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Geld verdienen im Internet – wie geht das?

Date Posted: 26 Juni, 2015

In unserer täglichen Arbeit sind wir für viele Kunden Ansprechpartner in Sachen Blogger und Influencer Relations. Dabei sind Influencer heutzutage vielseitig wie nie und auf zahlreichen Plattformen aktiv. Doch wie monetisiert man seinen digitalen Einfluss überhaupt? Gibt es spezielle Services, die das Geldverdienen für Autoren und Kreative online einfach machen? Im Folgenden wollen wir einen kleinen Einblick in das Thema geben.

Finanzierungsmodelle im Internet

Sich mit kreativen Inhalten im Internet zu finanzieren ist eine Aufgabe, die bisher in keiner Branche zufriedenstellend gelöst wurde. Webseiten, die sich über Werbung finanzieren, klagen über Werbeblocker und versuchen zahlende Kunden mit Premium-Inhalten zu locken. Werbung für Blogger oder kleine Webseiten ist in der Regel aber eher unüblich. Laut einer aktuellen Studie von Bitkom, zahlt mittlerweile jeder dritte Internetnutzer im Schnitt 15 EUR pro Monat für journalistische Online-Inhalte. Die Bereitschaft zur Zahlung liegt dabei allerdings auf bestimmten Formaten, wie Reportagen, Hintergrundberichte oder längere Interviews. Mit Mikrofinanzierungsdiensten wie Flattr soll es aber zumindest die Möglichkeit geben, dass auch unabhängige Autoren und Kreative für ihren Content entlohnt werden.

© Bitkom

Die Menge macht’s: Flattr

Die Idee hinter Flattr ist einfach: Inhalte, die man als wertig empfindet, können per Mausklick mit Geld bedacht werden. Dabei kann man allerdings keinen festen Betrag für Kreative zahlen. Flattr-Nutzer laden ihr Konto monatlich mit einem festen Betrag auf. Klicken sie bei einem Guthaben von 10 Euro bei zehn Artikeln, Podcasts, Videos oder Musikstücken den Flattr-Knopf, werden die 10 Euro auf die jeweiligen Macher aufgeteilt. Flattr selbst erhält zehn Prozent. Größere Summen kommen mit Flattr also nur zusammen, wenn Nutzer Flattr kaum nutzen und die gesamte monatliche Summe auf wenige Inhalte verteilen oder bei besonders beliebten Inhalten, die auf den sozialen Netzwerken die Runde machen und so ein großes Publikum erreichen. Wieder einmal bewahrheitet sich: sharing is caring!

© Flattr
© Flattr

Ich zahl‘ später: LaterPay

LaterPay ist eine Art „Soft-Paywall“ des gleichnamigen Münchner Start-ups. Anbieter können ihre Inhalte für mindestens fünf Cent schnell und unkompliziert verkaufen. Wer Inhalte kauft, wird aber erst ab einem angesammelten Betrag von fünf Euro zur Kasse gebeten. Daneben haben Käufer die Möglichkeit, Inhalte zurückzugeben und Sie damit von ihrer Rechnung zu streichen. Der Clou: Für LaterPay ist initial keine Registrierung notwendig. Für Anbieter ist der große Vorteil, dass sie selbst bestimmen können, wieviel ihr Content wert ist. Besonders aufwändige Artikel können beispielsweise mit 150 Euro berechnet werden. Selbstverständlich obliegt es dem Anbieter dabei auch, einschätzen zu können, wie zahlfreudig die Leser bei bestimmten Artikeln sind.

© Laterpay
© Laterpay

Neues Bezahlmodell von Amazon

Für unabhängige Buch-Autoren bietet auch das „Kindle Direct Publishing Programm“ von Amazon die Möglichkeit, schnell und unkompliziert ihre Werke zu veröffentlichen – ohne die Hilfe eines Verlags. Bis jetzt erhielten die Autoren bei Kauf Tantiemen, die sich nach Downloads berechneten. Dieses System soll ab Juli allerdings geändert werden. Ab da werden Autoren nicht mehr nach Downloads bezahlt, sondern nach gelesenen Seiten. Ein Vorteil für Autoren packender Thriller, ein möglicher Nachteil für Verfasser von Handbüchern oder Guides, die in der Regel nicht von Anfang bis Ende gelesen werden.

© Amazon

Was am Ende zählt: Inhalte

Die Möglichkeiten sind heutzutage vielfältiger als noch vor ein paar Jahren und das ist gut so. Wer im Netz etwas erschafft, sollte die Chance haben, dafür Lohn einzufordern. Die eifrige Nutzung verschiedener Zahlungswege zeigt zudem, dass Konsumenten dazu bereit sind, für wertige Inhalte Geld auszugeben. Den perfekten Zahlungskanal, zumindest für unabhängige Kreative, gibt es noch nicht. Es ist allerdings auch immer noch ein Drahtseilakt, der Ehrlichkeit und Transparenz von Nutzern und Anbietern fordert. Nutzer müssen daran gewöhnt werden, dass Inhalte eine gewisse Wertigkeit haben – Anbieter müssen sich daran gewöhnen, ihren Arbeitsaufwand ehrlich einschätzen zu können. Für beide gilt: attraktive Inhalte verbreiten, um das Maximum herauszuholen.

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