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Head-up-Displays: Alle Informationen immer im Blick

Date Posted: 20 August, 2014
© SKULLY
© SKULLY

Meine erste Begegnung mit einem Head-up-Display hatte etwas von Science-Fiction. Ich saß unlängst in einem neuen BMW-Modell, startete das Navigationssystem und bekam prompt alles Wissenswerte, was mit meiner zu fahrenden Strecke, meiner Geschwindigkeit und Umgebung zu tun hatte, auf die Windschutzscheibe projiziert. Fast hätte ich „Energie“ gerufen. Doch stört das nicht beim Fahren? Schränkt das nicht die Sicht ein? Keineswegs – und das ist eine Meisterleistung: Ich nahm alle Informationen wie selbstverständlich wahr. Das Head-up-Display (HUD), aber auch all die anderen technischen Innovationen im Fahrzeug wirkten auf einen Kleinwagenfahrer wie mich wie der Umstieg von der Schreibmaschine auf einen PC. Kein Wunder also, dass Autohersteller und Software-Entwickler in der neuen Technologie noch viel Potenzial sehen. Ich kann ihnen da nicht widersprechen.

Sicherheit auch für Motorradfahrer: Skully AR-1

Was für Autos möglich ist, sollte auch für Motorräder nicht unmöglich sein. Der Motorradhelm Skully AR-1 kann, mithilfe einer eingebauten Kamera, ein Bild in das Sichtfeld des Fahrers einblenden. Mit zahlreichen Vorschusslorbeeren bedacht, schickt sich die Erfindung des amerikanischen Herstellers an, das Motorradfahren sicherer zu machen. Auf einen Blick stehen dem Träger des Helms Daten zur aktuellen Strecke, zum Verkehr oder zur Geschwindigkeit zur Verfügung. Doch es ist nicht nur die kleine Kamera vorne, die Skully auszeichnet: Eine Kamera auf der Rückseite ersetzt den Blick in den Rückspiegel und deckt selbst den toten Winkel mit einem Sichtfeld von 180 Grad ab. Integrierte Kopfhörer und Mikrofon ermöglichen nicht nur Musikgenuss und das Hören von Navigationsanweisungen, sondern auch die Möglichkeit zu telefonieren. Über Bluetooth ist der Helm immer mit dem Smartphone verbunden.

Wie so viele technische Neuheiten in der letzten Zeit wurde auch Skully über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert. Auf Indiegogo brach man mit dem Helm alle Rekorde und sammelte innerhalb von 45 Stunden mehr als eine Million Dollar. Der smarte Helm wurde bereits im letzten Jahr erstmalig vorgestellt, basiert auf Android-Software und soll ab Mai 2015 an alle Unterstützer ausgeliefert werden.

Navdy: Gesten- und Sprachsteuerung für das Auto

„Feels like driving in the future“ ist der Claim von Navdy, einem mobilen HUD für das Auto, das nicht nur Informationen direkt im Blickfeld des Fahrers anzeigt, sondern auch durch Gesten- und Sprachsteuerung bedient werden kann. Navdy kann im Grunde alles, was auch mit verbauten HUDs moderner Autos möglich ist: Es zeigt an, wie schnell man unterwegs ist, wie lange die Tankfüllung noch reicht und wo man an der nächsten Kreuzung abbiegen muss. Es empfängt aber auch soziale Netzwerke und generelle Funktionen eines Smartphones mit offenen Armen. Durch eine kabellose Verbindung mit dem Smartphone und dem Einsatz einfacher, kurzer Gesten oder Sprachbefehle, können so Anrufe entgegengenommen, SMS beantwortet oder Tweets abgesendet werden. Im ersten Moment klingt das nach überflüssigem Schnickschnack, allerdings bietet Navdy so eine sichere Alternative für Menschen, die selbst im Auto nicht die Finger von ihrem Smartphone lassen können und so eine Gefahr für sich und andere darstellen.

Auch Navdy wurde durch Crowdfunding finanziert, allerdings nicht durch bekannte Plattformen wie Kickstarter oder Indiegogo. Vielmehr kann man das Gerät auf der Herstellerseite vorbestellen. Early Adopter profitieren dadurch von einem Preisnachlass von 40%. Navdy soll in den ersten Monaten des nächsten Jahres erscheinen und dann 499 Dollar kosten.

Beide Produkte zeigen zum einen wie wichtig Crowdfunding für die Tech-Branche, aber auch generell als neue Möglichkeit der Ideenumsetzung, geworden ist. Auch kleinere Erfindungen für eine begrenzte, ausgewählte Zielgruppe können so erfolgreich produziert und verkauft werden und dazu führen, dass große Hersteller auf Technologien und Trends aufmerksam werden, auf die sie zuvor nicht gesetzt hätten. Zum anderen geben sie einen Einblick auf die Zukunft des Fahrens. Wo Googles selbstfahrendes Auto noch in weiter Ferne liegt und man nur alle paar Monate Neuigkeiten zu hören bekommt, sind diese Neuheiten fassbar und nur ein paar Monate entfernt. Sie geben die nötigen neuen Impulse für die Branche und richten ihre Entwicklungen direkt auf den Kunden und dessen Vorlieben aus.

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