News & views

gamescom 2013: Von Bloggern und Indie-Entwicklern – der direkte Draht zum Spieler ist erwünscht

Date Posted: 23 August, 2013
Bild: wildcard

Branchen verändern sich. Messen wie die gamescom fördern solch neue Trends zu Tage. Im letzten Jahr war es der Free2Play- und Browersergames-Markt, in diesem Jahr fanden auf der gamescom zwei Gruppen zusammen, die nur auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben – auf dem zweiten aber regelrecht Geschwister sind: Blogger und die nun hofierten Indie-Entwickler. Mehr zu Letzteren in unserem Artikel von Mittwoch. In diesem Jahr gingen die Branchengrößen so offen auf beide zu, wie noch nie. Beide Taktiken führen zum selben Ziel. Welches das ist, darum geht’s in den folgenden Zeilen.


Es geht doch immer nur ums Eine: den Kunden! Im Falle der Games-Branche ist es der Spieler. Er sollte im Mittelpunkt fast aller Kommunikationsbemühungen des Unternehmens stehen. Doch welcher ist der beste Weg, ihn zu erreichen? In Zeiten des Medienwandels gibt es hier sicherlich nicht viele, die mit einer klaren Antwort dienen können. „Alte“ Medien – wie Print und Radio – erreichen noch immer eine relativ große Nutzermenge und haben somit sicherlich auch ihre Berechtigung bei der Ansprache der eigenen Zielgruppe. Gleichzeitig steigert sich die Nutzung von digitalen Angeboten im Netz in den letzten Jahren enorm. Ob Blogs, Youtube oder Social-Media-Kanäle wie Facebook – die neue Generation von Mediennutzern stellt sich ihr mediales Angebot individuell zusammen und verzichtet auf die Dienste von medialen Gatekeepern wie Tageszeitungen und Co.. Blogs, die sich mit speziellen Themen wie Mode, Reisen oder Kochen auseinandersetzen, spielen hier eine große Rolle. Der Fachhändler ist beim Bezug von Informationen stärker gefragt als der Gemischtwarenladen.

Blogs ansprechen – aber wie?

Doch noch immer tun sich viele Firmen schwer bei der Ansprache der Blogs. Die Verantwortlichen können sich nicht wirklich entscheiden, ob sie die Blogger wie klassische Medien behandeln dürfen und sollen oder ganz ungezwungen. Gleichzeitig machen es ihnen die Blogger auch nicht leicht. Einerseits wollen sie den gleichen Stellenwert zugesprochen bekommen wie klassische Medien, andererseits erwarten sie eine ganz andere Ansprache.

Doch kaum ein Medium ist so nah dran an der eigenen Zielgruppe und kennt deren Befindlichkeiten. Es bietet sich also an, die Blogger nicht nur als Medium zur Verbreitung der eigenen Botschaften anzusehen, sondern über sie auch die Stimmung beim „Volke“ zu erfassen. Regelmäßige Gespräche und Treffen mit den Bloggern, sind hier sehr hilfreich. Ein gutes Beispiel hierfür ist sicherlich Electronic Arts.

Indie-Entwickler und Blogger

Denn in der Branche, die einst die Online-Community-Arbeit erfand, wird die Ansprache der Fans seit Langem bereits fast ausschließlich auf den Schultern der Onlinespezialisten abgeladen. Einen direkten Draht des Managements zu ihren Fans und Käufern gibt es bei vielen Marken nicht mehr.

Die Zeiten ändern sich langsam. Eine Marke wie Electronic Arts hat die Zeichen der Zeit erkannt, und sie möchte sie unter anderem auch mittels Input der Community ändern. Deutungshilfe ersuchen sie hierbei auch von Bloggern, denn kaum eine andere Influencer-Gruppe ist so nah dran an der eigenen Gemeinschaft und kennt deren Befindlichkeiten besser.

Teil der wildcard-gamescom: Der heutige Release von Saints Row IV.
Bild: wildcard

Im Rahmen der noch bis Sonntag in Köln stattfindenden gamescom ist vom internationalen Spielepublisher natürlich alles angereist, was Rang und Namen hat. Hochrangige Manager gewähren selbst den großen etablierten Medien nur in homöopathischen Dosen Interviews. Für Blogger ist hier keine Zeit und nur selten Platz. So war das bisher in vielen Fällen. In diesem Jahr änderte sich da. Zumindest bei EA. COO Peter Moore, ein Spitzenmanager und Blogger, an den auch die großen Fach- und Business-Medien nur schwerlich herankommen, formte auf der gamescom einen kleinen Kreis mit Gamingbloggern als Multiplikatoren der großen Spieler-Community. Bei dem Treffen standen gänzlich die Anliegen der Blogger im Vordergrund. Wo drückt den Spielern der Schuh, wie ist das Bild des Unternehmens in der Community? Peter Moore wollte sich davon selbst ein Bild machen und schätzte die große Nähe der Blogger zur Zielgruppe. Repräsentieren sie vielleicht auch nur einen Teilausschnitt, so reflektieren sie doch neben den persönlichen Erfahrungen auch ein. unverzerrtes Bild aus der Community, das mehr Facetten beinhaltet, als nur die eigenen Wünsche.

Win-win-Situation

Von solch einer Aktion haben alle Beteiligten etwas. Die Blogger bekommen Zugriff auf exklusive Informationen und erfahren eine Anerkennung ihrer journalistischen Arbeit und das Unternehmen erfährt aus erster Hand, wie es um das eigene Image steht. Sonst so ferne Entscheider geben ihren Entscheidungen ein menschliches Gesicht und fördern das Image des Unternehmens.

Langsam aber sicher setzt sich die Sichtweise, dass Blogger-Relations ein einfaches und wertvolles Tool der Kommunikationsarbeit sind also auch auf Unternehmensseite durch. Wir sagen: Gut so! Denn wer sich nahe an seiner Zielgruppe bewegen möchte, sollte auf diese wichtigen Multiplikatoren nicht verzichten.

 

 

 

Share this
arrow_upward