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Hände weg!

Date Posted: 5 September, 2013
Samsung Galaxy Gear
Bild: Samsung Mobile

Zuletzt ging es vor allem darum, ständig und überall Zugriff auf die eigenen Daten und das Internet zu haben. Die Ära der Smartphones und Tablets war in ihrer vollen Blüte. Im nun anbrechenden, neuen Technik-Zeitalter werden Mobilgeräte nicht mehr in der Hosentasche, sondern direkt am Körper getragen. Entweder auf der Nase (Google Glass) oder am Handgelenk. Der Trend geht klar Richtung Smartwatch. Auch auf der IFA ist die intelligente Uhr eines der heißen Themen.

Die Uhr tickt

Die Meldung, das Samsung auf der IFA seine erste Android-Smartwatch veröffentlicht, wurde in der digitalen Gemeinde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Nicht nur dass der südkoreanische Großkonzern dem Konkurrenten Apple im Smartphone-Segment auf die Pelle rückt, nun überholt er die Kalifornier auch noch beim Wettlauf um die neuen Computer-Uhren. Bereits am 25. September ist Galaxy Gear von Samsung für 299 US-Dollar erhältlich. Die Uhr muss allerdings mit einem Galaxy Note 3-Mobiltelefon oder mit einem Galaxy Note 10.1-Tablet verbunden sein. Das 1,6-Zoll-Dsplay bietet eine Auflösung von 320 x 320 Pixel. Mit der im Armband verbauten Kamera lassen sich Fotos mit maximal 2 Megapixel und Videos mit maximal 720p aufnehmen. Angeblich finden laut Heise maximal 10 Apps auf dem Samsung-Gadget Platz. Die Akkulaufzeit wird mit 25 Stunden angegeben.

Interesse von allen Seiten

Sony Smartwatch 2
Bild: Sony Mobile Communications

Genau wie im Smartphone-Segment formieren sich nun auch bei den smarten Uhren die Big Player, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Sony ist sowas wie der Veteran in diesem Bereich und hat auf der IFA mit der SmartWatch 2 bereits seinen zweiten Computer fürs Handgelenk vorgestellt. Das 1,6-Zoll-Display bietet eine Auflösung von 220 x 176 Pixel, nutzt BlueTooth 3.0 und operiert mit allen Mobiltelefonen, die Android 4.0 unterstützen. Der Nachfolger wiegt gerade mal 122,5g, ist dünner als die SmartWatch 1 und wirkt dadurch eleganter. Die Anzahl der Apps ist zum Start noch überschaubar, dafür soll der Akku der SmartWatch 2 satte vier Tage halten.

Google Glass
BIld: Google

Google hat neben der Entwicklung von Google Glass auch die Bedeutung von Computer-Uhren erkannt. So gab das Internet-Unternehmen Anfang September den Erwerb des Smartwatch-Herstellers Wimm bekannt. Berichten zufolge soll das Team in den Bereich des Google-Konzerns integriert worden sein, der für das Android-Betriebssystem zuständig ist. Im Jahr 2011 hatte Wimm mit dem Wimm One seine erste Smartwatch auf den Markt gebracht. Und was macht Apple? Dass die Kalifornier bereits fleißig an einer Smartwatch arbeiten, ist ein offenes Geheimnis. Sie haben sich seit längerem den Namen „iWatch“ gesichert. Laut eines Artikels im Guardian sind bereits taiwanesische Hersteller mit dem Bau der iWatch beauftragt worden. Demnach soll die Apple-Uhr im Jahr 2014 mit einer Preisspanne zwischen 149 und 199 US-Dollar erscheinen.

Wenn wir von smarten Uhren sprechen, darf Pebble nicht unerwähnt bleiben. 2012 als Kickstarter-Projekt gestartet, wird die Uhr seit Januar 2013 an Spender ausgeliefert. Sie ist nicht auf ein Betriebssystem festgelegt und funktioniert via BlueTooth sowohl mit iPhone-Modellen als auch mit Android-Geräten. Man kann sich Pebble wie eine Smartphone-App vorstellen, um die ein Uhren-Gehäuse gebaut wurde. Das Schwarz-Weiß-Display bietet eine Auflösung von 144 x 168 Pixel, der Akku hält laut Hersteller länger als sieben Tage. Pebble ist für 150 US-Dollar zu haben.

Ausblick

Samsung Galaxy Gear
Bild: Samsung Mobile

Eines steht fest: Der Smartwatch-Bereich ist der heiße Trend der Technik-Branche. Ob die Geräte am Handgelenk unser Nutzungsverhalten am Ende ähnlich revolutionieren werden wie seinerzeit  das Smartphone, bliebt abzuwarten. Persönlich schätze ich die Entwicklung eher als Evolution ein. Einige wird vermutlich der Gedanke abschrecken, neben Mobiltelefon und Tablet nun noch ein Gerät herumschleppen zu müssen. Entweder auf der Nase oder am Handgelenk. Ich dagegen fiebere den neuen Gadgets erwartungsfroh entgegen. Allein der Gedanke, auf Messen den nächsten Termin schnell auf der Smartwatch zu sehen, ohne erst das Mobiltelefon aus der Tasche zerren zu müssen, nährt meine Vorfreude.

Erstaunlich ist aus meiner Sicht der zeitliche Vorsprung, den Apple der Konkurrenz in diesem Segment einräumt. Sonst immer Vorreiter in Sachen Technik, sind sie dieses Mal mit der iWatch ziemlich hinten dran. Anscheinend ist der Konzern überzeugt, dass die technischen Fähigkeiten der Apple-Uhr die Konkurrenz wie altbackene Uhrmacher aussehen lässt. Und ganz ehrlich: Es würde mich nicht wundern, wenn das im Jahr 2014 genau so passiert. Zumindest gibt es endlich ein neues Technologie-Feld, das von vielen Firmen umkämpft wird. Das sind für mich als Technik- und Gadget-Freund rosige Aussichten.

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