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Global Brain: Ein Social-Media-Konzept mit sozialer Verantwortung und Perspektive?

Date Posted: 10 Januar, 2014
wildcard-Screenshot: Global Brain

Unter der Adresse www.glbrain.com findet man seit August 2013 das Social Network der Zukunft – zumindest, wenn es nach einem österreichischen Geschäftsmann geht. Wolfgang Pineggers Social-Media-Vision Global Brain, hebt sich bereits auf den ersten Blick deutlich von der etablierten Konkurrenz ab. Das Layout der Seite ist schlicht, klar strukturiert und verzichtet auf den übermäßigen Einsatz farblicher Akzente. Ein Statistik-Ticker auf der Startseite zeigt zudem, dass auch die Ausrichtung des Netzwerks im Vergleich eine vollkommen andere ist. Hier werden sowohl positive als auch negative globale Vorgänge präsentiert. Informationen zu Staatsverschuldung und Sterberaten wechseln sich im Sekundentakt mit Handyverkäufen und Geburtsraten ab. Jedoch kann sich auch ein neues Franchise wie Global Brain nicht vor bewährten Social-Media-Werkzeugen verschließen, weshalb Mechanismen aus bekannten Plattformen wie Tumblr, Facebook und Xing vorzufinden sind.

Global verlinkt

Global Brain trägt den Beinamen „the missing link“, versteht sich demnach als das fehlende Bindeglied im Social-Media-Bereich. Doch was genau verbindet die Plattform? Mit Global Brain soll eine Verbindung zwischen Usern auf der einen und den Möglichkeiten und Inhalten des Internets auf der anderen Seite geschaffen werden. Auf den ersten Blick allerdings eine Zielsetzung, welche bereits von der Konkurrenz aktiv verfolgt und mitgestaltet wird. Zudem bieten die Möglichkeiten heutiger Social-Media-Seiten die Basis für Pineggers Netzwerk. Global-Brain-User können ihren Content wie bei der Konkurrenz eigenhändig erstellen, strukturieren und bündeln, ohne auf Freunde, Follower, Chats, Blogs, oder ein Share-System verzichten zu müssen. In einem Interview mit magazin-exklusiv.de verriet Pinegger weiter, dass sich das Internet weiterentwickeln würde. „Derzeit beginnt im Netz eine neue Phase, sie ist stylischer, themenorientiert und auch sozial verantwortlich“, so Pinegger.

Drei Gehirne

Der Informationsfluss auf Global Brain findet wahlweise auf lokaler oder auf globaler Ebene, in sogenannten Lopinions und Glopinions, statt. Im Punkt „Glomo“ werden globale Bewegungen aufgeführt und auf „Glovo“ werden Votings zu weltweiten Themen abgehalten. Im unteren Drittel der Seite sind die GLNews verankert, welche von Usern generiert und verlinkt werden können. Im „MyBrain“ genannten persönlichen Bereich des Nutzers werden alle relevanten Einstellungen vorgenommen. Hier können Posts verfasst, Blogs eingerichtet, oder Themen verwaltet werden. Informationen zur eigenen Person werden auf Global Brain wie im Karrierenetzwerk Xing gehandhabt. Je umfangreicher das eigene Profil und die Informationen darauf sein sollen, umso mehr Geld muss in die Ausbaustufen investiert werden. Somit wirkt das Netzwerk wie ein Hybrid aus verschiedenen Erfolgsrezepten. Die Adaption erfolgreicher Features für das eigene Projekt ist mittlerweile ein beliebtes Stilmittel, das auch in den etablierten Netzwerken bereits Schule gemacht hat. Man nehme beispielsweise die Hashtag-Funktion, die auf Twitter ihren Anfang nahm und in der Zwischenzeit für diverse Plattformen wie Facebook oder Instagram zur Verfügung steht. Neben bekannten Kommunikationsfunktionenaus Facebook wurde der aus WordPress oder Tumblr bekannte Umgang mit Artikelinhalten und das auf Wunsch umfassende Profilgestaltungssystem von Xing in Global Brain integriert.

Global Brain filtert veröffentlichte Inhalte in drei Kategorien, sogenannte Brains. Diese widmen sich sowohl im Bereich der Opinions als auch der News Themengebieten des Alltags, schaffen es aber auch dazugehörige soziale Themen in den Fokus zu rücken. Das „Green Brain“ befasst sich mit Urlaub, Sport, Gesundheit, ohne aber den Umweltschutz außer Acht zu lassen. „Red Brain“ ist die Anlaufstelle für Themen wie Wirtschaft, Politik, Technologie und Immobilien. Unter „Blue Brain“ werden Lifestyle, Kunst, Mode sowie soziale Themengebiete gesammelt. Insgesamt sind die Kategorien sehr übersichtlich gestaltet, was das Navigieren intuitiv macht und eine gewisse Ähnlichkeit mit den Kreisen aus Google + aufweist. Natürlich ist eine Verknüpfung mit anderen Social-Media-Kanälen ebenfalls möglich, um Inhalte mit Freunden auf anderen Netzwerken zu teilen.

Die Thematik des Datenschutzes ist ein Grundpfeiler des sozialen Netzwerks. Denn anders als bereits bestehende Netzwerke legt Global Brain großen Wert auf die Anonymität des Nutzers und vermarktet dessen Nutzerdaten nicht eigenständig, wie es beispielsweise andere vergleichbare Portale betreiben. Im Netzwerk selbst ist der Nutzer lediglich als anonyme Statistik erkennbar – und das ungeachtet dessen, wie detailliert persönliche Informationen auf Global Brain hinterlegt werden. Ebenso hat der Nutzer durch seinen Nutzverhalten und die Einstellungsmöglichkeiten in „MyBrain“ den Informationsfluss und somit die Verfügbarkeit seines Profiles für die Vermarktung von außen selbst in der Hand. Eine Strategie, die aufgrund der ambitionierten Zielsetzung, ein Global Player in Sache Social Media zu werden, wegweisend für den Umgang mit privaten Accounts sein könnte.

Corporate Global Brain

Die von Pinegger ausgegebene Grundidee für Global Brain ist derzeit ein Alleinstellungsmerkmal. Der Ansatz, User einer Social-Media-Kanäle zur Verantwortung im sozialen Bereich zu ziehen, ist nicht nur aus ethischen Gründen sehr interessant. Aus unternehmerischer Sicht ergeben sich daher vielversprechende Perspektiven im Hinblick auf die wachsende Community.  Über „Glads“, die Werbung im Netzwerk, entsteht ein zielgerichteter Kontakt zur Zielgruppe. Nutzer werden aufgrund der in MyBrain hinterlegten Interessen direkt angesprochen und sind demnach offen für Informationen zu Themengebieten ihrer Wahl. Eine detaillierte Profil-Suchfunktion, welche sich sogar bis auf den Radius bestimmter Städte eingrenzen lässt, vereinfacht und beschleunigt zudem den engeren Kontakt innerhalb des Portals. Der Verbund aus diversen bewährten Mitteln anderer Plattformen in einem einzigen Social-Media-Kanal mit Ausrichtung auf vor allem globale Wirkungsreichweite bietet außerdem neue Möglichkeiten der Reichweitensteigerung. Durch eine Verlinkung auf Portale wie Twitter, Facebook oder Google+ kann das Social-Media-Netz des Unternehmens enger verknüpft werden. Damit kann auch Global Brain sinnvoll integriert und wirkungsvoller an Follower kommuniziert werden. Dabei kann zudem zielgerichtet auf aktuelle Themen bestimmter Länder zugegriffen werden und Trends noch vor dem großen internationalen Buzz erspäht werden. Ein zeitlicher Vorteil, der heute immer wichtiger wird.

Es bleibt festzuhalten: Auch visionäre Social-Media-Interpretationen kommen nicht ohne die etablierten Grundelemente des Bereichs aus. Durch die Prämisse eines verantwortungsbewussten Umgangs mit der Community und deren veröffentlichten Inhalten, entsteht jedoch ein vollkommen differenzierter Blick auf die angestrebte Rolle des Social-Media-Newcomers. Ist ein gemeinsames Ziel für Social-Media-Projekte die Zukunft des Bereichs? Wir sind gespannt.

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