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Bewegtbild vs Standbild: Film drehen – nicht durchdrehen

Date Posted: 5 September, 2012

Die Macht bewegter Bilder ist in jedem Fall unbestritten. Sie schaffen – auf den richtigen Kanälen – nicht nur eine tiefere Kundenbindung, Vertrauen und Glaubwürdigkeit, sie können, nein – sie müssen auch Spaß machen.

Was heißt das heutzutage für die Unternehmen? Kennen und nutzen die Firmen und Verantwortlichen eigentlich schon mehr, als nur die altbekannten TV-Spots? Ist auch das Produktmarketing oder z.B. die Personalabteilung schon auf bewegten Inhalt umgestiegen und nutzt Filme für die Produkt- und Unternehmenspräsentation für ihre relevanten Zielgruppen und in all ihren Kanälen?

Egal wie, es gilt ein paar Regeln zu beachten. Denn: Überall auf und in allen Kanälen gibt es schon genug schlechte Filmchen. Dabei ist es egal, ob das Unternehmen Traditionen transportieren will oder nach globalem Image strebt – eigentlich kann moderne Filmtechnik das alles leisten. Vorausgesetzt die Planung stimmt. Jedes Unternehmen, jedes Produkt aber auch jede Zuschauer-Zielgruppe erfordert die Entwicklung einer eigenen charakteristischen Bildsprache.

Anhand einer genauen Analyse wird dann entschieden: Dreh ich es im Unternehmen oder lieber im Studio? Mit Schauspielern? Oder gleich digitale Filmtechnik? Letztlich hat jedes Unternehmen eine Eigenart, die es von anderen unterscheidet – und genau diese gilt es zu finden, bevor die erste Klappe fällt.

Nichts lässt die Zielgruppe so sehr gähnen wie z.B. unüberlegte „Imagefilme“. Die Zutaten sind obligatorisch: Langweilige Produktionsabläufe zeigen Mitarbeiter an Schreibtischen. Ein Sprecher aus dem Off betet mantragleich Herausstellungsmerkmale der Firma oder des Produkts herunter. Dazu spult er die Firmengeschichte ab. Text- und Bild passen nicht oder ignorieren völlig, wie sich das Unternehmen zukünftig entwickeln wird. Ruckzuck ist ein Film veraltet. Bis der Zuschauer abschaltet (und das passiert früh), bleiben leere Worthülsen. Glückwunsch: Image ruiniert. Denn auch Kunden und Geschäftspartner nutzen mit ziemlicher Sicherheit das Internet, um sich Filme und Videos anzuschauen. Sie sind zunehmend in der Lage, deren Qualität einzuschätzen und zu vergleichen.

Image generieren ist eine Gala – wer flaniert da schon mit Billigprodukten von der Stange? Ein guter Film ist – genau wie ein Kleid oder ein Anzug – maßgeschneidert. Er greift tiefer, als einfach nur Produktionsabläufe und Mitarbeiter bei ihrer Arbeit zu zeigen. Ein guter Film vermittelt neben Fakten und Informationen auch Emotionen. Und auch Unterhaltung.

Kommen wir z.B. zum Thema Web TV: Das erfolgreich etablierte Web-TV-Magazin für den Videospiele-Hersteller Electronic Arts schafft diesen Spagat sozusagen spielend: Die Moderatoren Jeannine Michaelsen und Amiaz Habtu stellen in locker-flockigem Stil die neuesten Produkte und Features der EA SPORTS-Games vor. Aber auch Spieler und Entwickler kommen zu Wort. Das Moderatoren-Duo schaut Mats Hummels oder Holger Badstuber beim FIFA-Zocken über die Schulter und berichtet von wichtigen Events wie der Gamescom. Das Magazin erscheint monatlich online auf verschiedenen Kanälen und Plattformen. Die erfolgreichste Ausgabe erreichte bisher knapp 220.000 Klicks. Mission accomplished. Alles richtig gemacht!

Dieses Beispiel zeigt: Der Film muss Unternehmen auf den Leib geschneidert werden. Das können nur Fachleute. Die vereinbaren unverbindliche Termine, gehen auf Kundenwünsche ein, sprechen offen über das Budget, erzählen keine Storys – außer die Geschichte des Unternehmens.

Nach der Theorie folgt dann die Praxis: Nach Erstellung und Abnahme von Konzept und Budgetplan, geht es an die Drehplanung. Dann folgen der eigentliche Dreh und die Postproduktion am Schnittplatz oder in der Grafik. Schon in der Kreation gilt es, die Balance zwischen Informationsvermittlung und Imagetransfer zu finden. Schlaue Leute einigten sich da auf die Formel: Du sollst nicht langweilen! Schaltet der Zuschauer vor Filmende ab, bedeutet das die Höchststrafe für den Filmschaffenden. Film verbindet solides Handwerk und moderne Technik mit künstlerischer Kreativität. Das gilt für alle beteiligten Departments. Eine Idee ist ohne die Produktion nichts wert. Umgekehrt gilt das genauso. Ein schlechter Kameramann, ein stümperhaft ausgeleuchtetes Set oder billige Digital-Effekte machen der besten Idee den Garaus.

Ergo: Der Erfolg ist eines Filmes ist planbar. Ist er gut, wird er die Unternehmens- und Markenkommunikation aufwerten. Wirkt der Film wie ein Spiegel für das Unternehmen, dann hat sich die Investition gelohnt. Der kommende Erfolg entschädigt für all die Mühen. Deshalb: Film drehen, statt durchdrehen.

Und das Thema Web TV zeigt uns, das Internet ist kein starrer Raum mehr. Das Web 2.0 bewegt sich. Wer das Netz zu Unternehmenskommunikation und Marketingzwecke nutzt, muss sich nicht entscheiden – er hat keine andere Wahl: Bewegtbild-Content ist ein Muss.

Und am Ende zeigt sich immer wieder: Das bewegte Bild bietet Unternehmen viele Chancen, sich auf dynamische Weise zu präsentieren, unabhängig von Einschränkungen vergangener Zeiten und dem bekannten Standbild.

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