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Game Developers Conference 2014 – Die Highlights aus San Francisco

Date Posted: 24 März, 2014
Bild: http://www.flickr.com/photos/officialgdc/13222687895/in/set-72157642490790635/lightbox/

Die Game Developers Conference, kurz GDC, die seit 1987 jährlich in San Francisco stattfindet, ist einer der wichtigsten Termine des Jahres im Messekalender der Videospielbranche. Hier sprechen namhafte Entwickler sowie Visionäre der Industrie über Vergangenheit, den Status quo und vor allem die Zukunft der Branche. Abseits von rundgeschliffenen PR-Worthülsen und Absatzzahlen werden hier Ideen und Konzepte auch abseits des Mainstream vorgestellt und gefeiert. Im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen im Soft- und Hardware-Bereich gilt die GDC zusammen mit der  im Juni stattfindenden Spielemessen E3 in Los Angeles als wichtiger Gradmesser. Das zeigen auch die aktuellen Besucherzahlen. Über 24.000 Fachbesucher befüllten die Hallen des Moscone Center und stellten damit einen neuen Besucher-Rekord auf. Grund genug also, dass auch wir unsere Messe-Highlights küren.

Project Morpheus

Im Releasejahr von Oculus Rift, der über Kickstarter finanzierten Virtual-Reality-Brille präsentiert Hersteller Sony mit Project Morpheus ebenfalls eine VR-Modell. Der Prototyp wird speziell auf Sonys Heimkonsole Playstation 4 zugeschnitten und orientiert sich laut Aussagen von Shuhei Yoshida, dem Präsidenten der weltweiten Entwicklerstudios, stark am Head Mounted Display von Oculus. Auch technisch ist Project Morpheus seinem Vorbild ebenbürtig: Das verbaute Display löst in Full-HD, also 1920 x 1080 Pixeln, über eine Sichtfläche von 90 Grad auf. Wie auch bei Oculus Rift wird das Headtracking bei Sonys Brille mit einer Frequenz von 1000 Hz realisiert. Zudem erkennt Morpheus auch vollständige Drehungen in einem Raum von drei Metern. Mit dem Playstation-Eye sowie den Move-Controllern unterstütz die Brille zudem zwei weitere Zusatzperipherien aus dem eigenen Haus. Project Morpheus ist lediglich als kabelgebundene Variante geplant. Auch der Einsatz von zwei Brillen parallel ist aktuell nicht vorgesehen. Jedoch soll die Bildausgabe zeitgleich auf der Brille als auch dem Fernseher funktionieren. Obgleich Project Morpheus noch kein offizielles Veröffentlichungsdatum hat, ist das Konzept in der seiner sehr frühen Entwicklungsphase schon auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Vor allem die Verbindung mit den Bewegungscontrollern könnte ein deutliches Plus gegenüber Oculus Rift bedeuten, das aktuell lediglich mit herkömmlichen Konsolen-Controllern gesteuert wird.

Auch Oculus war mit seinem Developer-Kit 2 auf der GDC in San Francisco. Das aktuelle Modell, wurde im Vergleich zum Modell auf der CES im Januar noch einmal überarbeitet. Die bislang externe Kontrolleinheit wurde in das Gehäuse integriert und für den Betrieb ist nur noch ein HDMI/USB-Kabel nötig. Zudem ist nun auch eine Motion-Tracking-Kamera verbaut, die mehr Bewegungsspielraum ermöglichen soll. Auch der bislang gerade bei schnelleren Bewegungen aufkommende Unschärfe-Effekt, der bei vielen Benutzern zu der sogenannten Motion Sickness sorgte, soll weitestgehend behoben sein.

Steam Controller

Obgleich Valve auf der diesjährigen CES in Las Vegas verkündete, dass Hersteller der Steambox auch eigene Eingabegeräte entwickeln dürfen, ließ es sich das Unternehmen nicht entgehen auf der GDC einen neuen Prototypen des Controllers zu präsentieren. Der wohl auffälligste Unterschied zu bisherigen Design-Entwürfen ist das fehlende LCD-Display. Da Valve es für eine unnötige Ablenkung hielt, den Spieler stets zwischen zwei Bildschirmen hin und her blicken zu lassen, entfernte man den Touchscreen. Netter Nebeneffekt: So konnten auch die Produktionskosten der Peripherie deutlich gesenkt werden. Ein zukünftiges Modell inklusive Touchscreen schloss Valve allerdings noch nicht aus. Der wie bereits die Vorgänger aus dem 3D-Drucker stammende Prototyp hat zudem an Gewicht zugelegt und liegt nun besser in der Hand. Des Weiteren rutschten die Eingabetasten von der Mitte des Controllers in das untere Drittel des Gehäuses. Die Positionierung der beiden berührungssensitiven Eingabe-Elemente, welche die traditionellen Analogsticks herkömmlicher Controller ersetzen sollen, wurden nicht verändert.

Auf der GDC in San Francisco lag der Fokus in diesem Jahr eindeutig auf Virtual Reality. Das Erlebnis eines Videospiels soll in Zukunft noch intensiver und vor allem natürlicher dargestellt werden. Vor allem Sony konnte uns dabei überraschen. Mit Project Morpheus schaffte es das japanische Unternehmen den Blick von Oculus Rift auf die eigene VR-Vision zu lenken. Gerade die Einbindung der Move-Steuerung könnte ein entscheidender Vorteil im Konkurrenzkampf mit VR-Brillen-Pionier Oculus sein. Auch der Steam-Controller machte einen deutlichen Schritt in Richtung Serienreife und scheint eine interessante Abwechslung zum klassischen Controllerdesign darzustellen. In San Francisco wurde ein vielversprechender Ausblick auf die nahe und auch ferne Zukunft der Videospielbranche gegeben. Vorrangig dominierten jedoch Entwicklungen im Hardware-Bereich die Berichterstattung von der Rekordmesse. Ein überraschender Punkt, wenn man bedenkt, dass dies in den vergangenen Jahren meist der Software-Sparte gelang.

Wir freuen uns auf die zukünftigen Entwicklungen im Konsolen- als auch VR-Bereich und können es kaum erwarten endlich selbst zu Controller und Brille greifen zu dürfen.

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