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Frankfurter Buchmesse – Alt trifft Neu

Date Posted: 15 Oktober, 2014
© Frankfurter Buchmesse
© Frankfurter Buchmesse

Die traditionsreiche Frankfurter Buchmesse gilt als eine der wichtigsten Veranstaltungen des Verlagswesens. Die Fachmesse richtet sich primär an Fachpublikum, generiert in der Öffentlichkeit – besonders durch diverse Verleihungen und die Hervorhebung eines Themenschwerpunkts auf ein Gastland – sehr viel mediale Aufmerksamkeit. Angesichts zweier Aktionen geriet das Gastland Finnland etwas in den Hintergrund: Prägender Techniktrend war das sogenannte Self-Publishing via E-Book. Zudem erregte die umstrittenen Verleihung des Friedenspreises an Internet-Kritiker Jaron Lanier einige Aufmerksamkeit. Gerade die Trends im digitalen Bereich konnten sich 2014 stark auf der Messe etablieren.

Tradition und Jugend

Fünf Tage lang beherrschte das geschrieben Wort das Messezentrum in Frankfurt und konnte knapp 270.000 Besucher anlocken. Branchenstarke Unternehmen wie Ravensburger sind daran nicht unbeteiligt. Konnte Ravensburger seinen Marktanteil im Kinder- und Jugendbuchmarkt in diesem Jahr doch auf über 10% steigern. Gerade bei den neuen Technologien strebt Ravensburger nach vorne und verbindet den klassischen Buchmarkt mit neuen digitalen Möglichkeiten. Die mehrfache Auszeichnung des „GIGA-Maus“-Preises auf der Messe sprechen für sich. Auch der Messeveranstalter sah eine Priorität im Kinder- und Jugendbuchmarkt und richtete einen Teil des Programms mit dem „Kids-Friday“ und 150 Ausstellern darauf aus. Abrundend bereicherten weltbekannte Autoren wie Paulo Coelho oder Herta Müller das Programm.

Digital ist Trumpf

Dass die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr einen besonderen Wert auf die Entwicklung im digitalen Bereich legt, war stets zu spüren. Die Messeveranstalter verbreiteten Nachrichten und Ereignisse nicht nur über einen eigenen Blog, sondern nutzen auch einen eigenen Twitter-Kanal. Gute Ideen, um den Image-Staub der Buchbranche abzuklopfen. Dieser digitale Trend setzte sich mit einer starken Fokussierung auf den Bereich der E-Books fort. Amazons Ankündigung einer E-Book-Flatrate sorgte beispielsweise für großen Wirbel, da manch klassischer Verlag sich dadurch bedroht fühlt. Entsprechend wurde besonders die Verbindung von klassischer Print-Literatur und den vielen Möglichkeiten durch E-Books von Ausstellern und Veranstaltern hervorgehoben. Highlight dieses Trends war die erstmalige Verleihung des E-Book-Awards an ein Physik-Buch als bestes elektronisches Werk und an eine Geschichts-App für besonders schöne Gestaltung. Ravensburger Digital konnte sich ebenso im digitalen Bereich stark präsentieren, was mit der Verleihung des „TOMMI-Awards“, des deutschen Kindersoftwarepreises, für die beste App „Oink Oink – Mein verrückter Bauernhof“ belohnt wurde. Die digitale Welt stand auch weiterhin im Mittelpunkt, denn das Self-Publishing hat in den letzten Jahren einen derartig großen Sprung gemacht, dass eine eigene Self-Publishing-Area vorzufinden war. Dort wurden verschiedenste Vorträge und Programme angeboten, begleitet von bekannten Autoren wie Nele Neuhaus. Anschließend konnte man in Gesprächen in die Tiefe gehen und Erfahrungen austauschen.

Provokante Kurve

Ein alljährliches Highlight der Buchmesse ist die Verleihung des Friedenspreises. Die Preisvergabe an Internetkritiker Jaron Lanier sorgte für einige Tumulte. Seine Dankesrede hätte kaum auf mehr Skepsis stoßen können. So hatte die Messe auch ihren kleinen Skandal.

Messetrend? Ganz klar die Digitalisierung. Große Autoren haben diesen Weg erkannt. E-Books und Social Media als zukünftiges PR-Gespann. Dabei wird das klassische Buch natürlich nicht wegfallen, doch die Möglichkeiten, die auf der Fachmesse aufgezeigt wurden, ermöglichen eine breitere Nutzungsebene. Sei es bei wissenschaftlichen Büchern oder in der Kinder- und Lernsoftware mit Ravensburger als eines der in diesem Bereich führenden Unternehmen. Die Frankfurter Buchmesse scheint somit bestens gerüstet zu sein für die Zukunft. Vor allem, wenn es gelingen sollte, diesen verbindenden Trend von klassischer Literatur und Digitalisierung in den Folgejahren aufrechterhalten zu können.

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