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Die Küchenschlacht: Foodblogger auf der re:publica 17

Date Posted: 12 Mai, 2017

Auch in der einst so harmoniebedürftigen Foodblogger-Szene wird es turbulenter. Zeit für einen Paradigmenwechsel oder schlicht eine Sache der Kultur? Auf der re:publica17 wurde Tacheles geredet, Digital Director Djure Meinen war für wildcard mit dabei.

Aus der einst kuschligen Backstube ist eine heiße Garküche geworden. Immer neue Mitspieler und die fortschreitende Professionalisierung führen auch am Tisch der Foodblogger-Szene schon mal zu neidischen Blicken auf den gut gefüllten Teller des Gegenübers. Und zu ausgefahrenen Ellenbogen bei der Behauptung des mühsam erkämpften eigenen Platzes.

Kurz vor Ende der diesjährigen re:publica versammelte die Verlagsfrau Julia Graff  mit Carmen Hillebrand, Mirja Hoechst  und Jens Glatz drei etablierte Foodblogger/innen um sich, um mit ihnen die aktuellen Entwicklungen in der Szene zu belichten und zu hinterfragen. Ein gut gefülltes (scnr) Auditorium verfolgte und bereicherte die Diskussion und zeigte: Das Thema ist „heiß“.

Heißes Thema, heiße Diskussion

Julia Graffs Ausgangspunkt ist ein Ergebnis aus einer aktuellen Umfrage, das nahelegt, dass es unter Foodbloggern nicht immer friedlich zugeht. Negative Äußerungen zur Arbeit von Kollegen/Innen scheinen eher die Regel als die Ausnahme zu sein. Warum ist das so?

Bei der Suche nach Gründen für die angespannte Atmosphäre steht, wenig überraschend, schnell die eingeschränkte Anzahl an attraktiven Kooperationsangeboten im Fokus. Merke: Auch für FoodbloggerInnen ist der zu verteilende Kuchen endlich. Dazu kommen viele neue Mitspieler mit teils übertriebenen Erwartungen an den (kurzfristigen) finanziellen Erfolg. Und die stellen das Streben nach der schnellen Kohle auch noch recht unverhohlen in den Vordergrund ihres Auftretens.

Statt also erst einmal mit Leidenschaft am eigenen Profil zu arbeiten und sich so mit eigenem Stil und knackigen, originellen Inhalten einen festen Platz zu erkämpfen, wird getrickst, gehauen und auch mal gestochen. Gleichzeitig hoffen viele „Neue“ auf Unterstützung etablierter Blogs, die diese aber sowohl aus Kapazitätsgründen aber auch aus rein ökonomischen Gründen nur beschränkt leisten können.

Tschüss, Themen-Monotonie

Statt sich immer weiter und enger vertikal zu vernetzen, also innerhalb der eigenen Zunft weiter Kontakte und Koops zu knüpfen und sich an den großen zu orientieren, lautet die Empfehlung vom Podium, eher nach rechts und links zu schauen. Also in Bereiche, in denen man auf Gesprächspartner mit ähnlichen Herausforderungen treffe, aber gemeinsam eine breitere Auswahl von Themen spielen könne. Zusammen ein Angebotsnetz aus zwar verwandten, aber in ihrer Summe größere Interessensbereiche abdeckende Themen spinnen. Da könnten dann mehr potentielle Kooperationspartner kleben bleiben, als in zu eng gefassten, monothematischen Angebotstunneln.

Für den Umgang mit allzu heftiger oder polemischer Kritik wird Gelassenheit empfohlen. Selbst offensichtlich strategisch platziertes oder unsachliches, negatives Feedback könne man mal lächelnd ignorieren. Wobei unangemessene Kommentare auch mal schlicht gelöscht werden könnten, da komme es gerade bei Blogs eben sehr auf den Einzelfall an.

Reichweite ist King, Relevanz ist God

Auch auf der re:publica17 wieder im Fokus: das Thema Reichweite. Einhelliges Resümee: Die nackten Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen und sagen oft wenig über die Relevanz eines Angebots aus. Hunderttausend Facebook-Fans nutzen wenig, wenn die die Inhalte in ihrer Timeline gar nicht wahrnehmen. Guter Indikator: Die Interaktionsrate bei den einzelnen Inhalten. Gibt es kaum Reaktionen und wenig Beteiligung, ist die pure Reichweite für den Allerwertesten, da können kleinere, aber handverlesene Angebote wesentlich mehr reißen. Dasselbe gilt für auf dubiose Weise aufgeblähte Instagram-Reichweiten, mit den man statt der angepeilten Zielgruppe am Ende vor allem Bots im Nahen Osten erreicht.

Bei der Auswahl der richtigen Kommunikationspartner sollten Unternehmen also Content-Qualität, die passende, tatsächlich erreichte Zielgruppe und nicht zuletzt die Chemie der Akteure untereinander in den Vordergrund stellen. Für mehr oder explosiv wachsende Reichweite muss man eventuell noch mit Media-Budget ausbauen beziehungsweise feintunen.

Hier bestätigt sich im Verlauf der Diskussion eindrucksvoll die Beratungspraxis von wildcard communications, die seit Jahren Unternehmen wie BMW oder Canon mit handverlesenen Influencer-Empfehlungen und Analysen der bisherigen Social Media-Aktivitäten unterstützen. Hier gibt es Näheres zur wildcard Scorecard.

Am Ende steht die Liebe: #foodblogherz

Am Ende des Foodblogger-Panels durfte, wie auf der ganzen #rp17, die ja unter dem Slogan #LOVEoutLOUD segelte, die Liebe nicht fehlen. Julia Graff rief dazu auf, in den nächsten Wochen einfach öfter mal einen Tweet unter dem Motto „Mein #foodblogherz  schlägt für…“ zu senden, wenn man eine neues Kleinod des Genusses aufgetan hat, beziehungsweise bei KollegInnen tolle Themen oder besonders gelungene Inhalte gefunden hat.

Die wildcards werden zum Finden übrigens schon am nächsten Wochenende viel Gelegenheit haben. Wir freuen uns sehr, beim FoodbloggerCamp  in Düsseldorf als Gold-Sponsor vertreten zu sein und auf viele neue Gesichter zu treffen

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