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Influencer Marketing: WTF Kennzeichnungspflicht …

Date Posted: 3 Juli, 2017

Das Interview des Manager Magazin mit Caro Daur, ihres Zeichens Influencerin und eine der Großen in Deutschland, schlägt hohe Wellen. Denn spannend ist weniger was sie sagt, als das, was sie nicht sagt (im Manager Magazin auf Seite 2 des Beitrags zusammengefasst). Sie erzählt charmant, dass sie nur für Dinge wirbt, die sie möge, wie authentisch sie sei, welche Träume ihr die Marken erfüllten – doch wofür sie wieviel Geld bekomme, das verrät sie nicht.

Auch, dass sie bei ihren Posts selten bis nie markiert, ob das nun bezahlte Werbung oder ein eigener Post ist, irritiert. Dass sie sich damit strafbar macht, scheint ihr nicht bewusst zu sein, oder blendet sie einfach aus. Das ist sehr befremdlich.

 

Hier wird die Grauzone zur Twilightzone

Denn eine Caro Daur ist der fleischgewordenen Traum junger Mädchen, sie lebt das Leben, das viele gerne leben wollen – und mit dem Kauf der von ihr beworbenen Produkte haben sie Anteil daran – glauben sie.

Dass ihr Idol im Prinzip eine bezahlte Werbefläche großer Marken ist, das käme nicht Jedem in der Zielgruppe der kritikfreien 9-20-something Jährigen auf der Suche nach Ersatzidentität in den Sinn. Und doch ist es so. Denn eine Influencerin wie Caro Daur mag eine Million Umsatz im Jahr erzielen, es sind dennoch Peanuts, verglichen mit dem, was Firmen ansonsten an Werbegeldern zahlen müssten, um eine ähnliche Wirkung in der Zielgruppe zu erreichen.

 

No Pain no Gain?

So treffen sie ihre Zielgruppe direkt – mit einer (vermeintlichen) Authentizität, die sie sonst nie erreichen würden. Doch damit das so bleibt, will man unter dem Radar bleiben. Und dafür müssen die Kennzeichnungen natürlich weg.

Ich überlasse es den Juristen, ob die Unternehmen ihre Influencer damit zu einer Straftat anstiften. Aber faktisch ist es häufig so: das Bestehen auf Kennzeichnung durch Influencer zog in der Vergangenheit der noch jungen Branche oft sehr rigoros sofortiges Abstrafen und Verlust von Aufträgen nach sich. Das Risiko bleibt dem Influencer überlassen. Oder wie jemand auf Facebook schrieb: „Instagram ist die deregulierte Plattform, auf die die großen Marken gewartet haben. Man kann das auch korrupt nennen. Das Ende jeder Ethik.“

Eine solche Form der Beauftragung würden wir rundweg ablehnen und statt dessen Kunde und Influencer beraten.

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