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Drei Hallelujahs für einen Tweet: Holy-Social-Media ist geboren – Sündenvergebung in 140 Zeichen?

Date Posted: 19 Juli, 2013
Holy-Social-Media
Bild: wildcard

Was meint ihr, kann dieses Angebot anzunehmen dem Seelenheil nicht schaden? Der Vatikan stellt seinen Gläubigen nun eine neue, zeitsparende Möglichkeit in Aussicht, die seelische Last von seinen Schultern nehmen zu lassen. Twitter macht’s möglich. Twitter? Ja, der Vatikan baut die Social-Media-Aktivitäten deutlich aus. Das sorgte für einige Irritationen. Wir gehen den Motiven nach.

Clevere Weltjugendtag-Promotion

Vom 23. – 28. Juli findet in diesem Jahr der Weltjugendtag in Rio de Janeiro statt. Auch der Vatikan weiß, dass mit Sicherheit nicht alle jungen Gläubigen die Möglichkeit haben, dem Papst live in Rio zu lauschen. Diejenigen, die es nicht nach Brasilien schaffen und das Spektakel im Internet per Livestream oder Twitter verfolgen, können aufatmen. Es soll für alle, die den Weltjugendtag verfolgen, möglich sein, sich die Sünden vergeben zu lassen. Ablasshandel für ein paar Zeichen in einem sozialen Netzwerk? Das klingt jetzt nach „Sünden-Cache“ leeren. Dem Katechismus der katholischen Kirche nach, ist das deutlich komplizierter. Allerdings zeigt diese Aktion, wie einschlagend Social-Media-Aktionen sein können – wenn man denn praktisches Denken mit dem „Gut-Glauben“ verbindet. Drei Hallelujah für ein Twitter-Amen: Holy-Social-Media ist geboren.

Holy-Social-Media

Sowohl Konservative als auch Medien fanden diese Meldung befremdlich – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Und so ruderte man in Rom schnell zurück: Ein paar Tage nach der frohen Kunde gab es eine Konkretisierung der Aussage des Vatikans. Erzbischof Claudio Maria Celli sagte, dass man einen Ablass nicht „wie Kaffee am Automaten“ beziehen kann. Vielmehr müsste das Online-Angebot des Vatikans „geistige Früchte in unser aller Herzen“ heranreifen lassen. Übersetzt bedeutet das, dass es nicht ausreicht, einfach nur „Holy-Social-Media“ zu liken, sondern den Glauben selbst. Das ist selbstverständlich jedem Einzelnen selbst überlassen.

Dabei wüsste ich natürlich nur zu gerne, welche KPI (Kritische Erfolgsgrößen) der Vatikan hierfür zur Messung einsetzt.

 

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