neuen Rekord.
Doch wie schon bei den neuen iPhones, steht auch die Apple Watch in harscher Kritik. Grund für diese Kritik der Produkte des kalifornischen US-Unternehmens aus Cupertino liegt oftmals im Preis-Leistungsverhältnis. So bietet rein technisch gesehen die neue Apple Watch trotz des hohen Preises von mindestens 349 US-Dollar nicht mehr, als eine bisher erhältliche Smartwatch zu deutlich günstigeren Konditionen.
Ein weiteres Problem ist, dass die Apple Watch nur in Verbindung mit einem iPhone funktioniert. Sie dient wie jede andere Smartwatch als Erweiterung des Smartphone-Displays und hat im alleinigen Einsatz keinen Mehrwert gegenüber einer normalen Uhr.
Diese Kritik, verknüpft mit der oben aufgeführten GfK-Studie, wird Apple zumindest im europäischem Raum bei der Markteinführung sicher zu schaffen machen. Ein Selbstläufer, wie die neuen iPhones, wird die neue Apple Watch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht werden. Wenn das Angebot von intelligenten Armbanduhren aber weltweit besser ankommt, mehr Vertrauen in die Technik gesteckt wird und sich Funktionalitäten wie das mobile Bezahlen international erwiesen haben, sind die Karten neu gemischt.

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