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IFA 2013: 4K-Kinotechnik für das Wohnzimmer

Date Posted: 3 September, 2013
LG Ultra HD TV
Bild: LG Electronics

Ich muss eine Beichte ablegen: Anno 2007 investierte ich knapp 180 Euro in das HD DVD-Zusatzlaufwerk der Xbox 360. Dazu knapp 40 Euro in die HD DVD des Films King Kong. Ich konnte es einfach nicht abwarten. Der Preis meiner Ungeduld war hoch: HD DVD floppte. Zwölf Monate später gab es das HD DVD-Laufwerk auf Amazon für 29 Euro zu kaufen. Doch eines blieb: Ich liebe High Definition! Dank eines neuen TV-Trends stehen mir scharfe Zeiten bevor: 4K wartet. Doch dieses Format zu kommunizieren, wird für Unternehmen und Agenturen eine noch größere Herausforderung als klassisches HD. Gerade auf der IFA.

HD ist ein Luxus

Seit 2007 ist es für mich ein Luxus, Spielfilme, Sportveranstaltungen und Serien in HD zu genießen. Ab und an schalte ich mal analoges SD-Bild ein – nur um mein Koordinatensystem wieder gerade zu rücken. Danach feiere ich das scharfe Bild, hohe Bitraten, brillante Farben und hohe Kontrastwerte regelrecht. In Deutschland dauerte es erstaunlich lange, bis auch TV-Sender in HD ausstrahlten. Das lag auch an einem kleinen Kommunikationsproblem: HD muss man sehen. Über einen SD-Fernseher wird das zur Herausforderung. Spots, die einfach nur HD anpriesen, suggerierten weniger technikaffinen Zielgruppen, sie sähen HD. Reaktion: „Das sieht ja auch nicht besser aus“. Mancher Kreative schaffte es tatsächlich, den Unterschied zwischen SD und HD in Worte zu fassen: „Der Unterschied zwischen SD und HD ist, wie der zwischen einem schmutzigen und frisch geputzten Fenster.“ Der Urheber? Unbekannt. Solche Sätze braucht es aber, um eine Technik zu kommunizieren, die sich mit installierter Hardware noch nicht abbilden lässt.

Und jetzt? 4K. Oder schnittiger: UHD (Ultra-HD). 4096 horizontale Bildpunkte und 2160 vertikale Bildpunkte – das ist die Auflösung, um die es geht. Schon Anfang 2012 wurden die ersten Fernsehgeräte vorgestellt, auf denen die neue Technologie funktioniert. Bisher sind es aber immer noch wenige Geräte, die den Standard der Zukunft anbieten. Kein Wunder, denn bislang gibt es kaum eine Möglichkeit, die technischen Möglichkeiten voll auszureizen. Sowohl das Fernsehprogramm als auch HD-Filme müssen von den Geräten hochgerechnet werden. Das hat zur Folge, dass das Bild an Qualität verliert. Nein – um die Zielgruppe zu sensibilisieren, braucht es entweder ein großes Sportereignis – eventuell die WM 2014 in Brasilien oder eben Ausstellungsstücke am Point of Sale. Da hat’s mich auch erwischt. Vor einigen Wochen stand ich in einem Elektrofachmarkt vor einem 70-Zoll-4K-Gerät. Zu sehen waren UHD-Aufnahmen von Schloss Neuschwanstein. Ich war schlicht begeistert. Das Gegenteil war beim Preis der Fall. Knapp 20.000 Euro – auch wenn sie in Raten zahlbar sind – sind unerschwinglich!

4K ist eines der Themen der IFA in Berlin

Toshiba Quad-Full-HD
Bild: Toshiba

Doch 4K ist ein wichtiges Thema für TV-Hersteller auf der IFA. Mit der schieren Größe können die Hersteller nur noch schwer reiche Öl-Scheichs zum Kauf bewegen. Das brillante Top-Bild muss zu sehen sein. Und tatsächlich: Auf der diesjährigen IFA blasen die TV-Hersteller zum erneuten Angriff. Samsung, Sony, LG, Sharp und Toshiba stehen schon mit neuen Geräten in den Startlöchern. Acer hingegen wird auf der IFA sogar ein Smartphone mit der 4K-Technik präsentieren. Klar also, dass UHD (Ultra HD) eines der großen Themen auf der IFA in Berlin sein wird. Im Vorfeld der Messe haben einige Hersteller bereits angekündigt, die Preise für die bereits erhältlichen und die neuen Geräte etwas anzupassen. Selbst 50%-Rabatte würden noch rund 10.000 Euro bedeuten. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber so bleiben die neuen Geräte wohl auch auf einige Jahre pure Traum-Geräte.

Die Möglichkeiten, echtes 4K zu erleben, sind im Moment noch sehr limitiert. Eine davon sind 4K-Kinos. Auch deren Anzahl ist in Deutschland begrenzt. Blockbuster wie „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ waren im letzten Jahr bereits in 4K zu sehen.

Die neue 4K-Technologie wird sicherlich noch nicht im nächsten Jahr zum neuen Fernsehstandard. Dennoch wird sich der Trend weiter fortführen. Die Masse an neuen Geräten, die auf der IFA gezeigt wird, sprechen dafür, dass die Hersteller die Verbreitung der 4K-Technologie weiter vorantreiben müssen. Dafür sind zwei Dinge elementar: erschwingliche Preise und eine Kommunikation, die den Unterschied begreifbar macht.

 

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