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Google + – Jetzt einsteigen?

Date Posted: 2 April, 2013

Über eine Sache müssen wir nicht diskutieren: Google+ ist aktuell das kleinste der drei großen sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und Google+. 10.000 Flies klärt die Machtverhältnisse eindeutig. Allerdings wächst Google+ am stärksten. Suchen wir eine zugegebenermaßen etwas schiefe Analogie, wäre Google+ ein Schwellenland wie Brasilien und Facebook die USA. Während Letztere nur noch in geringen Umfang ob der ohnehin riesigen Power nur noch langsam wächst, schießt Brasilien in puncto Wachstum durch die Decke. Eifrige Börsen-Manager raten natürlich: „Investieren Sie in Schwellenländer.“ Und wie ist das bei PR-Beratern? Sagen die, legen Sie ein Google+-Profil an?

Der Google+ -Account

Google+ entwickelt sich immer weiter. Neue Funktionen sollen die User ins Netzwerk holen.
Bild: wildcard communications

Nun, schaden kann er nicht, ein Google+-Account. Ob man für das Management eines Google+-Profils zeitliche Ressourcen aufwenden mag, kann sich lohnen, wenn man einige Punkte beachtet. Der große Vorteil von Google+ gegenüber Facebook ist aktuell, dass es keinesfalls so überlaufen ist, wie Zuckerbergs Alternative. Noch tummeln sich auf Google+ hauptsächlich Unternehmensvertreter, Social-Media-Hipster, Digital Natives, online-affine Pressevertreter und viele Blogger – also all jene Multiplikatoren, die fast alle auch auf Facebook zu finden sind, oder jüngst für Aufsehen sorgen wollten, indem sie ihren Facebook-Abschied zelebrierten. Kurz auf Facebook geschaut, gibt es Gründe, warum sich die Entwicklung dort bald ändern könnte? Bei allen Unkenrufen – nein. Der Höhepunkt der Dekadenz, die irgendwann jedes Imperium dahinrafft, ist bei Facebook noch nicht erreicht. Kommen wird er, da die kommerzielle Social-Media-Nutzung auch an Facebook keineswegs spurlos vorübergeht. Hunderte, datenspähende Gaming-Apps, Klick-Nepp, Werbeflut und Such-Chaos tragen ihren Teil dazu bei. Andererseits muss man ja auch klar bleiben, mit dem, was Facebook einem bieten wollte. Angetreten war es, nicht allein, sondern unter Freunden zu sein. Und unter sich spricht man eben über Alltägliches, ist privat unterwegs. Was man dann etwas auflösen mag, wenn man nicht nur „enge Freunde“, sondern „Bekannte“ als Beziehungsstatus mit jemandem wählt, den man im Leben vielleicht noch nie gesehen hat.

Bei Google+ treffen Unternehmen Multiplikatoren in Reinform. Google+ zeigt sich im Moment als Mischung aus LinkedIn (oder Xing), einem Scrapbook persönlicher Eindrücke und einem Blog. Dass bei Google+ wortwörtlich nicht die ganze Familie zu finden ist, ist Vor- und Nachteil zugleich. Der Vorteil ist, sich bei Google+ besser vernetzen zu können. Vor allem, wenn man einen Kommunikationsberuf ausübt. Google+ hat gleichzeitig aber den Nachteil, eben kaum wirkliche Endkunden erreichen zu können.

Google+ -Kreise

Die drei Männer hinter Google: Eric Schmidt, Larry Page und Sergey Brin. Mit Google+ haben sie Großes vor.
Bild: Google

Die „Kreise“, also die Möglichkeit seine Kontakte in unterschiedlichen Ebenen der Bekanntheit einzuordnen zu können, ist noch immer die durchdachteste Funktion, um Privates vom Rest zu trennen. Und das trotz Facebooks schneller Reaktion, ähnliche Funktionen anzubieten. Das „Kreise“-System ist der Facebook-Einteilungsfunktion überlegen, doch offenbar ist das für die User kein ausreichendes Wechselargument. Die Masse nimmt die Vorteile der Google-Welt einfach nicht wahr. Und wieso auch? Noch nutzen die meisten User Facebook als Newsfeed des Privatlebens ihrer Freunde und Bekannten. Der User ist, wo seine Freunde sind. Der Gedanke, sich zum eigenen Vorteil zu vernetzen, steht sicher nicht im Vordergrund. Facebook ist Mainstream. Google+ ist derzeit tatsächlich die Alternative für Profis: Sichtbarmachen und Vernetzung mit Multiplikatoren: ja! Direkter Kontakt mit der Zielgruppe: nein.

Dabei hält Google+ über Funktionen wie dem +1 (statt des Like) und Hangouts, die parallel auf Googles Videomoloch Youtube platziert werden, sogar sehr SEO-relevante Details bereit. Wir beziehen hier gerne Position und stimmen mit einem klaren +1 für ein Profil in Google+.

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