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Food-Blogger Camp Düsseldorf: Herz siegt über Kommerz

Date Posted: 6 Juni, 2017

Unter Food-Bloggern hat diese Überschrift gefühlt noch Bestand. Woher ich das weiß? Ich durfte am Food-Blogger Barcamp in Düsseldorf teilnehmen und war sehr angetan davon, mit welcher Begeisterung da die Blogs gefüllt werden.

Von Katrin Hilger

Echte Food-Blogger brennen für ihr Thema. Sie lieben und leben, was sie bloggen. Die einen für Kochen mit regionalen und saisonalen Zutaten, andere für Darmgesundheit und fermentiertes Gemüse, die anderen für den perfekten Mürbeteig vom Kochkurs in Paris oder Mapo Tofu mit der genau richtigen Bohnensauce. Sie kochen Heilrezepte mit Kurkuma und Galgant, kreieren aufwändige Tortenverzierungen oder frische Ravioli mit Pesto. Manche sind professionelle Köche und Bäcker, andere „nur“ talentierte Hobbyköche. Es hat auf alle Fälle Spaß gemacht, sich auszutauschen, gemeinsam zu kochen und den einen oder anderen Tipp mitzunehmen. Denn Kochblogger sind freigiebige Leute, die auch mit ihren Tipps und besten Rezepten nicht geizen.

Primär geht es um Networking

Wer so für sein Hobby brennt, der will in erster Linie sein Wissen teilen, Gleichgesinnte finden, stolz selbst kreierte Rezepte präsentieren – und dann erst kommt die Idee, dass damit auch Geld zu verdienen ist. In diesem Kreis ist der Kommerzaspekt beim Bloggen zwar durchaus vorhanden, aber bei weitem nicht so präsent wie in der Mode-und Beautyszene. Und dass, obwohl – oder vielleicht gerade deswegen – nicht wenige recht erfolgreich sind. Mit Kooperationen mit Kochgeräteherstellern, mit Lebensmittelmarken oder – die Krönung – mit dem eigenen Kochbuch. Doch vom Kochbuchverkauf kann natürlich niemand leben, das Buch ist super, um weitere Kooperationen an Land zu ziehen und das Prestige zu steigern. In der Kochbloggerszene ist es nicht so einfach möglich, als Newbie durchzustarten. Es wird zwar durchaus kritisch beäugt, was manche Nachwuchsblogger – auch als Food-Blogger deklariert – da auf Instagram veranstalten, aber im Prinzip weiß jede der gestandenen Bloggerinnen und Blogger: ein Bild oder schnelles Video kann kein liebevoll geschaffenes Blogpost mit eigens erdachtem Rezept ersetzen.

Kooperationen müssen passen

Deswegen ist Kooperationen in der Kochszene am dann am besten, wenn man den Bloggern mit dem nötigen Respekt für sie als Person und für ihre Arbeit begegnet. Und nicht der Rohköstlerin Fastfood vorschlägt oder einer, die mit regionalen Zutaten kocht, exotischen Firlefanz anbietet. Wenn das Thema passt, sind sogar Kooperationen ohne Geld möglich. Klar ist aber, dass gute Food-Blogger auch eine hoch dotierte Kooperationen ausschlagen, wenn sie nicht zum Thema passen – der Blog ist heilig und wird nicht mit Fremdthemen geschändet. Da schlägt das Herz auf jeden Fall den Kommerz. Und das ist gut so.

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