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Herausforderung Fachkräftemangel – Bewegtbild als High-Potential-Magnet

Date Posted: 22 Februar, 2013

Denken Sie über Bewegtbild als High-Potential-Magnet nach, denn Zeiten des Fachkräftemangels dämmert es auch dem härtesten Profit-Hardliner: Das größte Unternehmenskapital ist der Mensch. Dass die Diskussion keinesfalls ein reines Medienphänomen ist, beweist unter anderem die Kienbaum-Trendstudie 2012. Eine der zentralen Aussagen der 167 befragten Personalverantwortlichen ist, dass die Rekrutierung von Fachkräften ein wichtiges Thema des kommenden Jahres ist. Die Studie offenbart ebenfalls, wo der Schuh drückt: 46 Prozent der befragten Unternehmen haben insbesondere Probleme, geeignete Spezialisten für den Bereich IT/Informationstechnologie zu rekrutieren.

Auffällig: Viele Unternehmen scheinen die Kombination aus Social-Media-Kommunikation und Bewegtbildformaten noch immer zu unterschätzen. Vor allem hinsichtlich der Probleme, genügend und gute Mitarbeiter für die Bereiche IT/Informationstechnologie zu rekrutieren, kann diese Ignoranz fatale Folgen haben. Einigkeit besteht hingegen darüber, dass Employer Branding – also zur Arbeitgebermarke zu werden – ganz oben auf der To-do-Liste aller HR-Abteilungen stehen muss. Unternehmen sollten sich als attraktive Arbeitgebermarke präsentieren und ein Image als solches aufbauen, um weiterhin die fehlenden Arbeitskräfte für sich gewinnen zu können. Das bürdet den Kollegen aus dem Bereich HR eine Menge zusätzlicher Aufgaben auf. Diese gilt es zu meistern. Und hier spielt Bewegtbild eine tragende Rolle.

Kommunikation durch Bewegtbild

Kienbaums sechste Ausgabe der Studie „HR Strategie & Organisation“ zitiert Thomas Faltin, Director und Partner bei Kienbaum und verantwortlich für den Beratungsbereich HR Strategie & Organisation mit den Worten: „Um extern als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, sollte das Unternehmen intern auf zufriedene und engagierte Mitarbeiter verweisen können. Außerdem müssen sich Unternehmen zukünftig noch stärker mit den sich verändernden Werten und Ansprüchen aller Generationen von Mitarbeitern befassen.“ Faltin wird durch seinen Kollegen Erik Bethkenhagen dahin gehend ergänzt, dass viele Firmen dies zwar bereits erkannt hätten, jedoch Schwierigkeiten bei der Umsetzung zeigten. Entscheidend sei, ein Unternehmen sollte diejenigen Attribute herausarbeiten, die es als Arbeitgeber auszeichneten, und diese gälte es dann zielgruppenadäquat, authentisch und kontinuierlich zu kommunizieren.

Was heißt das im Klartext? Viele Job-Interessierte wollen heute auf eine beinahe persönliche Art und Weise angesprochen werden. Gerade in den beliebten Berufsfeldern reicht es oft nicht mehr aus, eine klassische Personalanzeige zu schalten oder einen Career-Day zu veranstalten. In Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels entsteht so ein regelrechter „War of Talents“, in dem Unternehmen um qualifizierte Kräfte kämpfen. Möge der Bessere gewinnen… aber: Wer ist der Bessere?  Wer die Anzahl qualifizierter Bewerber erhöhen und sich als interessanter Arbeitgeber darstellen möchte, muss dies strategisch angehen. Individuell und nicht mit der Gießkanne. Wiedererkennbar und nicht unpersönlich. Das beginnt bereits mit der Auswahl der relevanten Plattformen: Die möglichen Bewerber müssen dort angesprochen werden, wo sie sich bewegen: Sind sie auf YouTube, Facebook, Twitter, Xing, LinkedIn oder auf Blogs? Unternehmen, die dort auch 2013 noch nicht präsent sind, haben etwas nachzuholen. Mitarbeiter sind dort privat unterwegs, potenzielle Kandidaten ebenso. Darum ist die Demonstration der Attraktivität der Arbeitgebermarke unter anderem auch dort enorm wichtig – vor allem in Kombination mit Bewegtbild. Für ein modernes und zeitgemäßes 360°-Employer-Branding, das sowohl intern, als auch extern in sozialen Medien und im redaktionellen Umfeld funktioniert, rät auch unser Fachmann, Jens Gronek, Leiter der wildcard-Bewegtbild-Unit, zum wichtigen und richtigen Bewegtbild-Mix.

Der Imagefilm – für alle finanzierbar geworden

Bewegtbild ist ein Magnet für die sogenannten High-Potentials – bei dieser Aussage handelt es sich keinesfalls um einen kurzfristigen Trend, sondern um eine lang anhaltende Entwicklung – nahezu alle der deutschen Top-30-Unternehmen setzen bereits seit Jahren darauf: Daimler, Lufthansa oder Siemens. Trotz dieser großen Namen ist ein guter Film aber längst kein finanziell unmöglich zu realisierendes Projekt mehr. Selbst kleine und mittelständische Unternehmen können sich diesen Luxus dank maßgeschneiderter Angebote nun leisten.

Doch bevor der bewegte Kampf um die Talente beginnt, gilt es die Übersicht zu bewahren. Für externe Einsätze führt kein Weg am Imagefilm vorbei. Ein guter Imagefilm ist auf Unternehmen und Zielgruppe zugeschnitten und in seiner Aussage deutlich und zuverlässig. Ein starker Imagefilm macht Unternehmen nicht nur glaubhafter und authentischer – er macht auch Stellenanzeigen erfolgreicher. Dieses Format wird nicht primär für das Netz produziert – eignet sich aber nach entsprechender Anpassung sowohl für soziale Netzwerke als auch für Hochglanz-Messeauftritte. Natürlich muss hier die Optik nicht mehr länger nur gelackter Hochglanz sein. Das kommt in erster Linie auf den Unternehmenscharakter und die angepeilte Zielgruppe an.

Web-TV und Produktfilm ergänzen sich

Wer für ein produzierendes Unternehmen arbeiten möchte, der sollte die Produkte kennen. Nähe zu Märkten, Marke und Produkten ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Absatz. Das gilt auch und gerade in den heutigen Zeiten, in denen sehr internationale Geschäftspartner teils beide nicht in ihrer Muttersprache miteinander verhandeln müssen und in denen die Produkte immer komplexer und weniger anpassbar sind. Wie soll sich da der Mitarbeiter für das Produkt überhaupt noch begeistern können? Wie kann man ihm Identifikationshilfen mitgeben? Ein professionaler Produktfilm kann diese Wirkungen entfalten, intern wie extern. Professionelle Produktfilme bewältigen dabei den Grat zwischen Werbung und Produkterklärung. Sie informieren, sie inszenieren das Produkt und schaffen nebenbei eine emotionale Bindung – diese ist eng mit der Marke und dem dahinterstehenden Unternehmen verbunden. Damit kann man auch denn Geschäftspartner in Südchina für sich einnehmen.

Für schnell konsumier- und teilbare Inhalte empfiehlt sich im Employer Branding hingegen das Web-TV-Format – ob per Specialist-Video, um konkrete Berufsgruppen anzusprechen oder als Azubi-Intro, um mehr als ein paar Einblicke in die gebotenen Ausbildungsberufe zu geben. Die Unternehmen sollten sich von beliebten Web-TV-Kanälen inspirieren lassen. Was dort zu sehen ist, zeichnet ein wichtiges Bild der Realität: Videospiele, Video-Tagebücher und Comedy. Hinsichtlich einer größeren Arbeitgeberattraktivität, wäre es kontraproduktiv, gegen diese Erkenntnisse anzukämpfen. Warum? Um mit einem moderneren Auftritt ein interaktives, teils auch jüngeres Publikum anzusprechen und dieses direkt an die Marke zu binden. Das schafft nicht nur zukünftige Kunden, sondern auch zukünftige Arbeitnehmer. Die Messlatte für professionell wirkende Web-TV-Formate liegt heute allerdings schon sehr hoch.

Vernetzung auch hier wichtig

Nach einer aktuellen Studie der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien haben bereits drei von vier Web-TV-Sendern eine eigene Facebook-Seite. Die sozialen Netzwerke spielten 2012 auch in der Zahl der Videoabrufe mit einem Anteil von rund 25 Prozent eine zunehmend größere Rolle. Wer dort die besten Mitarbeiter gewinnen will, muss dafür auch in Sachen Bewegtbildformaten bestes  entwickeln.

Mobile ist die Zukunft

Bereits knapp 20 Prozent der Abrufe finden über Smartphones und Tablets statt. Tendenz stark steigend. Daraus lassen sich interessante Schlüsse ziehen, wie das passende Bewegtbildformat aufgebaut sein sollte: Kurz, unterhaltend, informativ und abrufbar über YouTube oder Vimeo, statt nur herunterladbar über eine Corporate Website. Dafür ist es dann um so wichtiger, im beschreibenden Informationstext mindestens einen Link zu einer Karriereunterseite zu stellen und den Traffic von dort zu messen. So weiß man, wer direkt über diesen Weg zu einem gefunden hat und wer sich beispielsweise erst nach dem Lesen eines dazu passenden Blogbeitrages weiter über den Job informieren möchte.

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