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IFA 2016: Topthema? Smart Home!

Date Posted: 2 September, 2016

IFA 2016: Über 40 Aussteller aus 15 Ländern präsentieren auf 3.000 Quadratmetern im neuen Ausstellungsbereich in Halle 6.2 ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen zum Thema Smart Home, schreibt die IFA heute. Doch auch abseits der Messe ist klar: Das Internet der Dinge steht für die Vernetzung von Geräten mit dem Internet und ist im Zeitalter der digitalen Transformation ein zentrales Thema. Was aber neu ist: Erstmals gibt es auf der IFA eine spezielle Ausstellfläche dafür.

Zu Recht! Denn das Thema ist für Consumer als auf für die Industrie hochinteressant. Fernseher, die mit dem Internet verbunden sind und mit Musikanlagen über das eigene Netzwerk kommunizieren, sind da nur der Anfang. Die Bequemlichkeit wächst und das Smart Home soll unsere Lebensqualität steigern, statt sie zu verkomplizieren.

gfu Insights & Trends: Hans-Joachim Kamp, gfu Aufsichtsratsvorsitzender Bild: IFA
gfu Insights & Trends: Hans-Joachim Kamp, gfu Aufsichtsratsvorsitzender
Bild: IFA

Smart Home – Wie funktioniert das?

Im Zentrum des Geschehens steht in der Regel ein Basisgerät und eine passende App auf dem Smartphone oder Tablet, mit der man die smarten Geräte im Haushalt steuern kann. Beispiele: Das Licht mit Zwischensteckern steuern, die Fenster mit Kontakten kontrollieren und das Haus mit der Kamera nie aus dem Auge lassen – überall und zu jeder Zeit.

Damit sinkt nicht nur der Stresspegel, weil man sämtliche Heizthermostate herunterdrehen muss, wenn man das Haus verlassen möchte, sondern auch das Risiko für Einbrüche und Diebstähle. Mit einer intelligenten Kamera z.B. kann das Haus überwacht werden und mit den Zwischensteckern programmierte Geschehnisse aktiviert werden, um eine Anwesenheit vorzutäuschen.

Schon heute sind weltweit 6,4 Milliarden Geräte miteinander vernetzt. Bis 2020 sollen es schätzungsweise 25 Milliarden sein. Das größte Problem: Es existieren noch zu viele unterschiedliche Konsortien, viele Anbieter von Hardware und Apps und sehr verschiedene Standards.

Es fehlen daher festgelegte Produkt- und Leistungsstandards und der Markt erscheint unübersichtlich. RWE als Energiekonzern, Telekom als Telekommunikationskonzern aber auch Elektronikkonzerne wie Devolo stellen Smart Home Lösungen her. So laufen viele Branchen zusammen und bringen unterschiedliche Ansprüche mit sich, sodass der Konsument letzten Endes nur verwirrt ist.

Markt ist dynamisch, der Konsument skeptisch

Viele Hersteller, viele Systeme und unterschiedliche Herangehensweisen zeigen zwar eine dynamische Entwicklung des Marktes rund um das smarte Zuhause auf, aktuell ist das aber alles noch zum Nachteil des Konsumenten. Die Skepsis ist somit noch sehr groß und es gibt etliche Gründe dem Thema nicht genügend Vertrauen zu schenken. Umfragen von Bitkom zeigen, dass Skeptiker den Nutzen vom Smart Home nicht erkennen. Sie sehen das Smart Home als zu aufwändig und teuer an. Sie fürchten um Cyber-Angriffe und sehen die Systeme als unausgereift an.

Das Ziel ist somit klar, Smart Home-Lösungen sollen zu einer Steigerung der Lebensqualität beitragen, dieser Benefit muss für den Konsumenten auch erkennbar sein. Durch die aktiv geführten Aufklärungskampagnen der Hersteller bekommt das Thema den richtigen Fahrtwind, der erste große Schritt kommt aber erst jetzt im Zuge der IFA 2016 in Berlin. Ein eigener Bereich rund um das Thema zeigt, wie groß dieses geworden ist und präsentiert die Zukunft. Der Weg aus den Kinderschuhen in eine immer ausgereiftere Branche. Das Thema gewinnt an Bedeutung und dieser Trend muss genutzt werden.

IFA Innovations Media Briefing 2016: Kärcher Stand BIld: IFA
IFA Innovations Media Briefing 2016: Kärcher Stand
Bild: IFA

Doch ist das Thema für Medien kein leichtes. Seit ein paar Jahren wird kontinuierlich über smarte Lösungen berichtet, jedoch ohne größere Meilensteine. Der Durchbruch hat auf sich warten lassen und den Medien fehlt die gewisse Newsrelevanz zu dem Thema. Viele Berichterstattungen ähneln sich, sodass der Konsument nur schwer differenzieren kann.

Der Benefit des Smart Home muss in den Medien gezielt platziert werden und mit den richtigen Inhalten einen Newswert generieren um bei den Konsumenten und Skeptikern ein Umdenken zu erreichen.

Ansonsten endet es so, wie in unserem augenzwinkernden Communicartoon.

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