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gamescom 2012: Medienkompetenz trotz Free2Play

Date Posted: 17 August, 2012

free2playFreitag, 17. August. Ort: Köln. Genauer: gamescom 2012. Europas größte Messe für Video- und Computerspiele ist in vollem Gange. Schon bevor am Mittwoch die Türen für Presse und Fachbesucher öffneten, bestimmten zwei Angelegenheiten die mediale Berichterstattung: das zeitlose und unzweifelhaft wichtige Thema „Medienkompetenz“ und das wirtschaftliche Modell „Free2Play“.

Hannelore Kraft
Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin NRW
Urheber: SPD NRW

Für Ersteres könnte die Aussage der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) während der offiziellen Messe-Eröffnung Mittwochabend essenziell werden. Kraft unterstrich die wirtschaftliche Wichtigkeit der Computer- und Videospielbranche, erkannte Games auch als Leitmedium für Jugendliche an, gab dabei aber zu bedenken, Medienkompetenz und Jugendschutz nicht außer Acht zu lassen. Kraft verteidigte die Idee, den Umgang mit Computer- und Videospielen auf schulische Unterrichtspläne zu bringen. Ein hoffentlich großer Schritt in Richtung Unterrichtsfach „Medienkompetenz“.

Das Messethema „Free2Play“ wird in Kolumnen, Kommentaren und Artikeln deutlich kontroverser diskutiert. Dabei sind die Big Player genauso gespalten, wie Presse und Spielerschaft. Schon während der Messe wurde klar, dass Electronic Arts und Ubisoft zukünftig stark auf das „Free2Play“-Modell setzen wollen. Branchen-Schwergewicht Sony sieht das Modell noch skeptisch und befindet sich in Wartestellung. Während Entwickler wie Crytek offenbar die völlige Abkehr vom bisherigen Modell mit teuren Blockbusterspielen anstreben, scheinen Ubisoft, Electronic Arts und auch Activision das „Free2Play“-Modell eher als Zielgruppenerweiterung zu sehen. Forderte Ubisofts Chef Yves Guillemot Microsoft und Sony doch erst kürzlich dazu auf, endlich eine neue Konsolengeneration auf den Markt zu bringen. Deshalb: Trotz zahlreicher „Free2Play“-Ableger großer Ubisoft-Serien, werden die Franzosen wohl auch weiterhin auf große Vollpreisspiele setzen. Vom Smartphone und Tablet auf die PlayStation 4 – das ist – wie es scheint – der Plan.

Die gamescom 2012 zeigt eindrucksvoll, dass aus dem einst belächelten Trend „Free2Play“ längst ein akzeptiertes Wirtschaftsmodell wurde. Es könnte gefährlich sein, diese Entwicklung zu ignorieren.

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